Achilles' Ferse Einmal Asphalt und zurück
Hallo Achim,
die Laufsaison hat noch nicht begonnen und die guten Vorsätze fürs neue Jahr waren gerade so erfüllt, da haut es mir die Sprunggelenksbänder durch. Nein, nicht beim Crosslauf, sondern ganz banal und peinlich auf der heimischen Haustreppe. Der Arzt hat mir Schmerzmittel und acht Wochen Geduld verordnet. Braucht das Ganze wirklich so lange? Was kannst du empfehlen, damit ich in dieser Zeit nicht den letzten Rest an Kondition und Beinmuskeln verliere? Wie machen das eigentlich die Spitzensportler, die schon nach drei Wochen wieder ihre Wettkämpfe bestreiten?
Grüße vom Sofa, Martin
Lieber Martin,
wenn millionenteure Fußballer 14 Tage nach den komplexesten Verletzungen wieder wie die Gazellen herumhüpfen, fällt es mir schwer, an durchgängig legale Therapien zu glauben.
Bleib sauber, Achim
Lieber Martin,
da ich Sie selber nicht untersucht habe, habe ich keinen Grund, ihrem Arzt zu widersprechen. Spitzensportler, die schon nach drei Wochen wieder Wettkämpfe bestreiten, haben eine andere Verletzung oder stehen dermaßen in der Pflicht, dass sie die Gesundheit aufs Spiel setzen. Der Verlust an Kondition ist leider unweigerlich, denn mit einer Schiene (die Sie tragen, wie ich vermute) sind weder laufen, noch schwimmen, noch Radfahren möglich. Ich wünsche Ihnen trotzdem eine gute Besserung.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Achim,
ich hatte vor knapp drei Monaten einen Bänderriss am rechten Sprunggelenk. Es wurde nicht operiert, sechs Wochen lang habe ich brav meine Aircast-Schiene getragen. Da ich so gut wie schmerzfrei war, habe ich vor zwei Wochen mal wieder mit dem Training begonnen - 45 Minuten auf dem Laufband. Beim Laufen selbst gab es überhaupt keine Probleme (darum habe ich vielleicht auch ein bisschen überbelastet?!), aber danach gingen die Schmerzen los. Ich bin jetzt ziemlich besorgt, aber bevor ich gleich wieder zum Arzt renne, würde ich gern von euch wissen, ob es wirklich Anlass zur Sorge gibt oder ob ich einfach zu früh zu viel wollte. Ich weiß, dass ihr keine Ferndiagnose stellen könnt, aber vielleicht könnt ihr mir sagen, ob mein Fuß einfach noch ein bisschen Schonung braucht?
Eure Martina
Liebe Martina,
das Problem war sicherlich nicht die Pause, sondern, dass Sie nach einer Pause von mehreren Wochen das Training plötzlich und zu heftig wieder aufgenommen haben. In der Zeit haben Sie nicht nur an Kondition und Muskelmasse verloren, sondern vor allem an feiner Koordination. Dadurch treten Sie unsicherer auf, und es können Überbelastungen entstehen. Machen Sie kein Drama daraus, nehmen Sie das Training vorsichtig und mit Pausen wieder auf und erwarten Sie kein Wunder: Sie brauchen etwa sechs bis acht Wochen, um wieder auf dem alten Stand zu sein.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Liebe Martina,
deine Geduld ist nach drei Monaten auf dem Nullpunkt, ganz klar. Aber gönne dir mal noch zwei Wochen lockeren Einstiegtrainings, bevor du wieder etwas mehr in den Kämpfermodus gehst! Du kommst wieder.
Alles Gute dabei, Jens Karraß
Hallo Achim, hallo Doc, hallo Jens,
ich bin 47 Jahre, wiege 60 Kilogramm, Halbmarathon-Bestzeit 1:52 Stunden (mit Jens Karraß), Laufvirusträger seit vier Jahren. Mich plagt seit ungefähr sechs Monaten ein Fersensporn unter der rechten Ferse. Obwohl der beim Laufen kaum stört, bin ich seit drei Monaten abstinent. Besser ist es dadurch aber nicht geworden. Eine Woche Diclo und Fersenkissen aus Silikon haben auch nix gebracht. Eher im Gegenteil, nach zwei Tagen mit den Polstern schmerzen beide Füße im Ganzen. Wie gesagt, beim Lauf habe ich kaum Probleme, erst kurz danach sowie extrem stark morgens beim Aufstehen und im Laufe des Tages. Ich will endlich wieder laufen! Darf ich ein leichtes Lauf- und Radtraining auflegen?
Mit scharrenden Hufen, Gundbert
Lieber Gundbert,
ein Fersensporn wird nicht von allein verschwinden. Die Beschwerden sind auch nicht so ausgeprägt, dass man zu einer Operation raten würde. Aber die Beschwerden nach dem Lauf weisen deutlich darauf hin, dass der Fuß nicht in Ordnung ist. Vielleicht ist das Problem mit maßgeschneiderten Einlagen in den Griff zu bekommen. Ob Sie ein leichtes Lauf- und Radtraining vertragen, müssen Sie selber feststellen. Durch ein wenig Experimentieren werden Sie die Grenze der Belastbarkeit herausfinden.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Gundbert,
dein Halbmarathon im letzten Jahr war fantastisch, ich erinnere mich. Selbst die Zehn-Kilometer-Durchgangszeit war eine neue Bestzeit. Umso schlimmer ist deine Zwangspause. Ich kann dir nur raten, weiter auf dem Rad aktiv zu bleiben. Es ist erstaunlich, wie viel Fitness man sich dadurch erhalten und wie sehr der Einstieg ins Laufen vorbereitet werden kann. Bleib am Ball und du weißt ja, dein Account ist noch offen bei Jk Running.
Bis bald, dein Coach Jens Karraß
Gundbert, alte Uschi,
Mann oder Maus? Diese Frage stellt sich jedem echten Läufer eines Tages. Für dich ist es jetzt soweit. Ein bisschen Fußpieken morgens ist ja wohl die schlappste Ausrede, die wir seit langem gehört haben. Lebst du noch oder läufst du schon? Morgens muss dir jeder einzelne Knochen im Leib brennen, die Beine dazu, die Arme und alles andere auch bis hin zur Milz sonst hast du zu wenig trainiert. Und deine Zeiten weisen ja darauf hin, dass da noch Luft nach oben ist. Also hör auf zu jammern und renn schneller. Schließlich verstärken Fersensporne den Wunsch, schneller im Ziel zu sein.
Ausbilder Achilles
Jessas!
Lauter Verrückte. Baby-Jogger, verkürzte Muskulatur, Kreuzband-An- und Abriss, Athletenkörper und Laktattest. Für mich hören sich diese Stories eher nach Geschichten aus dem Gruselkabinett an. Gesund an Geist und Körper ist hier wohl niemand.
André
Hi André,
stimmt. Aber es macht irre Spaß. Würde dir auch gut tun.
Jens Karraß
Achilles sein Tipp:
Hallo Achim,
das lustige Pärchen-Rennen findet in diesem Jahr wieder statt, am 1. Juni. Ich hoffe, dass Du in diesem Jahr dabei bist (
www.weiherlauf.de ).
Gruß, Judith