Achilles' Ferse Gefährliche Blutspende
Hallo Achim, hallo Doc,
ich gehe regelmäßig laufen und dreimal jährlich Blut spenden. Wie verträgt sich das generell mit dem Lauftraining und welche Abstände zwischen Spende und Marathon und Vorbereitung sollte ich beachten?
Danke, Sigrun
Liebe Sigrun,
bei einer Blutspende verlieren Sie nicht nur rote Blutkörperchen, sondern auch Eiweiße und Flüssigkeit. Der Körper ist in der Regel im Stande, diese Defizite innerhalb von wenigen Stunden (die Flüssigkeit) bis etwa zwei bis drei Wochen (die roten Blutkörperchen) wiederherzustellen. Die Abnahme der Leistungsfähigkeit ist bei den meisten Menschen während dieser Zeit nicht merkbar herabgesetzt, die Blutspende stellt jedoch eine zusätzliche Belastung dar, die man im Rahmen eines Trainingsprogramms berücksichtigen muss. Ob Sie in den Wochen vor dem Marathon Blut spenden oder nicht, hängt von Ihren Zielen ab. Es ist sehr unterschiedlich, ob Sie versuchen, eine Bestzeit zu laufen, oder nur am Rennen ohne große Ansprüche teilnehmen. Ich persönlich rate trotzdem von einer Blutspende während der intensiven Marathonvorbereitung ab, denn bei einer so starken Belastung wie dem Marathontraining sollte man mit dem Körper besonders pfleglich umgehen und seine Bedürfnisse akribisch berücksichtigen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Liebe Sigrun,
ganz anders ist es, wenn Du Blutspenden erhältst, zum Beispiel aus Beuteln, auf denen Namen wie Ivan Basso, Lance Armstrong oder Jan Ullrich stehen. Dann musst Du Strohballen im Ziel bestellen, damit sie Dich bremsen, so schnell bist Du.
Epo-Opa Achim
Hallo Achim,
ich bin seit Jahren begeisterter Läufer (30 bis 70 Kilometer pro Woche) und stets bemüht, meine aktuelle Bestzeit zu unterbieten. Gemeinhin gibt es ja diese Sechs-Wochen-Pläne, die die Zehn-Kilometer-Zeit um einige Sekunden bis hin zu zwei Minuten nach oben katapultieren. Wie lange muss man sich typischerweise auf einem erreichten Leistungsplateau tummeln, um durch einen erneuten Anlauf mit einem Trainingsplan wieder schneller zu werden? Und durch welches Training kann ich die Leistung halten - nur regenerative Läufe oder auch Tempoläufe?
Danke, Alexander
Hallo Alexander,
ob man in Sechs-Wochen-Plänen denken darf, ist eine interessante Frage. Ich glaube nein. Sicher ist, dass neue Bestzeiten, je besser sie werden sollen, umso längere Vorbereitungszeit benötigen. Das Plateau wird sozusagen immer höher und schwerer breit zu halten, weil immer spezielleres Training dafür nötig ist. So ist für eine Bestzeit von knapp unter 60 Minuten für die zehn Kilometer etwas ganz anderes nötig als für 28 Minuten. Da steht die Durchschnittszeit pro Kilometer sechs Minuten zu 2:48 Minuten - ein Riesenaufwand, solch ein Leistungsniveau zu erreichen und zu halten. Eine Faustregel aber dennoch: Es ist egal, wo das maximale Leistungsniveau gerade liegt, die intensiven Trainingseinheiten müssen mit vielen Kilometern in gutem, lockerem Tempo eingerahmt werden. Erst diese Ausdauer befähigt zu tollen Zehn-Kilometer-Zeiten.
Grüße, Jens Karraß
Lieber Alexander,
ich möchte Dich zu einem Selbstversuch ermuntern: Versuche doch mal, in diesem Jahr mit drei Deiner Sechs-Wochen-Programme jeweils ein bis zwei Minuten auf zehn Kilometer rauszuholen. Am Ende des Jahres bist Du also fünf Minuten oder 30 Sekunden pro Kilometer schneller. Wenn's klappt, würde ich Dir die Pläne gern abkaufen.
Hoffnungsvollen Gruß, Achim
Hallo Achim Achilles,
im Radsport wird die gewichtsbezogene Leistung häufig ermittelt, um die physikalisch messbare Leistung (Watt) von Fahrern, die einen sehr unterschiedlichen Körperbau und damit sehr unterschiedliches Gewicht aufweisen, vergleichbar zu machen. Wäre das Messen der Leistung auch im Laufsport unter Einbezug technischer Hilfsmittel (Sensorik) möglich und sinnvoll? Könnte ich also meine individuelle Leistung in Watt so berechnen, dass ich sie mit der Leistung der anderen Läufer in Beziehung setzen könnte? Für mich persönlich ist es erstrebenswert, möglichst ökonomisch zu laufen. Und mich würde brennend interessieren, wie Läufer wirklich ihre Ergebnisse und Daten ermitteln. Was ist das wichtigste für den Läufer: Kalorien, Watt oder Geschwindigkeit?
Hanna
Liebe Hanna,
man kann in der Tat die körperliche Leistung beim Laufen in Watt nach Körpergewicht und Geschwindigkeit oder nach der maximalen Sauerstoffaufnahme umrechnen. Welche die wichtigste aller Messungen oder Kriterien ist, hängt von den Zielen ab: für einen Läufer, der abnehmen möchte, ist die Laufgeschwindigkeit eigentlich irrelevant, viel wichtiger sind die Kalorien, die er dabei verbraucht. Einem Olympiasieger ist vollkommen gleichgültig, wie viele Kalorien er beim Laufen verbraucht, Hauptsache, er ist schnell genug und holt eine Medaille. Die Messung der Leistung in Watt oder als maximale Sauerstoffaufnahme ist nur für Forschungszwecke sinnvoll.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Sportsfreunde,
mal angenommen, wir bekommen Schnee. Für diesen Fall geht mir die Lauftechnik meines Freundes Herbert nicht aus dem Kopf. Er zieht, nach einer kurzen Einlaufphase, seine Schuhe aus und läuft seine Runden barfuß durch den Schnee. Etwas Gesünderes gäbe es gar nicht, sagt er. Getreu dem Motto: Wer barfuß geht, den drückt kein Schuh. Er warnt allerdings davor, die Schuhe wieder anzuziehen und läuft barfuß nach Hause. Gerne würde ich die Technik mal ausprobieren, mache mir aber Sorgen, ob ich danach nicht mit einer ernsthaften Nierenbeckenentzündung für die nächsten Wochen ausfalle. Was haltet Ihr davon?
Sportliche Grüße, Tobias aus Bodenheim
Lieber Tobias,
zuerst die gute Nachricht: Eine Nierenbeckenentzündung entsteht aus ganz anderen Gründen als barfuß auf dem Schnee zu laufen. Sie war die einzige gute Nachricht. Nun zu den Schlechten: Wenn sie barfuß auf Schnee laufen, wird die Kälte eine Betäubung der Füße bewirken. Sie werden deswegen keine Schmerzen bei Überbelastungen spüren. Unter dem Schnee kann alles mögliche liegen, von Eisbrocken bis Scherben über Wurzeln und Steine. Wenn sie barfuß darauf treten, dann wünschen ich Ihnen viel Spaß. Die eingeschränkte Durchblutung als Folge der Kälte wird auch den Stoffwechsel und dadurch die Belastbarkeit der Sehne und Muskel im Fuß verringern. Ich musste lange überlegen, um eine risikoreichere, verletzungsanfälligere Trainingsform zu finden, und bin nur auf das Säbelschlucken gekommen. Lassen Sie es sein.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Thomas,
als Kinder fanden wir es ja immer toll, wenn der Matsch zwischen den Zehen durchquoll. Aber wenn es gar kein Matsch ist, sondern ein Hundehaufen, der vielleicht noch nicht ganz durchgehärtet ist?
Muss man mögen, Gruß Achim