Achilles' Ferse: Gegenwind statt Schweißbäche - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Achilles' Ferse Gegenwind statt Schweißbäche

Frischluft statt Indoor-Training: Achim & Co. ziehen die sportliche Betätigung unter freiem Himmel den Maschinen im Studio vor - die Kühlung funktioniert einfach besser. Ob man sein persönliches Training optimal abstimmt, verrät dem Läufer eine Leistungsdiagnostik.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim und Experten,
auf meine mittleren Jahre hin (36, 106 Kilogramm) habe ich den Beschluss gefasst, meine müden Knochen wieder etwas in Form zu bringen. Vor dreieinhalb Monaten wurde ein ordentliches Rennrad angeschafft, und ich bin in den folgenden Wochen 1300 Kilometer geradelt, zum Schluss auch ein paar Touren im 100-Kilometer-Bereich mit einem 23-24er Schnitt und 130er Puls. Ich habe immerhin 5,5 Kilogramm abgenommen. Wetterbedingt bin ich nun auf einen Crosstrainer umgestiegen, um mit etwas Laufen zu überwintern. Mittlerweile sind es immer mal 5 Kilometer in 29 Minuten.

Läufer in verschneitem Park: Winter-Lust statt Crosstrainer-Frust

Läufer in verschneitem Park: Winter-Lust statt Crosstrainer-Frust

Foto: AP

Was mich allerdings grübeln lässt, sind die Schweißpfützen, die sich um mich herum bilden. Und der Puls, der sich erst in den 140er Bereich bewegt, aber von dort aus gen Ende der 5 Kilometer langsam in Richtung 155/160 wandert, ohne dass sich die Atmung merklich erschwert. Woran könnte das liegen? Fehlt mir der Gegenwind vom Rad, überhitze ich zu sehr? Sollte ich mir besser einen schönen Waldweg in der Nähe suchen und den Crosstrainer nur bei richtigem Sauwetter nutzen?
Viele Grüße, Croft

Liebe Croft,
da ich annehme, dass du die gleichnamige gut aussehende Filmdarstellerin ohne Altersprobleme bist, hätte ich einen ganz besondere Idee für Deine Schweißpfützen. Zieh' das Zeug einfach auf Flaschen und verkaufe es an deine Fans. Über Radtraining im Winter wurde im Chat von achim-achilles.de  schon gefachsimpelt. Über die Tücken der Pulsmessung hat unser Starautor Laufsau alles Wichtige niedergeschrieben . Mein Rat: Trainiere, was dir Spaß macht.
Eine gute Saison wünscht, Achim

Hallo Croft,
wenn du genau wissen willst, ob du im richtigen Trainings- und Intensitätsbereich liegst, solltest du eine Leistungsdiagnostik durchführen lassen. Alles andere ist Spekulation. Ich persönlich finde Waldwege immer besser, egal bei welchem Wetter. Ich empfehle dir: Einfach mal ausprobieren.
Besten Gruß, Dr. Dirk Pajonk

Hi Croft,
deine Frage ist besonders wertvoll, weil sie schildert, wie du zu deinem Erfolg gekommen bist und auch erklärt, was bei dir im Moment auf dem Crosstrainer passiert. Es fehlt der Gegenwind, die Kühlung. Deshalb gibt es diese Megabäche unter dir. Die Luftfeuchtigkeit des gesamten Raumes hast du angehoben. Deshalb auch ein dickes Ja zu deiner Absicht, doch auf einen Waldweg zu gehen und nur bei ganz miesem Wetter auf den Trainer zu steigen. Dein Puls gefällt mir übrigens gut. Alles so weiter machen, bist auf dem richtigen Weg.
Lieber Gruß, Klemmbrett-Karrass

Hallo Doc,
seit zwei Jahren laufe ich drei- bis viermal die Woche sieben bis zehn Kilometer. In letzter Zeit habe ich mein Pensum auf viermal zehn Kilometer hochgeschraubt und bin zusätzlich einmal die Woche schwimmen gegangen. Leider hat nach circa drei Wochen meine Wade angefangen, weh zu tun. Es war ein relativ dumpfer Schmerz in der Mitte des Muskels, der vor allem beim Bergablaufen aufgetreten ist. Als es nicht besser wurde, habe ich (brave Leserin der Achilles' Ferse) erstmal eine zehntägige Pause gemacht. Trotzdem wurde es schlechter, so dass ich einen Sportarzt aufgesucht habe. Er hat Überlastung festgestellt, einen Muskelfaserriss ausgeschlossen und mir einen Zinkleimverband verpasst, der wenig bis nichts geholfen hat. Außerdem meinte er: "Joggen ist schon gut, aber sie haben ja auch ein gewisses Gewicht" – ich wiege 67 Kilogramm bei 1,65 Meter Größe! Jedenfalls wollte ich nicht noch einmal zu ihm gehen und habe jetzt selber mit einer Voltaren-Behandlung angefangen. Nur habe ich jetzt keinen Anhaltspunkt, wie lange ich noch pausieren muss, oder bis wann das Voltaren anschlagen sollte. Was soll ich denn jetzt machen?
Vielen Dank schon mal, Monika aus München

Liebe Monika,
eine muskuläre Verletzung sollte nach zwei bis drei Wochen deutlich besser werden. Ansonsten nochmals checken lassen, ob nicht doch etwas anderes vorliegt.
Besten Gruß, Dr. Dirk Pajonk

Holen Sie sich weitere Tipps und Tricks von Achim und seinem vergrößerten Team auf der neuen Seite Achim-Achilles.de .