Achilles' Ferse Geheimwaffe Spacko-Gürtel
Hallo Ihr drei Läufer,
ich habe bei meinem Training zum Halbmarathon immer wieder Schmerzen im Fuß (kurz über dem Innengelenk). Ich habe nun auch schon Einlagen bekommen, diese helfen aber nicht wirklich. Meine Frage: Könnt ihr eine entsprechende Klinik in den USA (Memphis oder Chicago) empfehlen, die ähnlich gute Untersuchungen durchführt wie die
Charité in Berlin ? Komischerweise musste ich bei den Untersuchungen oder nachdem ich die Einlagen erhalten habe nicht einmal aufs Laufband oder sonst irgendwie laufen. Sollte man bei der Ursachenfindung nicht einmal den Laufstil untersuchen? Ich habe die Schmerzen übrigens normalerweise erst nach zehn Minuten Laufen.
Für einen Tipp wäre ich sehr dankbar, Claudia
Liebe Claudia,
ich bin schon ein wenig herumgekommen, aber diesmal bin ich wirklich überfragt. Nicht nur, dass ich keine Klinik in Chicago kenne, ich weiß nicht mal genau, wo Memphis in den USA liegt. Aber dies bedeutet nicht, dass die amerikanischen Kollegen Sie nicht ausreichend untersucht haben. Um die Laufstilanalyse ist eine echte Mythologie entstanden. Wie relevant und hilfreich die Befunde sind, ist nicht klar. Es gibt so viele unterschiedliche Bewegungsmuster, Körperbaue und Beschwerden, dass man ziemlich im Dunkeln tappt, wenn man versucht, alles auf ein Modell zu reduzieren. Aber wenn Ihnen die Einlagen und die Untersuchung nicht richtig geholfen haben, ist vielleicht eine Laufstilanalyse doch eine Alternative. Man lernt nie aus.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Doc,
Memphis liegt in Tennessee und bringt übergewichtige tablettenabhängige Männer hervor, die als Läufer nichts taugen, aber dennoch bedeutsam sind.
Pelvis Achilles
Liebes Team,
nach meiner Teilnahme am Berlin Marathon suche ich ein wenig Hilfe. Ich (seit fünf Jahren Läufer, 184 Zentimeter, 83 Kilogramm, sechs Marathons, 2000 Kilometer pro Jahr) bin zwar in 4:18:22 Stunden soweit recht ordentlich angekommen, jedoch machten mir wie im letzten Jahr ab Kilometer 32 krampfartige Schmerzen in der Wade zu schaffen. Dabei handelte es sich nie um die ganze Wade, sondern immer nur um einzelne Muskelfasern (zumindest gefühlt). Der Schmerz dauerte immer so zwei bis drei Sekunden und konnte durch Dehnen der Muskulatur herausgezögert werden. Im letzten Jahr kamen diese Attacken aus der Wade schon bei Kilometer 21, und ich hatte mein Training daraufhin stark intensiviert und mehr lange Läufe eingebaut. Weiterhin finde ich merkwürdig, dass viele meiner Laufkollegen zwei Tage nach dem Marathon schon wieder lockere Muskeln haben und ich einen Monstermuskelkater. Da ich wie Achim noch an die 3:59:59 Stunden glaube, wäre ich für einen Tipp dankbar. Der nächste Marathon ist Paris am 9. April.
Liebe Grüße an das Team, Stefan
Hallo Stefan,
es liegt immer an der Vorbereitung. Dazu gehört auch die Ernährung hier der Wasser- und Mineralienhaushalt. Deine Beschreibung des immensen Muskelkaters danach weist jedoch eher auf falsches Training hin. Vielleicht bist Du fleißig, aber machst viel zu viel. Meine Firma
jk running bereitet jedes Jahr sehr viele Läufer erfolgreich auf den Marathon vor. Es gibt immer mal wieder einen Fall, wo es zu diesem Problem wie bei Dir kommt, aber bei 90 Prozent unserer Starter sind die kurzen schweren Momente im Rennen allesamt auszuhalten, zumal viele Bestzeiten laufen, also in persönlich absolutem Neuland. Unser Markenzeichen ist der muskelkaterfreie Montag nach dem Marathon. Also überprüfe Deine Trainingspläne.
Viel Erfolg, Jens Karraß
Lieber Stefan,
aus Jahren erfolglosen Laufens meine ich zumindest eine Lehre gezogen zu haben: Entweder schrubbst Du wahnsinnig viele Kilometer in immer dem gleichen Tempo. Oder Du variierst Tempo und Strecken sehr stark, wobei Du immer mal wieder und länger in die leicht unangenehmen Regionen hineinläufst. Alles andere funktioniert (bei mir) nicht.
Gruß, Achim
Hallo Achim und Team,
werde demnächst meinen dritten Marathon laufen. In Hamburg 2006 war der erste. Im Weiltal im April letzten Jahres der zweite. Beide Male hatte ich meinen Flaschengürtel mit vier Flaschen à 200 Milliliter dabei. In drei Flaschen hatte ich jeweils einen Powerbar aufgelöst und eine mit Apfelschorle gefüllt. Nach neun Kilometern trank ich die Apfelschorle und alle weiteren acht Kilometer jeweils eine Powerlösung. In Hamburg bin ich mit 3:23 Stunden und im Weiltal mit 3:13 Stunden durchgekommen. Allerdings differierten die erste und zweite Hälfte um circa zehn Minuten. Diesmal möchte ich unter 3:10 Stunden laufen (ich laufe seit September 2005, bin jetzt 45 Jahre alt 1,73 Meter, 62 Kilogramm.) Meine Freunde aus dem Laufverein sind der Meinung, dass bei meinen Leistungen ein Flaschengürtel unpassend (lächerlich) sei. Ich selbst habe aber das Problem, dass ich beim Trinken aus dem Becher unterwegs aus meinem Rhythmus komme. Was könnt Ihr mir empfehlen?
Danke, Heiko
Lieber Heiko,
ich gebe Dir Brief und Siegel: Wenn Du mit diesem Walker-Gürtel unter drei Stunden ankommst, bist Du für die längste Zeit der einzige gewesen. Alle werden es Dir nachmachen. Sichere Dir schon jetzt die Rechte drauf, find' einen geilen Namen dafür. Zum Beispiel: Power-Belt oder Drei-Stunden-Killer-Kordel. Mach' Fotos und melde Dich.
Jens Karraß
Lieber Heiko,
Pioniere wurden immer verlacht. Idioten allerdings auch. Drei Stunden mit Spacko-Gürtel, das ist allerdings dichter an Pionier als an Trottel. Mach weiter so, wenn es Dir hilft. Und verrate uns noch, wie man einen klebrigzähen Powerbar auflöst? In Kerosin?
Respekt, Achim