Achilles' Ferse Grausame Schmerzen
Hallo Achim,
ich bin 63 Jahre alt und laufe seit 15 Monaten regelmäßig dreimal die Woche 5, 8 und 10 bis 15 Kilometer, je nach Lust und Laune. Außerdem fahre ich mit dem Rad ins Büro, hin und zurück rund 22 Kilometer. Seit einiger Zeit schmerzen mir die Oberschenkel, sowohl beim Laufen als auch am Tag danach, wie ein Muskelkater. Hilft da Magnesium? Ich muss dazu sagen, dass ich eine leichte Osteoporose habe und regelmäßig Kalzium D3 nehme. Verträgt sich das mit Magnesium?
Herzliche Grüße, Joachim
Lieber Joachim,
schmerzende Beine sind grundsätzlich erst einmal kein schlechtes Zeichen, sondern der Nachweis, dass in den Muskeln etwas passiert. Mit unseren
einfachen Trainingsregeln vermeidest du, dass die Grenze zwischen gutem Training und Überbelastung überschritten wird.
Viele Grüße, Achim
Lieber Joachim,
ja, Kalzium und Magnesium vertragen sich, das ist kein Problem. Du solltest nur die beiden Präparate nicht gleichzeitig einnehmen, sondern zeitversetzt. Aber ob das bei deinen Beschwerden helfen wird, kann ich nicht beantworten. Vielleicht ist die Belastung an den Tagen, an denen du läufst und Fahrrad fährst, einfach sehr hoch und dann wäre es schlicht und ergreifend Muskelkater, der einige Zeit bracht, um zu verrauchen.
Besten Gruß, Dr. Dirk Pajonk
Lieber Joachim,
dein Pensum klingt in der Tat sehr umfangreich. Grundsätzlich ist dein sportliches Engagement sehr schön, aber gönne dir auch etwas Ruhe und Erholung. Vielleicht belässt du es für zwei Wochen mal bei zwei Laufeinheiten und lässt etwas Luft an dein Leben, statt immer nur das Pensum zu erfüllen. Ohnehin solltest du einen verträglichen Rhythmus von Be- und Entlastung finden, was unter dem Strich effektiver ist, als permanent viel zu laufen.
In aller Ruhe grüßt dich, dein Klemmbrett-Karrass
Hallo Ihr,
nachdem ich neulich bei etwas eisigem Untergrund gelaufen bin, tut mir jetzt das Hauptbelastungsbein weh und zwar seitlich außen am Oberschenkel, kurz überm Knie. Ist nicht schlimm, nervt aber. Weiß jemand, was das ist und ob man damit zum Doc muss? Oder kann ich das selbst kurieren?
Lieber Gruß von Jutta
Liebe Jutta,
zunächst mal ist wichtig zu wissen, ob die Schmerzen belastungsabhängig sind, das heißt: Werden die Probleme beim Laufen schlimmer oder ist es ein kontinuierlicher Schmerz, den du auch schon beim normalen Gehen hast? Es gibt zwei Möglichkeiten: Wahrscheinlich ist, dass es ein muskuläres Problem ist und zwar am so genannten Tractus iliotibialis. Versuche mal, ob du die Stelle des Schmerzes mit Dehnung erreichen kannst. Die zweite Möglichkeit wäre ein Problem am Knochen, was ich aber für nicht sehr wahrscheinlich halte. Sollten die Beschwerden noch länger anhalten oder sich verschlechtern, solltest du den Arzt deines Vertrauens konsultieren.
Besten Gruß, Dr. Dirk Pajonk
Hallo Jutta,
es ist nicht unüblich, dass nach dem Laufen auf Schnee oder vereisten Untergrund muskuläre Probleme auftreten. Man macht unfreiwillig Ausweichbewegungen, bringt mehr Kraft und Anstrengung auf, um nicht auszurutschen. Unter Umständen läuft man auch sehr vorsichtig und etwas verkrampft. Das Ergebnis kann dann exakt deine Schilderung sein: Dass aufgrund der zusätzlichen Belastung Muskeln, Bänder und Gelenke reagieren. Ein umfangreiches Dehnprogramm und Prophylaxe durch Sauna oder ein Entspannungsbad sind nach solchen Ausflügen über Schnee und Eis sehr hilfreich.
Liebe Grüße, dein Klemmbrett-Karrass
Hallo Achim,
seit Ende Oktober habe ich (39 Jahre alt und 76 Kilogramm schwer) Probleme am Oberschenkelhalsknochen und den Hüften. Ich laufe seit acht Jahren und konnte mein Pensum im letzten Jahr auf fünfmal wöchentlich zehn Kilometer steigern. Meine Orthopädin diagnostizierte nach dem Röntgen eine leichte Überlastungsentzündung, verschrieb mir das entzündungshemmende Schmerzmittel Diclofenac, eine kurze Laufpause, aber alles blieb unverändert.
Nach einer weiteren Konsultation teilte sie mir mit, ich könnte in Zukunft gar nicht mehr joggen, es handele sich um einen beidseitigen Verschleiß beziehungsweise eine Arthrose. Ich solle doch auf Schwimmen umsteigen. Nach vierwöchiger Laufpause und sechs Mikrowellen-Behandlungen hatte ich keine Schmerzen mehr und machte einen kleinen Testlauf. Eine Woche später traten durchgehend leichte Schmerzen auf, und nun äußert meine Orthopädin den Verdacht auf eine Hüftkopfnekrose, die mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch Kernspintomographie in zwei Wochen geklärt werden soll.
Wie lange muss ich pausieren, sollte sich herausstellen, dass es sich doch nur um eine Entzündung handelt? Woran erkenne ich, dass die Entzündung ausgeheilt ist? Kann ich den Heilungsprozess fördern? Und wenn es tatsächlich eine Hüftkopfnekrose ist, muss ich dann aufhören zu laufen?
Danke für jeden Hinweis und Rat, Martina
Liebe Martina,
vor allen Dingen geht es zunächst darum, den schlimmsten Fall auszuschließen, die Hüftkopfnekrose. Das wäre tatsächlich ein Grund, die Belastung sofort drastisch zu reduzieren. Bei dieser MRT wird sich dann auch zeigen, ob es sich tatsächlich um Arthrose, also Verschleiß handelt. Erst nach der Untersuchung können wir weitersehen, alles andere wäre Spekulation und würde dir kaum helfen.
Besten Gruß, Dr. Dirk Pajonk
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