Achilles' Ferse Heißes Eisen Magnesium
Liebes Team,
einige Primadonnen (wie Strunz und Co.), und auch einige sportlich engagierte Freunde, versuchen hartnäckig, "super hochnormale" Eisenwerte zu erzielen. Bei den ständigen Mikro-Traumen erscheint mir die Idee auch nicht völlig abwegig. Auch die Illusion einer geschmeidigen und weichen Muskulatur trotz und nach vielen Kilometern mit etwas Magnesium-Support ist nicht ohne Reiz. Also Fernando, bewahre uns vor der Versuchung - alles erwiesener Blödsinn und bestenfalls Placebo und schlimmstenfalls beschleunigte Darmpassage, oder?
Gruß, Matthias
Metallarbeiter (in China): Harter Job, höllische Hitze
Foto: REUTERS
Lieber Matthias,
ich habe eine Notaufnahme erlebt, wo der Begriff "akute Eisenüberdosierung" ein Euphemismus für Patienten war, die von der Bahn überfahren wurden. Vom pathologischen Humor einiger Rettungsmediziner abgesehen, ist hoch dosiertes Eisen tatsächlich toxisch. Gartenbesitzer verwenden Eisenpellets gegen Nacktschnecken, und den Menschen geht es bei übermäßigem Eisenkonsum auch schlecht, denn der Körper kann das Metall nicht ausscheiden. Wenn man keinen Mangel hat, ist auch keine Substitution erforderlich: Die Mineralien und Vitaminen werden entweder ohne Wirkung ausgeschieden oder verursachen Probleme, falls sie im Körper bleiben. Magnesium kann als Medikament benutzt werden, wenn man Beschwerden hat. Aber wenn Sie beschwerdefrei sind, wozu soll das Magnesium dienen? Einziger Vorteil: Die Metalldetektoren am Flughafen springen bei Magnesiumüberladung nicht hoch.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Matthias,
das Braune bei Dr. Strunz ist nicht Sonne, sondern Rost.
Spar dir das lieber.
Gruß, Achim
Lieber Achim,
auch im wunderschönen Rheinland tobt der Walkerwahn. Es ist noch nicht lange her, da bin ich zu einer Walker-untypischen Zeit (nach 20 Uhr, wenn eigentlich schon der "Musikantenstadl" läuft) ein wenig unvorsichtig um eine Ecke gelaufen und auf ein rund zehn Senioren starkes knallbuntes Rudel Walker geplatzt, das gerade beim Stretchen war. Danach tat mir alles weh. Die Augen wegen der Farben, die Ohren wegen der Beschimpfungen und Flüche, der Hintern, weil mich eine Walkerin mit ihrer Aluzeltstange vertreiben wollte, und die Beine von meiner Flucht. Du siehst, es ist vorbei mit der rheinischen Gemütlichkeit, wenn die nordischen Spaziergänger kommen.
Heiner
Lieber Heiner,
der Dalai Lama sagt: Betrachte Deine Feinde als Trainer. Insofern hast Du alles richtig gemacht.
Respekt, Achim
Hallo Achim,
über das Für und Wider des Aufwärmens vor dem Sport wurde ja schon viel diskutiert, aber im Allgemeinen war man sich wohl einig, dass ein Aufwärmen leichte Bewegung ohne große Anstrengung bedeutet, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, bevor man sich voll belastet. Nur: Wie wärmt man sich für einen Sport auf, der selbst schon direkt hinter Schlafen und Fernsehen den geringst denkbaren körperlichen Einsatz fordert - das Walken? Als Experte für die Beobachtung von Walkern kannst du mir bestimmt sagen, was diese Leute tun, bevor sie mutig loswalken?
Gruß, Peter
Lieber Peter,
sie trinken Kaffee zu der halben Buttercremetorte, die sie vorher verputzen. Das treibt den Puls nach oben. Nennt man passives Aufwärmen. Zumindest trödeln sie dann nicht draußen rum.
Besten Gruß, Achim
Hallo Achim,
soviel Intoleranz den Walkern gegenüber ist unglaublich. Nicht jeder, der etwas für seine Gesundheit tun will, kann gleich Marathon laufen, weil viele dazu schlicht zu schwer sind. Aber der Wille, sich zu bewegen, sollte Anerkennung finden. Wenn man nichts tut, nimmt man auch nicht ab.
Beste Grüße, Andreas
Lieber Andreas,
Walken ist Nichtstun.
Gruß, Achim
Moin Achim,
ich bin für ein Jahr von Dresden nach Manchester gezogen und glaube mir, dass ich eines hier nicht vermisse: Walker. Ob im Großen Garten, in der Heide oder am Elbufer, ständig musste man in Dresdens einschlägigen Trainingsterrains beim Überholen von Walkern Angst haben, von einem Stock abgestochen zu werden oder über drei Hundeleinen zu stürzen. Da die armen Tiere ja mitgeschleift werden müssen. Stieß man auf eine Gruppe von Walkern, was ja meistens der Fall ist (wer will sich schon allein langweilen), und versuchte sich an der Gruppe vorbei oder gar durch die Gruppe durch zu drängen, hörte man meist: "Ey, bass bloos uff hieor. Duu Rauuudie." In Manchester laufen alle, sogar die Dicken. Bei Laufveranstaltungen gibt es gar keinen Walker-Wettbewerb. Gut so! Man darf ja eigentlich unseren Erzfeind Nummer eins neben den Holländern nicht zu sehr loben, aber in Sachen Walkerbekämpfung - Chapeau!
Patrick aus Manchester
Lieber Patrick,
in Irland immerhin ist Walken bei den Damen sehr populär, auf dem schmalen Streifen Grün an den Landstraßen. Der Ire muht gern, wenn er sie mit dem Auto überholt.
Besten Gruß, Achim
Lieber Achim,
was die Walker betrifft, schau in die Vereinigten Staaten. Lange kann es nicht mehr dauern, dann sind sie auch bei uns ausgestorben. Hier im Zillertal trifft man diese Spezies nur noch ganz vereinzelt an. Liegt bestimmt daran, dass sie aufgrund der Höhenlage mit ständiger Atemnot zu kämpfen haben und es vorziehen, auf der Couch liegen zu bleiben.
Michael
Lieber Michael,
jede Steigung bietet einen prima Walkerschutz. Ist einfach zu anstrengend für unsere stockschwingenden Freunde.
Gruß, Achim
Hallo Herr Achilles,
ich habe eine Nachbarin, eigentlich sehr nett, die sich auf das Stöckeschleifen spezialisiert hat. Nun hat sie allerdings für ein paar Wochen die Walkingstöcke gegen richtige Krücken getauscht - Ergebnis eines Skiunfalls mit Waden- und Schienbeinbruch. Um in Form zu bleiben, hinkt sie jeden Tag ein Mal die Straße auf und ab (circa 300 Meter). Aber sie sagt: "Bald walke ich wieder wie ein Wiesel." Meine Frage: Habe ich was verpasst oder kenne ich mich mit der Fortbewegungsart der Wiesel nicht richtig aus? Und: Wie behandle ich walkende Nachbarinnen? Soll ich die Tipps zum Umgang mit walkenden Ehefrauen einfach übertragen?
Rainer
Lieber Rainer,
der Volksmund sagt eher: "Walken wie ein Walross" oder "Walken wie ein Waldschrat".
Gruß vom Sprachforscher Achim