Achilles' Ferse: Hilfe, die Walker erobern Spanien! - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Hilfe, die Walker erobern Spanien!

Du meine Güte! Muss das wirklich noch sein? Reicht es nicht, dass deutsche Wälder von Walker-Horden heimgesucht werden? Jetzt haben die Pflegefälle auch Spanien okkupiert. Noch schlimmer: Sie treiben es auch noch nackt. Achilles, übernehmen Sie!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lieber Achim,
der Walker-Wahn kennt keine Grenzen: Selbst an Badestränden kämpfen sie sich im Sand mit ihren Stöcken durch die Menge. Und als wenn das noch nicht ausreichen würde. Nein, es geht noch schlimmer: nix an, außer ihren Stöcken! Senioren-FKK-Walking auf Fuerteventura. Vor einer Woche im Urlaub gesehen. Vor lauter Schock wäre mir fast dein drittes Buch, "Das Walker-Hasser Manifest" in den Sand gefallen.
Viele Läufer-Grüße aus der Pfalz, Christian

Hallo Achim,
es nieselte, es war kühl. Also, die Gelegenheit, in Ruhe am Fluss zu laufen. Als ich nach einigen Kilometern das Klappern hörte, wurde mir schlagartig bewusst, dass die Gerüchte der Wahrheit entsprechen: Isengart hat seine Uruk-(Walk)hai entfesselt, die bei jedem Wetter ihr Unwesen in Mitteldeutschland treiben können.
Grüße, Kurt

Lieber Achim,
bis letzten Sonntag dachte ich, dass die No-Sports-Art Nordic Walking noch nicht bis zu uns nach Spanien vorgedrungen sei. Doch da habe ich in meinem Stammpark etwas Erschreckendes gesehen: Walker, aber auf Rädern! Soll heißen, Personen, die so etwas wie kleine Skateboards an jeden Fuß geschnallt haben und sich mit Hilfe von Stöcken vorwärts bewegen. Was an und für sich ja schon total widersinnig ist: Schließlich kann man mit kleinen Skateboard-Rollen nicht über Sandwege rollen, sich auf Asphaltwegen aber nicht mit Stöcken abstoßen, oder? Gott sei Dank, sind mir diese Gestalten bisher nur am Sonntag begegnet, wo man, wie jeder Läufer weiß, sowieso besser zuhause bleibt, weil sich das hart erkämpfte Laufrevier mit Kindern, Skatern, Fußballspielern und Schlimmerem füllt. Aber sollte uns hier bald eine noch schlimmere Plage als der klassische Walkeris alemannis heimsuchen?
Besorgt, Katharina

Lieber Achim,
früher war man ja zumindest noch bei Regen vor WalkerInnen sicher, da die ja bekanntlich schlechtes Wetter meiden wie der Teufel das Weihwasser. Doch heute habe ich beim erfrischenden Laufen im Schneeregen etwas gesehen, das meine Vorstellungskraft deutlich überschritten hat: eine Walkerin mit Regenschirm! Man sollte ja meinen, dass Walker mit ihren Stecken schon alle Hände voll zu tun hätten. Doch diese Dame war erfinderisch: Sie hatte den Griff des Schirms (zirka zwei Meter im Durchmesser) in dem hochgeschlossenen Ausschnitt ihrer Jacke so verankert und zwischen Hals und Schulter eingeklemmt, dass sie ihren "Sport" überdacht ausüben konnte. Ich will doch hoffen, dass das nicht Schule macht.
Regnerischer Gruß aus München, Nils

Lieber Achim,
ich denke, ich habe mit Erfolg eine neue Variante des Walkens erfunden, die den Waldboden schont und das Pflanzenwachstum am Wegesrand fördert: French Walking. Man nehme statt dieser merkwürdigen Stöckchen Rotwein. Eine Ein-Liter-Flasche (mindestens!) in jede Hand. Da ein Liter Wein rund ein Kilogramm wiegen dürfte, mit Flasche etwas mehr, entwickeln sich Lunge und Bizeps in den ersten fünf Minuten um die Wette. Danach kommt die Leber ran. Wichtig ist, aus beiden Flaschen gleichzeitig zu trinken, damit man das Gleichgewicht nicht zu früh verliert. Die Flaschen entsorgen sich nach geraumer Zeit von selbst, der Mageninhalt ebenfalls, und man fühlt sich so richtig entschlackt. Freilich ergibt sich für dich als Normalläufer ein Problem: Hin und wieder musst du springen, weil vor dir irgendjemand den Weg liebkost.
Grüße, Peter

Lieber Achilles,
ich finde es an der Zeit, die Walker-Brut ein wenig zu unterstützen. Viele sind doch schon so schwach, dass sie es nicht einmal mehr schaffen, ihre Stöcker hinter sich her zu ziehen. Deshalb ist es Zeit für "Nordic Driving". Der Walker bindet die Stöcker an der hinteren Stoßstange fest, setzt sich in sein Auto und fährt los. Das mit der Sondergenehmigung fürs Befahren der Waldwege sollte kein Problem sein. Notfalls muss eine eigene Verordnung für Walker her.
Grüße, Claus-Gerd

Lieber Achim,
anbei ein kleines Fundstück aus der Online-Ausgabe des "Oberbayerischen Volksblattes", Überschrift: "Überfall beim Nordic Walking" .

"Rosenheim/Schechen - Beim Nordic Walking ist eine 49-jährige Schechenerin am Dienstagabend von einem bisher unbekannten Täter von hinten angefallen und zu Boden gerissen worden. Sie war gegen 19.30 Uhr auf dem Verbindungsweg zwischen Pfaffenhofen (Gemeindebereich Schechen) und Langenpfunzen (Stadtteil Rosenheim) auf dem Sebastianweg in Richtung Pfaffenhofen unterwegs. Die Frau schrie um Hilfe und leistete heftige Gegenwehr. Der Täter, ein junger Mann, ließ von der Frau ab und flüchtete in Richtung Langenpfunzen. Die Frau wurde bei dem Überfall leicht verletzt. Zeugen sollen sich mit der Kriminalpolizei Rosenheim in Verbindung setzen. Der Täter war etwa 20 Jahre alt, etwa 175 Zentimeter groß, wirkte kräftig, war dunkel gekleidet, hatte Reflektoren an den Ärmelnähten seiner dunklen Jacke, trug eine dunkle Wollmütze mit Aufschlag und dunkle Handschuhe aus Goretex oder ähnlichem Material."

Was man auch immer davon halten soll!
Viele Grüße von Christian aus München

Hallo Achim,
folgende Meldung von meiner liebsten täglichen Satireseite Schandmännchen  wollte ich dir nicht vorenthalten. Die Jungs haben zwar nichts mit Sport zu tun, aber sie sind auf der Seite derer, die ehrlich ihre Kilometer abreißen: "Oliver Riess. Der niederbayerische Fitnesstrainer hat den Weltrekord im Dauer-Nordic-Walking gebrochen. Er stockwanderte 56 Stunden und 15 Minuten am Stück."
Cheers, Bernd

Liebe Leser,
herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit unseren bestockten Problembürgern gegenüber.
Euer Achim