Achilles' Ferse: Kläffer, Schnapper, Kotmaschinen - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Kläffer, Schnapper, Kotmaschinen

Nichts regt Achims Fans mehr auf als vierbeinige Trainingsstörer. Viele Läufer würden Hunde am liebsten erschießen, andere sich rettend dazwischen werfen. Manche raten zum Kompromiss und empfehlen die Tiere als Trainingspartner.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lieber Achim,
morgens im Nebel rannte ein Schäferhund von der Seite auf mich zu. Ich sah ihn erst, als er drei Meter von mir entfernt war. Ich war so erschrocken, dass irgendeine unbewusste Reaktion aus mir rauskam. Ich brüllte und wollte ihn angreifen: Du oder ich. Er rannte weg, mit seinem Schwanz zwischen den Beinen. Seitdem mache ich das mit jedem Hund. Der Hund muss verstehen, dass man es ernst meint, dass man ihn beißt, wenn er nicht wegrennt.
Joachim

Lieber Joachim,
mal unter uns: wieviele hast Du denn schon beißen müssen? Und wie kriegt man die Haare aus dem Mund?
In Tollwutpanik, Achim

Sehr geehrter Achim Achilles,
Sie gehen das mit den Hunden ganz falsch an. Meine Empfehlung: Selbst einen Hund anschaffen, natürlich keinen Dackel, sondern einen, der auch einen ausgeprägten Bewegungsdrang hat. Ich jogge manchmal mit dem Hund meines Bruders - einer Golden-Retriever-Mischung. Man wird immer freundlich angelächelt, sobald die Leute die Verbindung zwischen Hund und Besitzer herstellen. Auf diese Weise schlagen Sie drei Fliegen auf einmal. Sie können weiter ihrem Sport nachgehen, Sie beweisen sich als Tierfreund und Sie haben noch ein paar nette Blicke von jungen Damen geerntet. Was will man mehr.
Gruß, Christoph

Lieber Christoph,
ich will aber nicht mit Hund laufen. Er soll auch nicht ins Auto. Hunde sind in meinem Leben nicht vorgesehen. Und die jungen Damen gucken auch so, wenn auch nur hämisch.
Gruß, Achim

Na, vielen Dank, Herr Achilles!
Ihre Kolumne wird in Hamburg, wo ich seit anderthalb Jahren wohnhaft bin, sicherlich mit hanseatisch-kernigem Gelächter gefeiert werden. Warum? Weil ich den Eindruck habe, in einer Stadt gelandet zu sein, wo gesunder Menschenverstand, Moral und Rechtsempfinden außer Kraft gesetzt werden – jedenfalls, wenn es um Hunde und ihre Herrchen (resp. Frauchen) geht. Dass man als Hundebesitzer noch nicht auf offener Straße angespuckt wird, ist wirklich alles. Ansonsten kennt hier der Leinenzwang kaum noch Grenzen. Offenbar gehören Sie auch zu der Spezies Mensch, die Tiere nur noch "gut durch" als Bestandteil ihres Lebens akzeptiert. Ich habe einen Tipp für Sie: Gehen Sie doch ins Stadion. Hier gibt es niemanden, dem Sie ausweichen müssten und verlaufen können Sie sich auch nicht – in der bösen, wilden, ungezähmten Natur.
Herzliche Grüße, Urs

Lieber Urs,
zieh doch um nach Berlin, Hier ist es umgekehrt. Hier spucken die Hunde-Besitzer die Nicht-Hunde-Besitzer an.
Ich komm' dafür ins hoffentlich bald hundefreie Hamburg.
Achim

Lieber Achim,
Hunde sind die treuesten Freunde, die man sich vorstellen kann. Aus freien Stücken würden sie ihr Leben opfern. Ich kenne Hunde, die sich lieber bis auf das Fleisch zerreißen lassen würden, als ein Rudelmitglied im Stich zu lassen. Genauso wie es keine schlechten oder bösen Kinder gibt, gibt es auch keine schlechten oder bösen Hunde. Dies wird ausschließlich durch die Erziehung gesteuert.
Dass dir der Hund das liebste sei, sagst du, oh Mensch,
sei Sünde.
Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
Von einem schockierten und erbosten Leser

Lieber schockierter und erboster Leser!
Tut mir leid, dass Sie mit Menschen so viele schlechte Erfahrungen gemacht haben, dass Sie auf Hunde zurückgreifen mussten.
Ich kann übrigens auch dichten:
Kläffer, Schnapper, Kackmaschinen,
bestenfalls als Grillgut dienen.
No dogs, Achim

Lieber Achim,
ich bin selbst Hundehalter und mein Hund hat nicht dem ersten Jogger hinterher zu laufen! Vielmehr setzt er sich (auf Kommando) schön brav neben dem Weg ab und wartet bis der Jogger vorbei ist, um dann wieder ganz relaxt weiter zu spazieren - ohne dem Jogger nachzurennen, geschweige denn ihn anzuspringen, zu kneifen oder zu beißen. Leider sind wir in der Minderheit. Gut erzogene Hunde und Besitzer, die mit ihrem Hund umgehen können, findet man allzu selten.
Alain

Lieber Alain,
komm' doch mal zum Schlachtensee mit Deinem Fiffi. Und bring' das Kunststück den ganzen überspannten Gucci-Tanten bei.
Achim

Mann Achim, alter Naturliebhaber,
Hunde sind des Läufers beste Freunde! Bestehen auch bei schlechtem Wetter drauf, raus an die frische Luft zu wollen, grinsen Dich nach 11/10 der geplanten Laufstrecke frech an und fragen mit Ihren treuen braunen Augen: "Wat'n, dat wars? Ick dachte, jetzt geht's richtig los." Die Beschreibung trifft natürlich nur auf richtige, und nicht die verweichlichten Stadthunde zu. Mit denen kann man kurzen Prozess machen. Da hilft die Methode, die mir ein Australier gegen Haie verraten hat: Wenn Du im Wasser stehst und so ein großer Weißer kommt auf Dich zu - schau ihm fest in die Augen und wenn er ganz dicht ist, sage laut und deutlich: "Buh". Soll helfen, hab ich allerdings noch nicht selbst ausprobiert. Bei mir gibts genug Wald und Wege ohne Störenfriede (Walker, Hunde, Haie).
Frank, ein laufender Mitleider

Sehr geehrter Herr Achilles,
Gott trägt keine Schuld. Der beste Freund des Menschen ist vom Menschen gezüchtet. Und wie bei vielen Erfindungen des Menschen, trägt die Schöpfung des Menschen Eigenschaften: Statt eines selbstbewussten klugen Gefährten gab er dem Menschen ein verschlagenes, verfressenes, devotes und schlecht erzogenes Biest zur Seite. Tja, wie so mancher Homo Sapiens Sapiens.
Peter

Lieber Achim,
ich laufe in Berlin-Wedding mit den vielen, ach so lieben Kampfhunden. Und selbst der liebste Schoßhund, der alle anderen Läufer ignoriert, wird bei mir zum Berserker, wenn er meine Panik spürt. Danach geht es zumindest den Hunden besser. Vielleicht sollte ich Hundetherapeutin werden?
Birgit

Lieber Herr Achilles,
ich jogge für mein Leben gern und habe immer zwei von diesen Tölen, wie Sie es nennen, dabei. Wenn Sie wie ich eine Frau wären und sich teilweise ziemlich unwohl allein im Wald fühlen würden, wären Sie sicherlich froh, einen Hund dabei zu haben.
Mit freundlichen Grüßen, Andrea

Hallo Achilles,
leider gibt es Jogger, sorry - Läufer -, die es dem Hund samt Halter verübeln, wenn man den großen Sportler nicht schon von weitem von hinten heranschnaufen hört und sich schnellstmöglich in Luft auflöst, um den Hero nicht auszubremsen. Obwohl - so, wie du dich beschreibst, gehörst du sicher nicht zu dieser Kategorie. Ich nehme eher an, dass du dich durch ein leichtes Erdbeben ankündigst.
Schöne Grüße, Silke

Liebe Silke,
selbst meine indianischen Feinde nennen mich Großer-starker-eleganter-Held-dessen-Schritte-wie–kleine-Wolken-klingen.
Hugh! Achim