Achilles' Ferse Läuferdoping Schokolade
Liebe Achilles-Team,
ich bin den Hamburg-Marathon gelaufen. Die recht hohen Temperaturen waren für die Zuschauer wunderbar, für die Läufer aber nicht nur angenehm. Um nicht zu dehydrieren, habe ich vor dem Lauf etwa einen Liter Apfelschorle und während des Laufs vier Liter Wasser (sehr kalt) und einen Liter Powerade an den Versorgungsstationen getrunken, zudem drei Bananen gegessen. Ab Kilometer 27 war mir ziemlich übel, die Magenschmerzen begleiteten mich bis ins Ziel. Die Zeit war insgesamt ganz okay. Nach dem Lauf wog ich 1,5 Kilogramm mehr als vorher. Ich vermute: ein bisschen viel der Flüssigkeitsaufnahme? Was ist eure Empfehlung für die richtige Menge Getränke während des Marathons?
Für eure Antwort danke ich euch,
Hajo
Lieber Hajo,
"ein bisschen viel" ist schön ausgedrückt. Die Idee bei der Flüssigkeitsaufnahme ist, die Verluste zu ersetzen und die belastungsbedingte Austrocknung zu minimieren. Dafür reichen in der Regel 100 bis 200 Milliliter Flüssigkeit alle fünf Kilometer. Es ist nicht tragisch, wenn man am Ende des Rennens als Folge des Flüssigkeitsverlusts und des Energieverbrauchs ein bis zwei Kilogramm weniger wiegt. Sie haben zweifellos zu viel getrunken. Ein solches Bedürfnis leben Sie am besten
beim Marathon du Medoc entlang der besten Winzereien Frankreichs aus.
Besten Gruß,
Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Hajo,
schönen Namen, den du hast. Und Respekt dafür, dass du von den sechs Litern nicht die Hälfte einfach wieder ausgekotzt hast. Andere schrubben sich die letzten Gramm von der Haut, um ja leicht ins Rennen zu gehen und du lagerst wie ein Kamel die Kilos nur so ein. Respekt für freiwillig verschärfte Bedingungen,
Achim
Hallo Achim,
ich las neulich in einem Artikel, dass man während eines Marathons 40 Gramm Aminosäuren verliert. Nach allen Laufeinheiten, die länger als 90 Minuten sind, solle man zusätzlich zur Nahrung Aminosäuren aufnehmen. Es heißt in dem Artikel: "Eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten und Aminosäuren ist ein guter Schutz vor Verletzungen und Immundefekten und unterstützt zugleich die muskuläre und strukturelle Anpassung des Körpers an Training und Wettkampf." Zurzeit befinde ich mich in der Marathonvorbereitung und laufe demnächst meinen vierten Marathon (Ziel: unter vier Stunden). Wie verhält es sich während des Wettkampfes beziehungsweise in der Vorbereitung mit der Kompensation von Mineralien und Kohlenhydraten? Wie viel ist notwendig und sinnvoll, und was ist von einer zusätzlichen Aufnahme von Aminosäuren zu halten?Gruß, Hermann aus Recklinghausen
Lieber Hermann,
wenn Sie mehrere Aminosäuren aneinander ketten, dann entstehen Peptide. Mehrere Peptide aneinander gereiht bilden Eiweiße. Viele Eiweiße zusammen ergeben ein Steak. Ein argentinisches Steak mittlerer Größe beinhaltet etwa hundert Gramm Aminosäuren und schmeckt besser als die meisten Präparate. Wer sich ausreichend und vielfältig ernährt, benötigt keine Supplemente, keine Mineralien, keine zusätzlichen Kohlenhydrat-Gels und keine Ergänzungsmittel aus der Dose. Ich gestehe, dass ich in letzter Zeit einiges über positive Auswirkungen von Aminosäuren für die Regeneration gehört habe. Vielleicht ist ja was dran. Vitamine, Mineralien und Oligoelemente bringen jedenfalls nachweislich nur dem etwas, der sie verkauft.
Mit besten Grüßen,
Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Hermann,
nur: Wer kann sich schon direkt nach dem Training ein argentinisches Steak braten lassen? Da kommt ein Shake schneller ans Ziel und hilft Reserven aufzufüllen. Der Ball ist rund, und alles ist relativ.
Viele Grüße, Jens Karraß
Lieber Hermann,
wichtig ist die psychologische Komponente. Je teurer das Aminopräparat, desto stärker wirst du dich fühlen. Ist bei mir jedenfalls so. Mein Apotheker ist mein bester Freund. Und ein Steak legen wir einfach noch oben darauf, oder?
Gruß,
Achim
Liebe Sportfreunde,
als ambitionierter Triathlet futtere ich vor meinen langen oder härteren Trainingseinheiten gerne mal eine ganze Packung bissfester Schokolade (gerne auch die mit den Erdnüssen) und gehe danach ab wie Schmitz' Katze. Allerdings kann ich mir denken, dass das nicht unbedingt die optimale Sportnahrung ist, wobei ich sonst durchaus gesund und ausgewogen esse. Ist es sinnvoll, so weiter zu machen oder vielleicht sogar vor Wettkämpfen öfters mal eine Schoki zu verputzen? Der Wohlfühleffekt ist jedenfalls prima ...
Sonnige Grüße aus Köln, Christoph
Lieber Christoph,
Ihre Mama sagte Ihnen sicherlich "wenn du das Gemüse nicht isst, gibt es keinen Nachtisch". Es bleibt dabei.
Mit besten Grüßen,
Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Christoph,
wenn du ab und zu auch mal Gemüse isst, dann ist unser Doc zufrieden und wenn du mit deinem Gewicht zufrieden bist, kann so eine Kohlenhydratbombe schon gut beim intensiven Training helfen. In meinen besten Zeiten hatte ich das auch drauf: 20 Sekunden für eine Tafel. Und ab zum Training. Und da ging es immer ab!
Viel Spaß beim Genuss-Laufen,
Jens Karraß
Lieber Christoph,
Faris Al-Sultan, unser Ironman-Gewinner, wurde auf Hawaii vor und nach dem Wettkampf in fast allen Fast-Food-Läden der Insel gesehen. Besser schnell und gut gelaunt mit Schokolade, als mager und muffig ohne.
Mit einer Tafel weiß und crunchy in der Hand,
Achim