Achilles' Ferse Massenhaft Probleme
Hallo Achilles-Team,
etwas verwundert habe ich gelesen, dass eine Leserin bei einer Körpergröße von 1,65 Metern und einem Körpergewicht von 51 Kilogramm zwei Kilo abnehmen will. Ist sie mit ihrem jetzigen Verhältnis von Gewicht zu Größe nicht untergewichtig? Sollte man da nicht warnend darauf hinweisen, dass man es auch nicht übertreiben sollte?
Grüße, Ina
Liebe Ina,
das ideale Verhältnis zwischen Körpergröße und Körpergewicht wird anhand des Body-Mass-Index (BMI) errechnet. Dabei teilt man das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße. Als normal gelten Werte von 20 bis 25. Bei einem Körpergewicht von 51 Kilogramm ist der BMI der Leserin tatsächlich deutlich unter 20, so dass von einer weiteren Gewichtsabnahme abzuraten ist. Ein zu geringes Gewicht geht häufig mit hormonellen Störungen und Stoffwechselveränderungen einher, die eine optimale sportliche Leistung unmöglich machen. Und das Ziel des Trainings sollte kein unrealistisches Körperbild, sondern eine Optimierung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit sein.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Liebe Ina,
um das Thema "Läufer und ihre Gewichtsprobleme" werden wir uns alsbald in einem Spezial kümmern. Manche Sportsfreunde entwickeln da besorgniserregende Züge und Schönheitsideale.
Besten Gruß, Achim
Lieber Achim,
eigentlich hatte ich vor mehr als sechs Monaten mit dem Laufen angefangen, um fitter zu werden und ein wenig Gewicht (drei Kilogramm) zu verlieren. Man möchte meinen, dass das mit viermal Sport wöchentlich zu schaffen ist. Nur ist dem eben nicht so. Ganz im Gegenteil, ich habe drei Kilogramm zugenommen. Und finde es ätzend. Nicht, dass ich mehr esse. Ich bin ein gemäßigter Vegetarier. Ich will demnächst einen Halbmarathon mitlaufen und mein Training ist darauf ausgerichtet. Mir wurde gesagt, dass man Leistung und Gewichtsabnahme nun mal nicht kombinieren kann. Ich will mich mit dieser Erklärung aber nicht zufrieden geben und frag deshalb jetzt Dich, was ich um Gottes willen noch alles tun soll, um inzwischen sechs Kilogramm (wieder) loszuwerden. Meine Arme sehen langsam aus wie die eines russischen Gewichthebers.
Verzweifelt vor dem Spiegel, Ludwig
Hi Ludwig,
irgendwas stimmt da nicht. Wo hast Du denn diese Arme her? Nicht vom Laufen und nicht von Nicht-mehr-Essen. Komisch. Sei wie es sei, die sechs Kilogramm sollen weg. Also weitermachen. Viermal Laufen, aber bitte je 60 Minuten. Wenn Du ärztlich bestätigt keine Herz-Kreislauferkrankungen hast, dann laufe nicht zu langsam. Denke an Arbeit, Atmung leicht schnaufend. Du musst in der Stunde Kalorien verbrennen. Das klappt bei einem Puls von 155 besser als bei 120. Vergiss Fettverbrennungs-Geschichten, schwenke auf Kalorienverbrennungs-News ein. Hau sie weg, die gemäßigten Vegetarierärmchen.
Sport frei, Jens Karraß
Lieber Achim,
auch ich habe mich vor einigen Jahren entschieden, mit dem Laufen anzufangen, um überflüssige Pfunde loszuwerden. Seitdem jogge ich ab Umstellung Sommerzeit bis in den Oktober hinein dreimal, mitunter auch viermal wöchentlich 40 bis 45 Minuten, an den Wochenenden auch schon mal 55 Minuten durch die Landschaft. Ich stelle aber überhaupt keinen positiven Effekt auf der Waage fest - im Gegenteil. Was mache ich falsch? Muss ich schneller (zurzeit laufe ich vielleicht sechs Kilometer pro Stunde) und/oder länger laufen?
In erheblicher Missstimmung und Frustration, Carolin
Hi Carolin,
du bist bereit für richtiges Lauftraining. In der Woche einfach schneller laufen und am Wochenende mal etwas länger als bisher, fange mal mit 70 Minuten an. Trau Dich an höheres Tempo ran, denn nur da schaffst Du mehr Kalorien in der Stunde. Und die müssen ja weg.
Besten Gruß, Jens Karraß
Lieber Ludwig, liebe Carolin,
machen wir uns nicht vor. Beim Ab- und Zunehmen gilt nur eine Regel. Isst man mehr als die verbrauchten Kalorien, wird man dicker. Verbrennt man durch Bewegung mehr Kalorien als die, die man zu sich genommen hat, wird man dünner. Selbstverständlich kann man Leistung und Gewichtsabnahme kombinieren. Eine optimale sportliche Leistung ist jedoch bei Unterernährung nicht möglich. Deswegen muss man zu den Lebensmitteln greifen, die eine hohe Dichte an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Eiweiß und dabei sehr wenig Fett oder überflüssigen Zucker haben. Dadurch kann man ohne Schwierigkeiten den Hunger stillen, den täglichen Bedarf an Nährstoffen decken und gleichzeitig abnehmen. Einfaches Beispiel: 100 Gramm Müsli beinhalten deutlich mehr Nährstoffe und viel weniger Kalorien als 100 Gramm Obstkuchen. 100 Gramm gegrilltes Fleisch beinhaltet viel mehr Eisen und Eiweiß und enorm viel weniger Fett als eine Wurst.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Hallo, Ihr alle,
ich bereite den Bestseller "Grillend abnehmen" vor.
Gruß, Achim
Hallo Achim,
ich laufe seit Ende März und schaffe inzwischen zehn Kilometer. Mein Problem ist, dass ich sehr langsam laufen muss, da mein Puls ständig zwischen 165 und 180 ist. Wenn ich versuche schneller zu laufen, dann geht der Puls über 180, was ja nicht gut ist. Mein Gewicht liegt bei 79 Kilogramm und einer Größe von 1,63 Metern. Ist das Problem vielleicht mein Übergewicht?
Grüße, Elisabeth
Liebe Elisabeth,
ein Puls von über 180 pro Minute ist nicht unbedingt schädlich, es hängt davon ab, wie hoch Ihr Maximalpuls ist. Ein ideales Ausdauertraining findet bei einem Puls von etwa 80 Prozent der maximalen Werte statt. Wenn ihr Maximalpuls (wie bei vielen jungen Frauen) bei über 210 pro Minute liegt, ist ein Trainingspuls von 180 pro Minute unbedenklich. Aber Sie müssen nicht schneller laufen, um gute Trainingseffekte zu erreichen. Ein Trainingspuls von über 150 pro Minute ist bei den meisten Menschen völlig ausreichend, um die Kondition zu verbessern und das Gewicht zu reduzieren. Machen Sie einfach weiter.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Hi Elisabeth,
mit weiterem Lauftraining wird sich Dein Puls nach unten verbessern. Für den Moment teile zwei Deiner Läufe in Abschnitte von drei bis vier Minuten ein. Die kannst Du viel schneller laufen als eine Stunde am Stück. Dein Puls ist nach drei Minuten bei 188 und Du machst eine lockere Gehpause, bis Du wieder fit bist. Auf die Art trainierst Du schnelleres Tempo, aber überforderst Dich nicht. Das Resultat: Auch bei Deinem Stundenlauf wirst Du schneller werden.
Viel Spaß beim Ausprobieren, Jens Karraß