Achilles' Ferse Rauf mit den Pfunden
Lieber Achim, liebes Team,
ich lese aufmerksam Eure Tipps zur Trainingssteuerung in der Marathonvorbereitung. Auch ich möchte an einem Marathon teilnehmen, tue mich jedoch schwer, einen auf meine Bedürfnisse abgestimmten Plan zu entwerfen. Ich spiele aktiv Fußball, das bedeutet dienstags und donnerstags Training sowie sonntags ein Spiel. Diese Tage können somit definitiv nicht zum Lauftraining genutzt werden.
Weiterhin ist der Montag nur für lockere kürzere Läufe zu verwenden, da die Schmerzen und Wehwehchen nach dem sonntäglichen Fußballspiel nicht mehr zulassen. Auch der Samstag ist nur eingeschränkt nutzbar, da man sonntags zum Spiel frisch sein will. Bleiben also nur noch Mittwoch und Freitag, wobei ich je nach Verfassung an einem der beiden Tage einen langen Lauf mache und am anderen 10 - 15 Kilometer. Reicht dieses Programm als Vorbereitung auf einen Marathon aus?
Zögerlich, Sven
Hi Sven,
da Du sicherlich nicht der Torhüter bist und quasi jeden Tag in Bewegung bist, hast Du ganz bestimmt eine gute Verfassung. Um doch etwas sicherer in Richtung Marathon zu blicken, solltest Du es aber trotzdem mal sechs Wochen konzentrierter angehen und eine spielfreie Zeit nutzen, um auch die ganz langen Läufe zu proben. So wird das auch eine gute Erfahrung für Dich.
Viel Erfolg! Jens Karraß
Lieber Sven,
ein Fußballer, so er nicht gerade Beckenbauer heißt und stets laufen ließ, wetzt um die acht bis zwölf Kilometer pro Spiel. Im Training ist bestimmt noch die Hälfte drin. Das klingt gut, ist aber nicht zu vergleichen. Warum sonst sehen Fußballerbeine so viel anders aus als Läuferbeine? Insofern würde ich zur Vorsicht raten: Probiere doch erstmal einen Halbmarathon.
Im Zweifel lieber kürzer war schon immer meine Läufermaxime.
Achim
Hallo Achim,
ich laufe schon einige Jahre, 30 bis 50 Kilometer pro Woche. In diesem Jahr habe ich meinen ersten 2/3-Marathon in 2:52 Stunden absolviert. Zur Sache: Ich bin 44 Jahre alt, 1,80 Meter groß und wiege 68 Kilogramm. Ich wog nie mehr als 72 kg. Allerdings scheint mir jetzt mein Gewicht ziemlich niedrig zu sein. Wie kann ich vernünftig zunehmen? Ich leide, Gott sei Dank, nicht unter Essstörungen o.Ä. Ganz im Gegenteil, ich esse ausgesprochen gern, allerdings klein aber fein. Wenn ich meine Kost mit den Empfehlungen für die Freizeit-Läufer vergleiche, gibt es kaum Unterschiede bis auf, meinerseits, zu viel Fleisch und Wein. Alle reden vom Abnehmen, leider kann ich nichts Adäquates über kontrolliertes Zunehmen finden.
Danke für die Hilfe, Jarek
Lieber Jarek,
außer aus ästhetischen Gründen besteht bei Ihnen keinen Grund für eine Gewichtszunahme. Die Normalwerte des Body-Mass-Index (Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße) liegen zwischen 20 und 25. Mit Ihrer Körpergröße und Ihrem Gewicht haben sie einen Body-Mass-Index von 21, also völlig im grünen Bereich. Sie sind schlank, aber überhaupt nicht krank. Zuzuspecken ist in Ihrem Fall deswegen nicht ratsam. Wenn Sie unbedingt einen dickeren Schatten werfen möchten, sollten Sie das eher durch ein Krafttraining als durch zusätzliches Essen versuchen. Dadurch wird Ihre Muskelmasse und nicht Ihr Körperfett zunehmen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Lieber Jarek,
Dein Problem möchte ich auch mal haben. Also: Meine besten Power-Fatting-Resultate erziele ich mit viel Hefeweizen, fettem Grillfleisch, Dickmanns, Gratins und vierwöchiger Laufabstinenz. Bringt locker fünf Kilo. Vielleicht haben ja Leser noch bessere Rezepte.
Ranzenkratzend, Achim
Hallo Achim,
ich gehe immer früh direkt nach dem Aufstehen (im Sommer 6.30 Uhr) joggen. Da ich vor dem Joggen nichts essen kann, habe ich mir angewöhnt, ein Glas Wasser mit etwas Traubenzucker zu trinken. Ich bilde mir ein, mit dem Traubenzucker den Kreislauf besser in Schwung zu bringen. Ist er notwendig, um die benötigte Energie so früh am Morgen bereitzustellen oder eher ein Dickmacher?
Danke, Heiko
Lieber Heiko,
der Traubenzucker bringt nicht den Kreislauf besser in Schwung, aber kommt sehr schnell in die Blutbahn und kann die Energiebereitstellung beschleunigen. Es gibt in der Tat Untersuchungen, die belegen, dass die Aufnahme einer süßen Flüssigkeit unmittelbar vor dem Training zu einer niedrigeren Produktion von Stresshormonen führen. Durch die höhere Konzentration von Traubenzucker im Blut bleiben auch die Reserven eine längere Zeit erhalten, so dass die Belastung insgesamt niedriger wird. Aber selbstverständlich muss man die zusätzlichen Kalorien den täglichen Einnahmen anrechnen und darauf achten, wenn man eine Diät zur Gewichtsabnahme durchführt.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Lieber Heiko,
wenn Du läufst, fallen die paar Krümel Zucker wohl kaum ins Gewicht. Jetzt mal keine Model-Panik bitte.
Streng, Achim