Achilles' Ferse Schmeißt eure Waagen weg!
Hallo Achim,
ich bin 50 Jahre alt und habe sieben Kilogramm in sieben Wochen abgenommen. Hauptsächlich durch viel Gemüse und Obst, abends keine Kohlehydrate. Auf der Waage zeigt der Fettanteil aber nach wie vor 32 Prozent an, wie vor dem Abnehmen. Meine Maße: 190 Zentimeter, Wasseranteil 52 Prozent, 112 Kilogramm, Hosengröße 54/56. Soll ich die Waage ganz weg lassen? Sind da Vorgänge im Körper, die sich schlecht erklären lassen?
Grüße, Wolfgang
Lieber Wolfgang,
es gibt verschiedene Methoden, um das Körperfett zu bestimmen. Bis auf das Wiegen im Wasser, das nur in einem spezialisierten Labor durchgeführt werden kann, zeigen alle anderen Methoden gewaltige Abweichungen und sind wenig zuverlässig. Machen Sie sich deswegen keine großen Gedanken über die Fettmasse, solange Ihr Gewicht durch körperliche Aktivität und Diät so deutlich wie in den vergangenen sieben Wochen herunterpurzelt, ist alles in Ordnung.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Wolfgang,
tolles Ergebnis bis hierher. Nun lass etwas Geduld walten und schaue nicht auf den Fettanteil. Die Messungen dieser Waagen sind nicht sehr genau. Zum Ernährungsprogramm solltest du nun ein Bewegungsprogramm dazu nehmen und weiter aktiv werden. Viel Erfolg bis zur 100-Kilogramm-Marke wünsche ich dir.
Herzliche Grüße, Jens Karraß
Lieber Wolfgang,
das Gute an der Lauferei ist es, dass man ein recht zuverlässiges Körpergefühl bekommt. Falls dir die beiden Gürtel, die du im Dauerbetrieb hast, nicht exakt dein Gewicht anzeigen, spürst du es an der Laufhose oder spätestens an deinem Wohlbefinden. Ich habe die Waage vor zwei Jahren weggeworfen und bin sehr glücklich seitdem. Ich weiß zwar nicht genau, was ich wiege, aber es ist mir auch egal, solange ich mich halbwegs wohl fühle. Zu schnell zuviel abnehmen, bedeutet übrigens fast immer auch eine ziemliche Einbuße an Kraft.
Dicken Gruß, Achim
Liebe Laufgemeinde,
Achim wiegt zu viel.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Liebe Laufgemeinde,
der Doc konkurriert mit Paris Hilton um die schmalste Taille.
Dicken Gruß, Achim
Hi Achim,
zum Thema Knie möchte ich auch meine Krankenchronik beitragen. Bis Mai 2006 bin ich (41) regelmäßig gelaufen (zehn Kilometer bis Marathon). Dann wurde ich zum sechsten Mal am rechten Knie operiert. Ich habe nur noch minimale Meniskus-Fragmente, die zweite Kreuzbandprothese und einen Knorpelschaden vierten Grades. Eigentlich soll ich ja nicht mehr laufen, aber nach einem Jahr Pause juckt's jetzt doch wieder. Ich möchte wieder losrennen. Die ersten Versuche waren ermutigend: keine Schmerzen, einen freien Kopf und drei überholte Walker. Kann ich meine Läuferkarriere wieder in Angriff nehmen? Oder ist die Gefahr zu groß, dass ich mir
mein Knie endgültig ruiniere? Kann man eigentlich mit einem künstlichen Kniegelenk rennen?
Grüße, Peter
Lieber Peter,
die Gefahr, dass Sie Ihr Knie ruinieren, ist bei einer zu ehrgeizigen und unvernünftigen Trainingsgestaltung sicherlich vorhanden. Es gibt jedoch keinen Beleg, dass regelmäßige körperliche Aktivität den Gelenken schadet. Aber dies bedeutet nicht, dass man den Gelenken alles mögliche und ohne Rücksicht antun darf. Wenn Sie zum Beispiel jedes Wochenende einen Marathon auf einer asphaltierten Strecke barfuß absolvieren, können Sie mit erheblichen Beschwerden in absehbarer Zeit rechnen. Wenn Sie jedoch alles richtig gestalten (geeignete Laufschuhe, angemessenes Trainingspensum, vernünftige Laufwege und begleitende Gymnastik), hält sich das Risiko in Grenzen. Überlegen Sie deswegen, wie Ihr Training in den kommenden Wochen und Monaten aussehen sollte und denken Sie nicht sofort an einen Gelenkersatz.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Achim,
ich bin 40, leicht übergewichtig (Body-Mass-Index 29) und möchte wieder das Laufen beginnen. Neben dem Fitness-Zuwachs würde ich auch gern den positiven Effekt des Laufens auf den Stoffwechsel nutzen, da ich Diabetiker bin. Kann ich täglich laufen? Sind negative Auswirkungen auf die Kniegelenke zu befürchten? Gibt es ein besonderes Laufprogramm, das du empfehlen könntest?
Eine kurze Nachricht wäre sehr nett, Klaus
Hallo Klaus,
ich gratuliere dir, du bist auf dem richtigen Weg. Gerade für deinen Stoffwechsel wird sich das Laufen positiv auswirken. Klar, kannst du jeden Tag laufen, nur wird das tägliche Training etwas geringer ausfallen, als wenn du planmäßige Ruhetage mit in deinem Wochenpensum hättest. Damit du gesund bleibst, deine Knie keinen Schaden nehmen, solltest du zu Beginn deiner Laufkarriere nur kürzere Laufeinheiten absolvieren, dafür dann jeden Tag. Ein spezielles Laufprogramm kann ich dir nicht von der Stange bieten, denn individuelles Training erfordert individuelle Angaben deinerseits. So wie du dich von Woche zu Woche entwickelst (Fitness, Knie, Fragen oder Wissensdurst), so entwickelt sich nur eine individuelle Betreuung mit. Halte in deiner Stadt nach Trainern Ausschau oder probiere
mein Online-Coaching aus .
Viele Grüße, Jens Karraß
Lieber Klaus,
wie Sie wissen, liegt dem Diabetes mellitus ein Mangel an Insulin zu Grunde. Dieses Hormon bewirkt eine Aufnahme von Zucker durch die Körperzellen. Bei körperlicher Aktivität kann die Muskulatur Zucker aus dem Blut auch ohne Insulin aufnehmen. Durch regelmäßige körperliche Aktivität kann man die negativen Auswirkungen des Diabetes auf die Gefäße deutlich verringern. Sie müssen aber bedenken, dass körperliche Belastungen zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels führen und deswegen ist eine engmaschige Kontrolle der Blutzuckerwerte erforderlich, wenn Sie ein Trainingsprogramm starten. Besprechen Sie deswegen mit Ihrem Arzt Ihre Absichten, damit er ein für Sie geeigneten Behandlungsplan erstellen kann.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Achim,
für alle hitzegeplagten Läufer habe ich einen kleinen Tipp aus meinem, im Trainingsalltag hart erprobten,
kleinen Trickkistchen. Die Hitze ist lästig, vor allem dann, wenn man sich die Trainingszeit nicht aussuchen kann. Und dann soll man auch noch Trinkgut für unterwegs gegen die Dehydrierung mitnehmen! Ich lege meine Laufstrecken so, dass ich etwa alle fünf Kilometer an einem Friedhof vorbeikomme, wo ich zwischen Gießkannen und schattigen Bäumen an der Wasserstelle meinen Durst löschen kann. Eine Leichenhalle hat mir sogar mal das Leben gerettet: Dort konnte ich mich während eines Gewitters unterstellen, während ein paar Meter vor mir der Blitz eingeschlagen ist.
Bis bald, Ihr Manfred Meniskus
Lieber Manfred,
das ist aber mal ein origineller Künstlername. Wir hatten auch schon Sigi Sehne, Paris Feile, Kurt Knie, Knut Knöchel, Thorsten Trinkflasche und Elke Elektrolyt. Für weitere Ideen immer aufgeschlossen.
Grüße, Tim Turnschuh