Achilles' Ferse Schmerzfreier Sport
Liebes Beratungsteam,
nachdem ich (44, 1,86 Meter, 72 Kilogramm) seit über sieben Jahren regelmäßig laufe (Marathon 3:30 Stunden) und Triathlon bis Mitteldistanz ohne Verletzungen betreibe, wurde bei mir Anfang Oktober eine Schleimbeutelentzündung vor dem Achillessehnenansatz am rechten Fuß diagnostiziert. Nach Cortisonspritze, dem Schmerzmittel Diclofenac, Ultraschall, Wobenzym (gegen Entzündungen) und Laufpause war ich beschwerdefrei und fing langsam wieder an. Ich steigerte die Umfänge bis 25 Kilometer, alles ohne Beschwerden.
Düsseldorfer Marathon-Sieger Bellor: Gesund und munter
Foto: DPA
Nach dem ersten Intervalltraining mit Tempoläufen jedoch waren die Schmerzen sofort wieder da. War das beschwerdefreie Laufen nur eine Illusion aufgrund des Cortisons? Wie ich mir habe sagen lassen, besteht bei einer erneuten Cortisonspritze Gefahr für die Achillessehne, aber eine dauerhafte Diclofenac-Einnahme kann doch auch nicht das Wahre sein, zumal die Beschwerden nur gedämpft werden, aber trotzdem weiter bestehen. Kann eine Operation notwendig werden? Meinen Start beim Barcelona-Marathon habe ich bereits abgesagt, aber beim Challenge-France-Triathlon am 25. Mai möchte ich auf jeden Fall
starten . Besteht dazu noch Hoffnung, und was kann ich tun?
Vielen Dank für Eure Bemühungen, Karsten
Lieber Karsten,
die Behandlung hatte die Schwellung gelindert und damit waren die Schmerzen weg. Aber die Wiederaufnahme des intensiven Trainings führte erneut zu Überbelastung und Schmerzen. Eine Cortisonspritze in den Schleimbeutel ist unbedenklich, eine Spritze direkt in die Sehne kann jedoch tatsächlich zu einer Ruptur (Zerreißung) führen und ist deswegen nicht ratsam. Wenn die Beschwerden trotz einer konsequenten konservativen Behandlung immer noch bestehen und ein vernünftiges Training unmöglich machen, kann der Schleimbeutel operativ entfernt werden. Dies sollte aber immer die letzte Lösung sein, denn nach der Operation müssen Sie mit einer mehrwöchigen Pause rechnen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Ihr Laufexperten,
ich habe seit einem Zehn-Kilometer-Waldlauf große Probleme mit der rechten Achilles-Sehne. Ich bin 47 Jahre, 1,84 Meter groß und 80 Kilogramm schwer, laufe dreimal in der Woche, maximal 50 Kilometer. Im Mai ist der Rennsteiglauf (lange Strecke)
geplant . Dafür wollte ich jetzt mit Intervalltraining beginnen, um schneller zu werden. Wie lange muss ich pausieren? Was kann ich zur Heilung beitragen? Kann ich Rad fahren?
Mit Schmerzen, Steffen
Lieber Steffen,
solange Sie wirklich "große Probleme" haben, ist das Laufen untersagt. Bei einer akuten Verletzung empfehlen wir immer das PECH-Prinzip (Pause, Eis, Kompression und Hochlagern), das auf diesen Seiten bereits mehrmals
besprochen wurde. Die Heilung kann man leider nicht beschleunigen, man kann sie aber durch falsche, zu schnelle oder intensive Belastungen erheblich hemmen. Radfahren und andere Sportarten sind möglich, wenn Sie dabei keine Schmerzen haben.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Liebe Achillessehnen-Geplagte,
die Zeit einer Verletzung ist für den Läufer immer eine sehr harte Probe. Laune läuft nach fünf Tagen gegen Null. Jeder Schritt wird argwöhnisch beobachtet: Tut's noch weh? Oder kann ich den nächsten Laufversuch starten? Besonders schlimm ist es, wenn mehrere Wochen Laufpause eine vermeintliche Genesung brachten, dann aber nach einer Woche normalen Trainings genau die Schmerzen der Ausgangssituation wieder da sind. Frustration, Angst und verlorenes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten treten auf. Geliebte Ziele rücken immer weiter in die Ferne. Es gibt nur eine Lösung: So schnell wie möglich auf Radfahren oder Schwimmen umsteigen. Sofort den Umfang und die Dauer des Laufpensums in den Ausdauersport packen, der ohne Schmerzen möglich ist. Dazu möchte ich alle motivieren, die momentan nicht laufen können. Mit Radfahren kann nicht nur die Form gehalten, sondern in bestimmten Bedingungen sogar ausgebaut werden. Nehmt die Laufpause als schwere Prüfung, aber bewegt euch. Ich habe als 17-Jähriger den gesamten Winter nur Radfahren können, auf einem Ergometer morgens zwei Stunden und nachmittags mindestens eine Stunde. Ich war damals nationale Spitze der DDR (1987) und gewann mit großem Vorsprung die Crossmeisterschaften über acht Kilometer im Tiefschnee von Erfurt. Davor hatte ich nur zwei Laufversuche, um zu testen, ob die Verletzung ausgeheilt sei - es hat funktioniert. Also Frust weg und rein in den Sport, der geht.
Viele Grüße, Jens Karraß
Wow,
welch eine Ansprache: Unser Klemmbrett sollte Trainer werden.
Vom Rad, Achim
Hallo Jungs,
ich (32, 185 Zentimeter, 87 Kilogramm) laufe seit zwei Jahren zwei Mal wöchentlich je zehn bis zwölf Kilometer und bekomme die Zehn-Kilometer-Volksläufe in 45 bis 47 Minuten hin. Seit Anfang Dezember plagt mich ein seltsames Problem: Fast bei jedem Lauf, egal wie schnell oder langsam ich loslege, habe ich nach ein paar hundert Metern ein fieses dauerhaftes Stechen in der linken Brust. Nach drei bis vier Kilometern ist es meistens weg. Was kann das sein? Die Kälte? Beginnende Fettleibigkeit (hatte vorher wochenlang erkältungsbedingt viel mehr gegessen als ich gelaufen bin)? Oder sollte sich ein Arzt die Herzgegend vornehmen? Krank fühle ich mich jedenfalls nicht; bin außerdem weder Raucher noch übermäßiger Alkoholgenießer.
Hinfällig, Sven
Lieber Sven,
Schmerzen in der linken Brusthälfte sind immer ernst zu nehmen. Sehr häufig sind sie auf eine banale Ursache wie zum Beispiel Muskelverspannung, Magenverstimmung oder, wie Sie sagen, die Kälte zurückzuführen. Manchmal sind sie jedoch ein Hinweis auf eine Herzdurchblutungsstörung, die durch eine entsprechende Untersuchung festgestellt werden kann. Da Sie jung und gut trainiert sind und keine Risikofaktoren wie Nikotinabhängigkeit oder Blutzuckerkrankheit haben, ist eine Herzkrankheit unwahrscheinlich. Auch die Beschwerden sind dafür atypisch. Aber eine Abklärung kann nur durch eine direkte Untersuchung stattfinden.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Sven,
manche Läufer futtern und trinken vor jedem Lauf noch einmal besondere Mengen für den Fall, unterwegs den plötzlichen Hungertod zu sterben. Das macht sich bisweilen auch als Seitenstechen bemerkbar.
Gruß vom Speicherplatz, Achim