Achilles' Ferse: Schöne Grüße an die Ausnahmewalker - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Schöne Grüße an die Ausnahmewalker

Das hat Achim nun davon: Seine ständigen Hasstiraden gegen Walker haben die Laufbewegung gespalten. Immer mehr Athleten solidarisieren sich mit den Stock-Jüngern. Aber unser Wunderläufer hat genügend Rückhalt in der Gemeinde. Wie lange noch?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,
neulich habe ich ihn gesehen, den absoluten Power-Walker. Im Tiergarten. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich ihn (laufend) ganz überholt hatte. Er war verschwitzt, hatte keine Stöcker dabei, dafür diesen enthusiastischen Ausdruck im Gesicht. Ich bin ihm dann in der nächsten Stunde noch zweimal begegnet. Von hier aus also einen Gruß an den Ausnahmewalker!
Weiter so, Eva

Lieber Herr Achilles,
glauben die oberschlauen Herren Läufer, dass es immer ein ästhetischer Genuss ist, ihnen beim Laufen zuzusehen, das oft genug mehr einem Schlurfen, Herumgeeiere, Übergewicht-über-den-Asphalt-Schleppen ähnelt? Auch den meisten Läufern müsste man verbieten, in der Öffentlichkeit und bei Tageslicht zu laufen, um die Augen der unbeteiligten Passanten zu schonen. Wenn schon Sportler keine Toleranz mehr aufbringen, braucht man sich nicht zu wundern, dass so vieles im alltäglichen Leben schief läuft, etwa im Straßenverkehr.
Mit freundlichen Grüßen, Claudia

Guten Tag,
die Arroganz der Beiträge dieser Marathoner ist kaum mehr zu übertreffen. Wenn diese nach einigen Jahren mit morschen Knochen, demolierten Menisken und Sehnen sich überhaupt noch bewegen können, werden die fetten Walker fröhlich schnatternd an ihnen vorüberziehen.
Herr W.

Lieber Achim,
Ihre Walker-Artikel sprechen mir voll aus dem Herzen. Schon lange muss man sich über einige sogenannte Sportarten wundern, denn wir Deutschen waren doch immer dafür in der Welt bekannt, dass wir gerne laufen. Weshalb dann auf einmal Walking? Davon mal abgesehen, sieht es ja auch ziemlich lächerlich aus.
Kurt

Lieber Kurt,
wir Deutschen waren schon für alles Mögliche in der Welt bekannt, aber noch nie für die peinlichste aller Fortbewegungsarten.
Besten Gruß, Ihr Achilles

Lieber Achim,
wir haben im Büro eine Nordic-Walking-Chief-Instruction-Tante. Ihr Argument, es bringe etwas für den Oberkörper, habe ich mit meinen 20 Jahre alten Laufhanteln ("Heavy Hands") gekontert, mit denen ich bisher gelaufen bin. Ich nenne das jetzt Silent Running.
Martin

Lieber Martin,
schreiben Sie ein Buch über Silent Running, streichen Sie Ihre Gewichte poppig an, verkaufen Sie diese für mindestens 100 Euro, suchen Sie sich einen halbwegs frischen Promi für die Reklame und schon sind Sie Millionär.
Ihre Vermögensberatung Achilles

Hallo Achim,
in deinen Beiträgen zu den Walkern machst du einen Denkfehler: Du bewertest die Walker als Sportler. Das mag im Ausnahmefall auch mal so sein (schließlich gibt es auch rauchende Sportler). Aber allein die Tatsache, dass es sich überwiegend um Damen handelt, sollte dir zu denken geben. In Wirklichkeit wird ein ganz anderes weibliches Grundbedürfnis ungehemmt ausgelebt: das Dauerreden. Und dies ist auch die historische Mission der Nordic Talker. Wo sonst kann die holde Weiblichkeit ihr unbegrenztes Mitteilungsbedürfnis ausleben, ohne mitleidige bis vorwurfsvolle Kommentare zu ernten? In der Natur ausgeübt, wird das Ganze plötzlich sogar gesellschaftlich anerkannt. Sehen wir es positiv: Die Alternative wäre nicht Laufen, sondern unbegrenztes Belegen des Telefons.
Grüße eines Geschädigten aus Bremen

Lieber Bremer,
wir warten auf die erste CD von Modern Walking.
Gruß, Achim

Hi Achim,
ich suche nach einem Geheimrezept gegen die gefürchtete Vierer-Walker-Kette, die jeden Weg blockiert. Wahrscheinlich muss man einfach umdrehen.
Marc

Lieber Marc,
ganz einfach: Entweder du rufst "Da vorne ist die Zeitnahme" oder "Nächster Imbiss erst in zwölf Kilometern". In beiden Fällen werden sie aufgeregt schnatternd fliehen.
Gruß, Achim

Hallo Achim,
ich laufe jetzt seit circa eineinhalb Jahren und bereite mich zur Zeit auf den Berlin-Marathon vor. Eigentlich läuft alles sehr gut, nur leider stellt sich bei mir regelmäßig während des Laufens, so nach rund einer Stunde, eine schmerzhafte Verspannung der Nackenmuskulatur ein, für die ich und auch meine Krankengymnastin keine Erklärung haben. Liegt es am Laufstil, insbesondere an den Armbewegungen während des Laufens? Ich würde nicht sagen, dass ich mit den Armen übermäßig hin und her schwinge. Habt Ihr eine Erklärung?
Beste Grüße, Frank

Lieber Frank,
eine Muskelverspannung während des Laufens ist häufig auf eine falsche Haltung oder auf Dysbalancen zwischen den verschiedenen Muskelgruppen zurückzuführen. Deswegen betonen wir auf diesen Seiten immer die Bedeutung eines Kraft- und Dehnungstrainings zum Ausgleich. Nach einer Stunde ist man übermäßig müde. Dadurch wird der Laufstil nicht mehr sauber, es können Beschwerden auftreten. Ihre Krankengymnastin sollte sich deswegen auf ein mögliches Ungleichgewicht zwischen den Muskelgruppen konzentrieren. Wenn sie nichts findet, lassen Sie Ihren Laufstil von einem versierten Läufer evaluieren. Noch besser ist es, wenn Sie es in einem Laufladen auf dem Laufband tun. Ich bin kein Freund der computer-gestützten Laufstilanalyse, in die für mein Gefühl meistens zu viel hineininterpretiert wird. Aber das geschulte Auge erkennt beim Laufen häufig Probleme, die nicht allzu schwer zu korrigieren sind.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. F. Dimeo