Achilles' Ferse: Verdrehte Antworten befürchtet - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Verdrehte Antworten befürchtet

Sei ehrlich zu dir selbst: Gelegentlich kennen die Fragenden die Antworten auf ihr Begehr ganz genau - behaupten Achim und Co. Zudem halten sie kurze Tempoläufe im Training bis kurz vor einen Marathon für den Bringer und sind manchmal in einer rechtlichen Zwangslage.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lieber Achilles und Team,
ich (1,68 Meter, 62 Kilogramm) bin Laufanfängerin, laufe seit circa einem Dreivierteljahr, drei- bis viermal pro Woche. Im Februar wurde ich von einem Auto angefahren, zum Glück ist nur das hintere Kreuzband angerissen. Seit drei Wochen laufe ich auch wieder, in Absprache mit meinem Arzt, habe allerdings seit letzter Woche Schmerzen in meinem rechten Knie. Ich habe zu schnell von 20 auf 40 Minuten gesteigert und auch zu wenig Zeit (und Motivation), meine Reha-Übungen pflichtbewusst zu absolvieren.

Frankfurt-Marathon 2008: Kurze Tempoläufe als Vorbereitung

Frankfurt-Marathon 2008: Kurze Tempoläufe als Vorbereitung

Foto: AP

Zu allem Überfluss habe ich schon immer mit schwachen Knien zu kämpfen gehabt, bin Linksfüßerin. Habe ich einfach nur übertrieben und die Notwendigkeit der Kontinuität der Übungen unterschätzt? Oder muss ich mir ernsthaft Sorgen machen und mich eventuell auf eine Operation (die der Arzt hier in Neuseeland in keinster Weise als notwendig ansieht) vorbereiten?
Grüße vom anderen Ende der Welt, Anke aus Neuseeland

Liebe Anke,
Sie schreiben selber, dass Sie das Trainingspensum zu schnell gesteigert haben und fragen mich, ob Sie übertrieben haben. Sie schreiben, dass Sie Ihre Rehabilitation nach dem Unfall nicht pflichtbewusst absolvieren. Sie überlegen, ob Sie sich auf eine Operation einstellen müssen, von der Ihr Arzt abrät. Ich befürchte, dass Sie jedwede Antwort von mir verdrehen werden, um genau das zu machen, was Sie möchten. Und ich vermute auch, dass Sie die Antworten auf Ihre Fragen sehr genau kennen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Wow Anke,
unser Doc haut voll auf die richtige Stelle.
Jens Karraß

Jawoll,
ich hau' mit. Anke ist viel schlauer als sie tut. Sie will's nur nicht wahrhaben.
Gruß an Frank und die Bengel, Kiwi-Fan Achim

Hallo liebes Team,
ich (31) laufe seit zehn Jahren, habe acht Marathons hinter mich gebracht, immer getrieben von dem Ziel, endlich die vier Stunden zu knacken. Einmal habe ich diese Erlösung um 13 Sekunden verpasst. Ansonsten lag ich immer zwischen 4:10 und 4:20 Stunden. Beim letzten Marathon bekam ich ab Kilometer 19 harte Beine, extrem schlechte Laune und von einem netten Schweizer den Tipp: "Du musst deine Einstellung ändern." Ich ahne, dass das allein nicht reicht und habe seit Anfang Juni einmal pro Woche Tempoläufe (sechsmal 1000 Meter) in meinen Trainingsplan aufgenommen. Dazu meine Frage: Wie lange zieht man dieses Tempotraining durch, bis kurz vorm Marathon?
Viele Grüße, Wibke

Hallo Wibke,
die Antwort kommt erst nach deinem Berlin-Marathon. Du hast es geschafft: 3:57:06 Stunden! Jetzt mache bitte keinen Winterschlaf, sondern lege nach zwei Wochen Regeneration langsam wieder los. Gratuliere zur guten Zeit. Kleine Tempoläufe sind eben wirklich der Bringer. Wir machen die bis in die Woche des Marathons, dort etwas ruhiger und weniger, aber direkt bis ran.
Weiter so, JK Running!

Liebe Wibke,
leider wahr. Die Wunderpläne gibt es jetzt auch bei achim-achilles.de .
Gruß, Achim

Moin Achim,
nachdem ich in den letzten zwei Jahren immer wieder von Nebenhöhlenentzündungen mit schweren Verläufen aus dem Training gehauen wurde, habe ich das Ganze eingehender untersuchen lassen. Ergebnis: In der rechten Kieferhöhle sitzt eine Zyste, die operativ entfernt werden muss. Gleichzeitig wird die Nasenscheidewand korrigiert. Diesem Eingriff werde ich mich am Monatsende unterziehen. Wie lange werde ich danach mit dem Training (Laufen, Radsport, Fitness) aussetzen müssen?
Beste Grüße aus Oldenburg, Henning

Lieber Henning,
die meisten Patienten können das Training etwa zwei bis drei Wochen nach der Operation wieder aufnehmen. Am besten aber klären Sie bitte den Punkt mit Ihrem Arzt.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim Achilles,
ich bin 41 Jahre alt und hatte vor zwölf Jahren eine Meniskus-Operation nach einem Sportunfall beim Badminton. Dabei wurden wohl gut zwei Drittel vom Innenmeniskus entfernt. Seither hatte ich keine Probleme mehr. Nun fühlt sich mein Knie seit zwei Wochen dick an (keine Schmerzen), und ich frage mich, ob das nur eine vorübergehende Erscheinung ist oder eine neuerliche Abnutzung. Joggen geht nicht mehr, obwohl das Knie voll bewegungsfähig ist. Beim Fahrradfahren blockiert es gelegentlich, wenn ich es vorsichtig durchstrecke, ist jedoch alles wieder okay. Sollte ich einen Arzt aufsuchen, oder geht es von alleine weg?
Beste Grüße, Torsten

Lieber Torsten,
sobald jemand die Frage stellt, ob er den Arzt aufsuchen soll, bleibt mir schon aus rechtlichen Gründen nichts anders übrig, als dringend dazu zu raten. Wenn es von alleine weggeht, haben Sie mit einem Arztbesuch nichts verpasst. Wenn es von alleine nicht weggehen sollte, haben Sie wertvolle Zeit gewonnen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

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