Achilles' Ferse Verstopfung am Straßenrand
Hallo Achim,
ich, 55, bin eine langsame Läuferin (neun bis zehn Minuten pro Kilometer), schaffe auch mal zehn Kilometer bei einem Puls zwischen 140 und 150. Um meine Geschwindigkeit zu steigern, mache ich Intervalltraining, zehn Minuten Einlaufen, zehn bis 20 Sekunden Tempo, dann Gehen, bis der Puls wieder unter 130 ist. Mein Problem: Nach so einem Training habe ich in den folgenden Tagen Wassereinlagerungen, hauptsächlich in den Beinen. Internistisch liegt bei mir kein Problem vor, aber mir konnte auch noch niemand sagen, warum das so ist und ob ich etwas falsch mache. Was meint Ihr?
Danke, Margitta
Liebe Margitta,
Wassereinlagerungen in den Beinen können durch verschiedene Probleme des Herzens, der Nieren oder der Leber entstehen. Auch Medikamente zur Behandlung des Blutdrucks können die Beschwerden verursachen. Zuletzt kann eine Rückflussstörung zum Beispiel durch eine Veränderung oder Kompression der Venen oder der Lymphgefäße zu einer Wasseransammlung führen. Wenn man all diese Ursachen ausgeschlossen hat, bin ich genau so ratlos wie Ihr Arzt.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Achim Achilles,
ich bin ein alter Marathoni. Meinen ersten Marathon lief ich 1986 in Hamburg. Damals war ich knackige 35 Jahre alt, blieb deutlich unter fünf Stunden. Hatte ich erwähnt, dass dies mein einziger Marathonlauf war und mich seitdem nur noch frühlingshafte Temperaturen zum Joggen verleiten können? Nun will ich es mir (und Inga) noch einmal beweisen und im kommenden Jahr in Hamburg an den Start gehen. Das Training habe ich schon aufgenommen. Ich laufe viermal in der Woche: Einmal 15 Kilometer, einmal acht Kilometer, die ich so dahin trotte, dieselbe Strecke einmal recht intensiv, und einmal pro Woche lasse ich mich auf der Bahn bei den Athleten sehen und beeindrucke durch ein hartes Intervalltraining. Ergänzend gehe ich zum Yoga und Shiatsu (damit bediene ich meine weibliche Seite) und lasse mich von meiner Freundin zum Workout zwingen. Dieses Programm möchte ich, nur unterbrochen von zwei Urlaubstrips, bis zum kommenden Jahr beibehalten. Im Winterhalbjahr sollen dann noch die langen Läufe eingestreut werden. Ist das Programm sinnvoll?
Das fragt ein an sich zweifelnder Wolfgang
Lieber Wolfgang,
bis zum Januar reicht das vollkommen aus. Ab dann einfach auch 20-Kilometer-Läufe dazunehmen. Bitte auch zweimal 30 Kilometer circa vier bis drei Wochen vor dem Marathon laufen. In deinem jetzigen Trainingsansatz kann ich dich nur ermutigen, das ist ausgewogen und der richtige Weg. Ab und zu kannst du aber auch mal eine Einheit ausfallen lassen. Erst ab Januar solltest du dann richtig diszipliniert weitermachen. Dir viel Spaß, und ich bin mir sicher, dass du unter fünf Stunden bleiben kannst.
Viele Grüße, Jens Karraß
Lieber Wolfgang,
dir gilt mein ganzer Neid. Toll, wofür du alles Zeit hast.
Gruß, Achim
Warum laufen Läufer links? Und warum auch Freizeitathleten zuweilen in Versuchung gebracht werden.
Sehr geehrter Herr Achilles,
warum laufen immer mehr Läufer links statt rechts auf den Wegen - diese Frage beschäftigt mich seit einiger Zeit. Natürlich ist mir schon klar, dass es auf Landstraßen und außerhalb der Ortschaften schon aus Sicherheitsgründen angemessen erscheint, sich links, also dem Autoverkehr entgegen, zu bewegen. Warum aber zieht es immer mehr Läufer zum Beispiel am Kanal oder auf der Promenade in Münster auf die linke Seite? Ist der Weg kürzer?
Grüße, Günter
Hallo Günter,
gute Frage! Ehrlich. Das geht uns in Berlin genau so. Der Anteil der Linksläufer nimmt immer mehr zu. Jahrzehntelanges Läuferwissen wird durch den ungebremsten Nachzug immer neuer Läufertalente einfach verschüttet. Deshalb rufe ich es laut heraus und möchte auch Achim bitten, eine Aktion daraus zu machen: Läufer halten sich rechts! Nur Amateure laufen links. Das machen schon zu viele und zu lange richtig jetzt geht das nicht mehr anders.
Gruß von Profi zu Profi, Jens Karraß
Hallo Günter,
Quatsch! Wenn die meisten Leute links laufen, wäre es völliger Irrsinn, all diese Trottel umschulen zu wollen. Wenn die Guten künftig auch links laufen, ist das Problem gelöst.
Salomon Achilles
Servus,
ich bin Zeit meines Lebens Sportler und seit acht Monaten Triathlet. Nun interessiert mich das Thema Doping zunehmend, und ich provoziere sehr gerne. Machen Sie sich mal den Spaß und fragen in Internetforen nach, ob man Schmerzmittel nehmen soll und zu welchem Zeitpunkt im Wettkampf. Sie werden sofort verbrannt. Ich halte diese Reaktionen für fragwürdig und witzig. Mir kommt es vor, als ob viele Sportler in ihrer eigenen schönen Welt leben. Ich finde, es sollte mehr darüber gesprochen werden, denn keiner wird einen Wettkampf, für den er Monate trainiert hat, wegen eines Zwickens im linken Zeh sausen lassen. Mich würde auch mal eine Umfrage interessieren, in der man in einer Skala eintragen muss, ob man schon einmal rezeptfreie Medikamente für eine Sportveranstaltung benutzt hat (einmal, öfter, niemals).
Christian
Hallo Christian,
wehret den Anfängen. Wer monatelang auf sein Highlight trainiert hat, sollte die Entscheidung selbst treffen dürfen, ob ihn eine Schmerzspritze über seinen Event rettet. Aber auf das, was du unterschwellig fragen willst, ob Doping Normalität sein sollte, kann ich nur erwidern: Trainiere erstmal ordentlich, lebe gesund und quäle dich. Solche Konkurrenzheinis, die auf die Dopingabkürzung setzen, widern mich an. Die echte Genugtuung und die Gänsehaut im Ziel hat noch kein gedopter Sportler erlebt. Immer muss er sich fragen: War ich das oder waren es meine Medikamente? Also Christian, Notbremse Schmerzmittel nur bei dem Event deines Lebens ansonsten geht das Leben gesünder viel länger weiter.
Gutes Training wünscht Jens Karraß
Lieber Christian,
ein guter Freund wurde neulich auf einer Marathon-Messe angequatscht, ob er denn mal "was Neues ausprobieren" wolle. Er guckte entgeistert und wusste nicht, was gemeint war. Der Fremde fragte belustigt: "Wie, du nimmst nichts? Willst du mich veräppeln?". Mein Freund war leider nicht geistesgegenwärtig genug, auf das Angebot einzugehen. Es hätte mich schon sehr interessiert, was da halböffentlich gehandelt wurde. Am Ende entscheidet jeder selbst, was ihm wichtiger ist: eine erschlichene Bestzeit oder eine ehrlich erkämpfte. Zufallskontrollen beim Breitensport würde ich dennoch sehr befürworten. Auch wenn man sich denen ebenfalls entziehen kann.
Sportlichen Gruß, Achim