Achilles' Ferse: Vorsicht, Heftzwecke! - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Vorsicht, Heftzwecke!

Der fleißigste Läufer ist machtlos, wenn der Körper streikt. Und nur Idioten treiben Sport, wenn eine Verletzung vorliegt. Was aber tun, wenn man schon beim Arzt war, sich an die Therapie hält, aber nichts besser wird? Das Achilles-Team rät zu einer bewährten Methode.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebes Team,
ich bin 38 Jahre alt und laufe seit zwölf Jahren mehr oder weniger ambitioniert. Mein Halbmarathon-Training im Winter wurde durch zweimaliges Blockieren eines Wirbels unterbrochen. Seitdem mache ich neben dreimal Lauftraining pro Woche auch Yoga und muss sagen, dass es Wunder wirkt. Der Rücken und auch der Rest sind weitgehend schmerzfrei. Allerdings habe ich seit geraumer Zeit nach 50 Minuten Laufen unter dem linken Fußballen enorme Schmerzen, so dass ich kaum auftreten kann. Ich trage seit Jahren das gleiche Schuhmodell und wechsle es regelmäßig aus. Dumme Frage, können die Schmerzen unter dem linken Fußballen vom Rücken kommen?
Grüße aus Berlin, Michael

Lieber Michael,
vielleicht können mich Osteopathen und manuelle Therapeuten korrigieren, aber mir ist kein Zusammenhang zwischen einem Problem am Rücken und Beschwerden am Fuß bekannt. Ich würde eher von einer lokalen Störung am Fuß ausgehen, die Ihre Beschwerden verursacht.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Michael,
vielleicht guckst du mal, ob im Schuh eine Heftzwecke steckt.
Gruß vom Praktiker Achim

Hallo Leute,
ich (32 Jahre, 69 Kilogramm, 1,72 Meter) habe seit Mai 2006 Probleme mit dem Kreuzbein, genauer mit dem Iliosakralgelenk irgendwo zwischen Becken und unterer Wirbelsäule. Voriges Jahr bei der Halbmarathon-Vorbereitung zogen die Schmerzen vom Becken diffus ins Bein und machten ein schnelles Laufen nahezu unmöglich. Ich war beim Orthopäden, der mir Physiotherapie verschrieb und was von einer Blockade murmelte. Half alles nichts. Dann habe ich gelesen, dass das eine typische Läuferkrankheit sei, gegen die man nichts tun kann. Nach zehn Wochen war es dann zum Glück weg, und ich konnte mich schmerzfrei auf einen Marathon vorbereiten. Jetzt heißt es: Same time, same pain. Ich trainiere dreimal pro Woche für einen Halbmarathon und die Schmerzen sind wieder da. Gibt es wirklich keine Therapie? Ich laufe übrigens seit zwei Jahren und habe bisher zwei Marathons und Halbmarathons erfolgreich hinter mich gebracht.
Genervt, Volker

Lieber Volker,
wenn es für Ihr Problem keine Behandlung gäbe, hätte Ihnen Ihr Arzt keine Behandlung verschrieben. Das Problem ist, dass sogar die beste Behandlung manchmal nicht hilft. Die Beschwerden, die bei einer Blockade des Iliosakralgelenks entstehen, kann man in der Regel durch manuelle Therapie, Physiotherapie und Krankengymnastik reduzieren. Aber es klappt nicht immer. Ausschlaggebend für den Erfolg ist, dass man die Physiotherapie ernst nimmt und jeden Tag intensiv und fleißig übt. Eine Alibi-Behandlung von 15 Minuten alle drei bis vier Tage reicht nicht.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim und Team,
auch mein (Traum-)Ziel ist der Ironman auf Hawaii - träumen ist ja erlaubt, Achim, oder? Der Weg dorthin führt über einen Marathon, den ich Mitte März absolviert habe (meine stärkste Disziplin) und jetzt ein mehrmonatiges Schwerpunkttraining Rad (keine starke Disziplin). Der Triathlonwettkampf findet Anfang Juli statt. Wie kann ich bis dahin meine Laufform erhalten? Sollte ich vor dem Wettkampf nochmals verstärkt laufen?
Viel Spaß, Erfolg, Zufriedenheit beim Trainieren und beim Träumen wünscht, Thomas

Hallo Thomas,
auch wenn du nicht soviel laufen möchtest, zweimal neben dem Radtraining pro Woche solltest du es tun. Die Radeinheiten geben dir gute Ausdauer, aber deine Beine müssen auch daran gewöhnt sein, dich 42 Kilometer flott zu transportieren. Rad rollt, Schritt stottert. Zwei bis vier lange Läufe als Minimum empfehle ich dir auch dringend vor dem Triathlon. Es ist aber so wie mit allem: Das Ziel ist der Weg, heißt, die Leistung, die dir vorschwebt, muss durch Training vorbereitet werden.
Viel Erfolg beim Triathlon, Jens Karraß

Lieber Thomas,
das kann man so einfach nicht sagen. Hängt davon ab, ob du eher noch Grundlage brauchst oder mehr Tempo. Auf jeden Fall solltest du Koppeltraining machen, dass heißt nach jeder Radeinheit noch ein paar Kilometer laufen. Wenn du mit Dauerbelastung kein Problem hast, dann solltest du auf jeden Fall zwei, drei zügige Einheiten die Woche machen, fünf Mal zwei Kilometer sehr flott oder 15 Kilometer. Berichte uns von deinem Rennen.
Neidisch, Achim

Lieber Achim und Co.,
ich bin Triathlet aus den USA. Eine Freundin von mir nervt mich ständig mit der Behauptung, ich müsse täglich zusätzlich Protein zu mir nehmen (in Pulverform). Ist das korrekt oder reicht Pasta? Könnt Ihr mal ein paar Worte über die korrekte Ernährung für Leute verlieren, die täglich Ausdauersport betreiben?
Beste Grüße, Andreas (Bloomington/Indiana)

Hallo Andreas,
für die Ausdauerleistung im Training, und wir nehmen an, dass du täglich viel trainierst, ist die Zuführung ausreichender Energie notwendig. Das sind vorrangig Kohlenhydrate. So ist es bei den Profis und den Vieltrainierern sehr wichtig, dass nach dem Energie zehrenden Training sofort die Speicher wieder gefüllt werden. Das erreicht man mittels kohlenhydratreicher Getränke innerhalb von 20 bis 30 Minunten nach dem Training, weil dann der Körper eine verbesserte Aufnahmefähigkeit besitzt. Gut gefüllt, ist die Erholungsphase bis zum nächsten Training kürzer. Genau das will man erreichen: hartes Training, Anpassung des Organismus, gleiche Übung leichter ausführen können – Formverbesserung. Die richtige Dosierung des Zyklus Be- und Entlastung ist das ganze Geheimnis. Neben Kohlenhydraten sind die Eiweiße nicht zu verachten. Gute Eiweißpulver, die essentielle Aminosäuren so komfortabel bereitstellen, können zusätzlich eingesetzt werden. Aber jeder Körper reagiert anders. Also wirst du etwas herumprobieren müssen. Um den Kompromiss zu finden, nimm es doch nur nach besonders langen oder flotten Einheiten und beobachte, ob deine Trainings- und Erholungszeiten sich verbessern.
Viele Grüße, Jens Karraß