Achilles' Ferse: Weizenbier und Käsestulle - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Weizenbier und Käsestulle

Die Fitness von damals ist genauso verschwunden wie die Körperform aus früheren Tagen. Achim Achilles und sein Team wissen, wie den überflüssigen Pfunden beizukommen ist - und erklären, was sie vom vermeintlich optimalen Laufgewicht halten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,
habt Ihr einen Rat zum Thema Gewicht und Laufen? Ich (34, 1,90 Meter, 112 Kilo) war in früheren schlankeren Tagen gerne zweimal in der Woche rund zehn Kilometer laufen. Dann habe ich ordentlich zugelegt, bis auf 135 Kilogramm, und damit auch das Laufen eingestellt. Mittlerweile ist wieder etwas Gewicht runter, auch durch mehr Sporteinsatz, insbesondere gelenkschonendes Fahrradfahren und Schwimmen. Nun möchte ich endlich wieder laufen. Erste Versuche endeten allerdings mit deutlichen Knieschmerzen, die ich früher nicht hatte. Ist das nur die allgemeine Eingewöhnung, oder bin ich einfach noch zu schwer und riskiere, meine Knie nachhaltig zu schädigen? Ist eine Untersuchung beim Arzt ratsam, oder muss ich mich einfach richtig rantasten?
Viele Grüße aus München, Markus

Lieber Markus,
es ist hart, aber die Wahrheit ist: Du solltest Dich wie ein Anfänger fühlen. Gewicht und Laufabstinenz haben Deinem Astralleib zugesetzt. Unsere kostenlose Einsteigerberatung  und die Trainingspläne  helfen Dir bestimmt. Perfide Motivation: Mit dem Gewichtsrechner kannst Du ermitteln, wieviel Speed Du pro verlorenem Kilo gewinnst. Das rockt.
Hau rein! Achim

Hi Markus,
Deine Probleme werden zwei Ursachen haben: die ungewohnte Belastung und die erschwerten Bedingungen. Beides lässt sich ändern. Bleib dran, laufe regelmäßig. Wähle dabei zunächst nicht zu lange Distanzen und lege auch einige Entlastungs- beziehungsweise Gehpausen ein. Mute den Knien zunächst nicht zu viel zu, aber signalisiere ihnen, dass sie künftig regelmäßig diese Belastung aushalten sollen. Sie werden das umso besser tun, je leichter Du es ihnen machst - Du verstehst.
Mit herzlichen Grüßen, Dein Klemmbrett-Karrass

Servus,
vor fast 30 Jahren hatte ich mal ein Buch mit Trainingsplänen von Herbert Steffny gekauft, das ich immer wieder zu Rate ziehen. Dort war eine Formel, nach der man sein optimales Laufgewicht für einen Marathon berechnen konnte. Sie beruht auf dem BMI (Body Mass Index), der möglichst bei 20 und optimalerweise noch etwas darunter liegt. Bei mir (1,69 Meter) ergibt sich ein BMI von 20 bei 57 Kilogramm. Zwar kann ich mich auf 58,5 Kilo runtertrainieren, aber andererseits leidet ab einem bestimmten Punkt merklich die Leistungsfähigkeit. Knapp unter 59 Kilo laufe ich erfahrungsgemäß die besten Zeiten. Nun meine Frage: Gibt es tatsächlich ein optimales Laufgewicht? Kann man es mit Daumenformeln ermitteln, und wie groß ist der variable Bereich?
Vielen Dank im Voraus, msh

Servus,
das Problem des guten Steffny ist, dass er sich nicht nur in Frisurenfragen, sondern auch sonst immer noch auf dem Stand seines damaligen Buches befindet. Das ist nicht weiter schlimm, weil viele alte Weisheiten bis heute gelten. Den Gewichtsterror halte ich gerade bei Freizeitläufern allerdings für eher gesundheitsgefährdend als für nützlich. Sobald Du Dich mies fühlst: sofort Weizenbier und Käsestulle.
Besten Gruß, aa

Servus,
laufen soll Spaß machen. Klar, mit Übergewicht ist das schwierig. Aber auch Diskussionen über das ideale Laufgewicht halte ich für ein Störfeuer, das einen die Freude am Laufen nimmt. Du sollst Dich wohlfühlen beim Laufen und mit Dir zufrieden sein. Du selbst wirst am besten wissen, was für Dich ideal ist. Das steht in keinem Buch. Es ist zusätzlich Druck und Stress, ständig auf die Waage zu schauen. Mitunter kann der Drang zum Abnehmen das Laufen auch erschweren! Zudem braucht man gerade beim Marathon auch Reserven - wo sollen die herkommen, wenn der Körper nichts anzubieten hat. Ganz ehrlich: Eine neue Bestzeit resultiert nicht aus einem halben Kilo weniger Körpergewicht. Da sind ganz andere Faktoren entscheidend.
Schwer wiegende Grüße, Dein Klemmbrett-Karrass

Hallo Achim,
was ist dran an der Geschichte, dass bei langsamen Läufen mehr Fett verbrannt wird als bei schnelleren? Ich verbrauche doch mehr Kalorien und damit mehr Fett, wenn ich in einer halben Stunde zehn Kilometer laufe, als wenn ich fünf Kilometer laufe.
Gruß, Kalle

Lieber Kalle,
Strecke und Tempo sind erst einmal gar nicht so wichtig. Wer Fett verbrennen will, muss vor allem lange laufen. Denn zuerst einmal verbraucht Dein Körper die schnell verfügbaren Kohlenhydrate, die Du in den letzten Stunden zu Dir genommen hast. Den Fettdepots geht es erst an den Kragen, wenn Du länger als 45 Minuten läufst. Daher machen Marathonis die langen Läufe: Sie gewöhnen ihre Körper daran, Treibstoff aus den Fettdepots zu ziehen. Jedes Kilo Wampe bunkert rund 7.500 Kalorien. Wer nun zu schnell wetzt, hält gar nicht so lange durch. Und 20 Minuten Walken mit vier Stundenkilometern verbrennt nicht mal ein Streichholz. Also los jetzt zu einer entspannten Drei-Stunden-Runde!
Vom Sofa, Achim

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