Achilles' Ferse Wenn selbst Lance Armstrong mürbe wird
Hallo Achim,
ich (40 Jahre) bezeichne mich als Radfahrer und Nichtläufer, habe aber, animiert durch einige Freunde und aus Neugier, meine ersten zehn Kilometer ohne Vorbereitung bestritten. Auf der hügeligen, teils unbefestigten Strecke war ich von meiner Laufzeit von 43 Minuten positiv überrascht. Eine Woche später habe ich noch einen Test über flache fünf Kilometer unternommen und konnte problemlos unter 20 Minuten bleiben. Nun überlege ich, wieviel Training ein (Halb-) Marathon nächste Saison erfordern würde. Mein aktuelles Lauftraining besteht aus zehn Minuten auf dem Laufband einmal pro Woche zum Aufwärmen für anschließendes Krafttraining. Mein Nichtlauftraining umfasst 120 Kilometer Rad pro Woche im Sommer, bis zu drei Stunden Spinning im Winter und einmal Schwimmen. Außerdem nehme ich mehrmals jährlich an Rad-Events mit Strecken von über 150 Kilometern teil. Ich möchte so wenig wie möglich Rad- in Lauftraining umwandeln. Habt Ihr einen Rat?
Danke, Thomas
Holá Thomas,
sehr ordentlich! Aber was bei fünf und zehn Kilometern klappt, kann bei 42 Kilometern kläglich enden. Deine Ausdauer ist durch Dein Radtraining hervorragend, die Muskulatur der Oberschenkel ebenso. Aber eine Laufbelastung von drei Stunden hat auch den Lance in New York mürbe gemacht. Und der hat wenigstens die Hälfte der Strecke öfters trainiert. Also für zwölf Wochen doch mehr Laufkilometer einbauen. Ist doch auch aus der Sicht interessant: Du wirst noch schneller sein als jetzt schon vermutet.
Viel Erfolg, Jens Karraß
Lieber Thomas,
ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Ordentliches Radtraining ist auch gut fürs Laufen (und umgekehrt). Hat bestimmt was mit Grundlagenausdauer und Kraftausdauer zu tun. Aber das funktioniert nicht mehr über die langen Distanzen. Da scheinen wohl doch ein paar Muskeln im Spiel zu sein, die ein wenig geübt werden müssen. Wäre schön, wenn Du uns von Deinen Marathon-Erfahrungen schreibst. Letztendlich ist ja gerade für Zeitökonomen folgende Frage interessant: Mit welcher Kombination von Rad- und Lauftraining kommt man am zeitschonendsten in Topform, zum Beispiel für einen Triathlon?
All the best, Achim
Hallo Achim,
seit etwas mehr als einem Monat habe ich (25 Jahre) Knieprobleme. Es ist ein Stechen außen im rechten Knie. Im Alltagsleben habe ich überhaupt keine Beschwerden, allerdings wenn ich laufe. Angefangen hat das Ganze nach einer Bergtour. Ich war schon einige Male beim Orthopäden: Röntgenbilder, Kernspin, aber nichts gefunden. Ganz, ganz geringe Knorpelreizung vielleicht. Die ist aber kaum erkennbar. Deswegen sagte mir der Arzt: einfach weitermachen! Ich könne ja nichts kaputtmachen. Das Problem ist nur, dass ich nach wie vor nach etwa zwei Kilometern Schmerzen im rechten Knie bekomme. Hast du vielleicht eine Idee oder einen Tipp?
Wäre dir sehr dankbar, Philipp
Lieber Philipp,
zuerst gute Nachrichten: Wenn die eingehenden Untersuchungen keine Veränderung festgestellt haben, stehen die Chancen gut, dass Sie die Beschwerden relativ bald loswerden. Es ist tatsächlich so, dass manchmal ein vollkommen beschwerdefreies Laufen nicht möglich ist. In Ihrem Fall hat man keine Ursache für die Beschwerden herausgefunden, aber ich kann mich nicht uneingeschränkt der Meinung Ihres Arztes anschließen. Die Beschwerden weisen darauf hin, dass irgendeine Struktur im Knie der Belastung nicht gewachsen ist. Es wäre deswegen leichtsinnig, die Schmerzen zu ignorieren und einfach weiter zu laufen, bis man eine Knorpelveränderung feststellen kann. Versuchen Sie deswegen zuerst einige Tage mit dem PECH- Prinzip, das wir auf diesen Seiten mehrmals kommentiert haben, und verwenden Sie an der schmerzhaften Stelle eine Entzündungssalbe nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Wenn das alles nicht hilft, sollten Sie keine Hemmung haben, sich bei einem weiteren Orthopäde vorzustellen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Philipp,
diesmal muss ich den Doc korrigieren: Beschwerdefreies Laufen ist eine Illusion. Irgendwas ist immer, und wenn es der Kater ist.
Ächz, Achim
Lesermail der Woche
Moin Moin,
ich bin dafür, dass die völlig verniedlichende P-E-C-H-Formel bei Verletzungen durch die P-E-S-T-Formel ersetzt wird. Denn wenn man nicht laufen kann, ist die Situation die Pest und man ist auch für andere die Pest (Selbsterfahrung aus zwölf Wochen Zwangspause mit Achillessehnenentzündung). P = Pause (superwichtig, eventuell etwas radeln oder schwimmen); E = Eis (kühlen, kühlen, kühlen, später dann auch Wechselbäder); S = Sofa (inklusive Bein hochlegen); T = Teilmassage des betroffenen Gebietes (bei Achillessehne bietet sich eine harte Zahnbürste an).
Lutz
Lieber Lutz,
ich schließe mich uneingeschränkt an.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Ihr Schlauberger,
was ist denn mit der PROST-Formel? Pils, Riesling, Obergäriges, Schaumwein, Tonic (mit einem Schuss Wodka). Dann ist das soziale Umfeld auch gleich gnädiger, scheint jedenfalls so.
Von der Bar, Achim