Achilles' Ferse Wer rastet, der rostet
Lieber Achim,
jetzt brauche ich (34/180/74) auch mal einen Tipp von euch Beinverstehern: Bald renne ich meinen zweiten Halbmarathon. Der erste dauerte 1:58 Stunden bei guter Restkondition. Gestern habe ich über zehn Kilometer im Training mal richtig angegriffen und für mich unglaubliche 48:30 Minuten erzielt.
Rostige Schrauben: Auch das Knie neigt zur Unbeweglichkeit
Foto: REUTERS
Ich bin sicher, wenn morgen das Rennen wäre, könnte ich auch mit einem Klavier auf dem Rücken Bestzeit laufen. Leider ist das Rennen eben nicht morgen.
1. Wie erhalte ich meine erfreuliche Verfassung? Nur noch trödelnd bewegen oder dreimal die Woche im Renntempo wie immer? Dampfbad oder Dauerlauf? Kilometer oder Couch?
2. Mein Traumziel ist 1:50 Stunden. Ist das realistisch? Und vor allem: Was ist die richtige Renntaktik? Mein Plan ist bislang, die ersten zehn Kilometer in 52 Minuten zu laufen und dann mal zu gucken, wie es mir geht.
Hoffnungsfroh grüßt euer Fan Ingo
Lieber Ingo,
wir Champs wissen ja, dass die Meister im Winter gemacht werden, sofern sie den richtigen Trainingsplan haben.
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Viel Erfolg, Achim
Hallo Ingo,
die Tage vor einem Rennen sind oft die schwersten. Man muss die richtige Balance zwischen Erholung und Spannung halten, um auf den Punkt topfit zu sein. Das schaffst du am besten, wenn du dich bewegst, Kreislauf und Organismus in Schwung hältst. Dazu reichen kurze, lockere Dauerläufe und noch ein bis zwei spritzige Einheiten. Alles bei reduziertem Umfang. Dampfbad und Couch machen dich nur müde. Du kennst das sicher vom Urlaub wenn der Körper registriert, dass er sich ausruhen darf, wird er auch träge und schlapp. Eine Prognose, wie schnell du laufen kannst, ist schwierig, da ich deine Vorbereitung nicht kenne. Aber mit deiner Zehn-Kilometer-Zeit sollte es möglich sein, den Halbmarathon unter 1:50 Stunden zu laufen. Da hast du genügend Puffer, wenn die Ausdauer stimmt. Gestalte dein Rennen gleichmäßig - auch nach der Zehn-Kilometer-Marke in deinen gut angepeilten 52 Minuten.
Ich drücke dir die Daumen,
dein Klemmbrett-Karraß
Liebes Achilles-Team,
ich habe das Problem, dass meine Knie steif werden, wenn sie länger nicht bewegt werden. Nun könnte man sagen, dass dieses Stillhalten beim Laufen gar nicht vorkommt, aber leider passiert das öfter mal in den Pausen dazwischen, bei längeren Autofahrten und Flügen, im Büro oder einfach so. Ich hatte das Problem vor ein paar Jahren schon mal, woraufhin mein Arzt eine leichte Asymmetrie der Kniescheibe feststellte, was aber wohl nicht der Grund für das Problem sein sollte. Wieso es jetzt wieder vermehrt auftritt, weiß ich nicht. Ich verstehe auch nicht, wieso sich die Sehnen so zusammenziehen, dass ich die Knie nur noch unter Schmerzen (je länger stillgehalten, desto mehr Schmerzen) öffnen kann. Gibt es Übungen, die helfen könnten, das Steifwerden zu verhindern?
Viele Grüße vom südlicheren Ende der Welt,
Markus
Lieber Markus,
Ja, zum Beispiel Laufen.
Mit besten Grüßen,
Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Markus,
Herren im fortgeschrittenen Alter kennen ein umgekehrtes Problem, aber in anderen Körperregionen. Ich weiß, das hilft dir jetzt nicht wesentlich weiter, aber ich wollte rasch einen Gag loswerden. Meine Mutter sagte immer, steife Gelenke hätten ihre Ursache in zu wenig Gelenkschmiere und empfahl Gelatine, wie sie sich in Gummibärchen findet. Keine Ahnung, ob dir damit geholfen ist, zumal du dann auch noch ein Gewichtsproblem bekommst.
Achim
Hallo Markus,
Gelenke sind naturgemäß dazu geschaffen, bewegt zu werden auch Knie. Tun wir das nicht, werden sie steif und unbeweglich. Sie rosten quasi ein oder schlimmer wie in deinem Fall schmerzen sie. Da du nun die Erfahrung machst, dass du bei Bewegung beschwerdefrei bist, solltest du dich ausreichend bewegen, vor allem nach längeren Aufenthalten im Auto, in Büros oder und Flugzeugen. Erde dich danach wieder und laufe ein bisschen.
Viele Grüße, dein Klemmbrett-Karraß
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