Achilles' Ferse Wunsch und Wirklichkeit
Hallo Achim,
nach ein paar Jahren der Pause ist wieder ein Marathon geplant. Wie bei den letzten beiden (Münster und Hamburg) ist das Ziel, unter vier Stunden zu bleiben. Doch Münster und Hamburg sind echte Flachläufer. Was ist mit gemeineren? Langen Steigungen bringen mich immer wieder ins Grübeln. Bei anspruchsvolleren Rennen laufe ich immer ruhig an und steigere mich im zweiten Teil. Ist das richtig? Wie gehe ich solche Marathons am besten an? Sollte ich am Beginn Zeit gutmachen, um am Ende nicht völlig zu übersäuern?
Gruß, Michael
Hallo Michael,
das ist doch wirklich ganz leicht: Bereite dich auf eine Zeit von 3:45 Stunden vor, laufe den Marathon jedoch gleichmäßig und mit Reserven für alle kommenden Bergpassagen los und du machst es! Laufe durch gutes Training weg von deiner doofen Angst. Das lähmt.
Hole dir den Lohn, Jens Karraß
Hallo Achim,
ich bin schon ein paar Marathons gelaufen, langsam, aber immerhin locker durch, in der Regel einen pro Jahr. War für Stockholm auch gut drauf, hatte regelmäßig trainiert, aber nicht mehr als 40 bis 50 Kilometer pro Woche. In Stockholm war es ordentlich warm, viel getrunken habe ich zwar, aber nach 26 Kilometern konnte ich überhaupt nichts mehr trinken, es war wie eine Blockade kein Magenkrampf, und die Beine waren müde. Ich hab dann abgebrochen, und mir ging's prima. Frage: Was könnte ich eventuell anders machen, oder woran könnte diese Körperreaktion gelegen haben? Ferndiagnose möglich?
Danke, Wolfgang
Lieber Wolfgang,
eine Ferndiagnose wäre in Ihrem Fall denkbar, wenn ich ihr Problem verstünde. Aber ich kann mir nicht vorstellen, was Sie mit einer Blockade meinen: Konnten Sie das Glas nicht hoch heben, den Mund nicht treffen, die Lippen nicht aufmachen, das Wasser nicht schlucken, gab es psychologische oder physische Hemmnisse? Für eine präzisere Information bin ich Ihnen sehr dankbar.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Wolfgang,
du hast aufgegeben. Das musst Du dir deutlich eingestehen. "Ich habe aufgegeben!" Sag' es laut, damit Du es hörst. Sag' es ruhig zwei-, dreimal. So. Und jetzt zum Thema Trinken: Nicht mehr das Thema, oder? Warum hast du wirklich aufgegeben? Standen deine Laufziele an diesem Tag im zu krassen Widerspruch zu den Wetterbedingungen? War deine Laufzeit bei Kilometer 26 schon jenseits von gut und böse? Aufgeben tut immer dann besonders weh, wenn eigentlich noch was gegangen wäre. Fast immer kommt die Aufgabe, wenn das Ziel nicht zum Trainingszustand passt. Schade drum. Nächstes Mal.
Alles Gute, Jens Karraß
Lieber Wolfgang,
mal unter uns: Wenn du von 40 bis 50 Kilometer pro Woche schreibst, dann waren es in Wirklichkeit, seien wir ehrlich, in jeder zweiten Woche vielleicht nur gut 30. Das sind: ein nicht ganz so langer Lauf und ein ziemlich kurzer. Das reicht als Vorbereitung exakt für ein 26-Kilometer-Rennen. Und das hast du ja auch gefinished. Für einen Marathon sollte man ein wenig mehr trainieren. Es sei denn, der Schöpfer hat einen mit Talent beschenkt. Aber wer hatte dieses Glück schon? Wir beide offenbar nicht.
Tröstlich, oder?
Besten Gruß, Achim
Liebes Achilles-Team,
ich laufe gerne und habe schon ein paar Marathons erfolgreich beendet. Im nächsten Jahr würde ich gerne zwei Termine wahrnehmen. Das Dumme ist nur, es sind nur drei Wochen (auch noch Urlaub) zwischen den Starts. Was könnt Ihr mir raten? Und wie könnte das Training aussehen?
Ich freue mich auf Eure Antwort, Klaus
Lieber Klaus,
den ersten Marathon auf Zeit, den zweiten auf Ankommen und Spaß. Und im Urlaub nach einer Woche mit lockeren Acht-Kilometer-Läufen gegen das totale Einrosten kämpfen. Aber (und das ahnst Du ja auch schon): zu empfehlen ist das ganze nicht. Ich finde es nicht gut.
Nun mach' was draus, Jens Karraß
Lieber Klaus,
ich würde es genau anders herum machen: Den ersten als Training, im Urlaub morgens früh um 6 Uhr zum langen, harten Tempolauf raus nicht unter zwölf, besser 18 Kilometer, abends noch mal eine knappe Stunde locker, gut essen, viel schlafen, die Familie nerven und dann den zweiten Marathon so richtig durchjagen.
Kann klappen, muss aber nicht.
Grüße, Herbert Achilles
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