BOXEN
In Nürnberg stand kürzlich ein 20jähriger Schlossergeselle, der beantragt hatte, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, vor dem zuständigen Prüfungsausschuß, um seinen Antrag mündlich zu begründen. Die Kölner Fachzeitschrift »Boxsport« veröffentlichte folgenden Ausschnitt aus der Unterhaltung zwischen dem Prüfungsausschuß-Vorsitzenden und dem Schlossergesellen (der als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wurde):
VORSITZENDER: Betreiben Sie Kampfsport?
PRÜFLING: Ja.
VORSITZENDER. Welchen?
PRÜFLING: Na, so'n bißchen Boxen
VORSITZENDER: Aha! Und da wollen Sie uns ihre humanitäre Einstellung schmackhaft machen?
PRÜFLING: Warum nicht? Boxen ist doch ein Sport, bei dem ritterlich gekämpft wird und die Kameradschaft über allem steht; Kriegführen dagegen ist Völkermord.
VORSITZENDER: Aber ein roher, ein brutaler Sport, oder haben Sie noch nicht von Ringtoten gehört?
PRÜFLING: Deren Zahl dürfte etwas hinter den Opfern des letzten Krieges zurückbleiben.