Chris Hoy: Schottischer Ex-Bahnradstar hat Krebs im Endstadium - »Nur noch zwei bis vier Jahre« - DER SPIEGEL
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Schottischer Ex-Bahnradstar »Nur noch zwei bis vier Jahre« – Chris Hoy hat Krebs im Endstadium

Im Februar hatte er seine Krankheit öffentlich gemacht und »optimistisch« eine Behandlung begonnen. Jetzt sagt der sechsfache Olympiasieger Chris Hoy: Der Krebs ist unheilbar. Aber er hat noch ein paar wichtige Botschaften.
Chris Hoy, sechsmaliger Olympiasieger im Bahnradfahren: »So ist die Natur«
Chris Hoy, sechsmaliger Olympiasieger im Bahnradfahren: »So ist die Natur«

Chris Hoy, sechsmaliger Olympiasieger im Bahnradfahren: »So ist die Natur«

Foto: Aaron Chown / ASSOCIATED PRESS

Die Ansage war kurz und klar: »Zwei bis vier Jahre« hat er noch zu leben, teilte der ehemalige Radchampion Chris Hoy mit. Prostatakrebs, der gestreut hat. Krebs, der jetzt in seinen Knochen ist. Unheilbar.

Es war eine Ankündigung, die viele überraschte. Denn zuletzt hatte er im Februar, als er eine – damals nicht näher bezeichnete – Krebserkrankung öffentlich machte, noch so optimistisch geklungen. Da hatte der 48-jährige Schotte via Instagram mitgeteilt, er habe Behandlungen inklusive Chemotherapie begonnen, »was zum Glück gut anschlägt«. Der Befund sei ein Schock gewesen, da er keine Symptome gespürt habe.

Aber da wusste er schon mehr, wie er jetzt berichtete. Seit einem Jahr schon sei ihm klar, dass der Krebs nicht mehr zu heilen gewesen sei.

Reportern der britischen Tageszeitung »The Times« sagt er nun, dass er trotz seiner Krankheit seinen positiven Blick auf die Welt behalten habe. »Ich erlebe Momente puren Glücks«, sagte der Schotte. »Denn das hier ist noch größer als Olympia. Es ist größer als alles andere. Es geht darum, sein Leben wertzuschätzen. Freude zu finden.«

Noch ein Schicksalsschlag

Im Lauf des vergangenen Jahres hat Hoy an seiner Autobiografie geschrieben. Darin erzählt er, wie die Ärzte seinen Krebs entdeckten – anfangs war es ein Tumor in seiner Schulter. Er hat sein Schicksal verarbeitet und sagt heute fast nüchtern: »Auch wenn sich das noch so unnatürlich anfühlt, es ist eben Natur. Bekanntlich kommen wir alle irgendwann auf die Welt, und wir sterben alle. Das ist der Lauf der Dinge.«

Hoy hatte gleich noch einen weiteren Schlag zu verkraften: Bei seiner Frau Sarra Kemp wurde Multiple Sklerose diagnostiziert.

Und trotzdem sieht er das Positive: »Du musst dir einfach immer wieder sagen: Habe ich nicht Glück, dass es Arzneien gibt, mit denen du das Unabwendbare so lange wie möglich aufschieben kannst?« Er habe gelernt, für den Moment zu leben. Deshalb erlebe er Tage »echter Freude, wahren Glücks«.

Schottischer Bahnradstar beim Gewinn der Goldmedaille in Peking 2008

Schottischer Bahnradstar beim Gewinn der Goldmedaille in Peking 2008

Foto: PHIL NOBLE/ REUTERS

In seiner aktiven Zeit war Chris Hoy einer der Großen seines Sports. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London gewann der Schotte insgesamt sechsmal Gold in verschiedenen Sprintdisziplinen. In London war er Fahnenträger des britischen Teams. Zudem holte er elf Weltmeistertitel.

Für seine Erfolge war er bereits 2009 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen worden und darf sich seitdem Sir Chris Hoy nennen. Seine Profikarriere beendete er 2013. Bei den olympischen Spielen in Paris war er trotz seiner fortgeschrittenen Erkrankung auch noch dabei – als Kommentator für die BBC.

oka/Reuters