Dirk Hordorff – Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Dirk Hordorff, 67

• aus DER SPIEGEL 32/2023
Foto: Weckelmann / IMAGO

Ein Treppensturz mit zwei gebrochenen Ellenbogen beendete seine Tennisspielerkarriere, da hatte er es immerhin bis zum hessischen Vizemeister gebracht. Ein »intelligenter Spieler« sei er gewesen, sagte Dirk Hordorff mal über sich, aber »etwas klein«. Dem Sport blieb der Immobilienkaufmann aus Bad Homburg erhalten. Als Funktionär prägte er wie kaum jemand sonst über Jahrzehnte das deutsche Tennis: Trainer, Manager, Berater und Vize-Turnierdirektor war Hordorff, seinen Schützling Rainer Schüttler coachte er 2003 bis ins Finale der Australian Open und unter die Top Five der Welt. Auch beim Deutschen Tennis Bund (DTB), dem größten Tennisverband der Welt, machte Hordorff Karriere und war bei Machtkämpfen meist mittendrin. 1999 kam es zum Showdown mit Boris Becker, dem damaligen Davis-Cup-Teamchef. Es ging um Misserfolg und knappe Kassen. Becker suchte die Aus­einandersetzung mit DTB-Sportwart Hordorff, »diesem Quereinsteiger«, am Ende verloren beide ihren Posten. Für Hordorff ging es beim DTB dennoch weiter, die letzten Jahre als Vizepräsident. Im Frühjahr kam es zum Bruch. Mehrere ehemalige Spieler warfen ihm sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch in seiner Zeit als Trainer vor. Der DTB drängte ihn zum Rücktritt, Hordorff stritt die Vorwürfe ab, gab aber sein Amt auf, allerdings aus gesundheit­lichen Gründen. Er wolle seine Kraft nunmehr »voll und ganz auf die Widerlegung der unwahren Vorwürfe konzentrieren«, sagte er. Dirk Hordorff, der an einer Herzkrankheit litt, starb in der Nacht zum 1. August.

luk
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