»Eiserne Faust« - DER SPIEGEL
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OLYMPIA 2008 »Eiserne Faust«

Nicholas Bequelin, 39, Experte von Human Rights Watch, über den rüden Umgang der chinesischen Gastgeber mit den Menschenrechten
• aus DER SPIEGEL 27/2007
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SPIEGEL: Mit der Vergabe der Olympischen Spiele nach Peking war die Hoffnung verbunden, Chinas Regierung werde die Menschenrechte mehr achten. Hat sich etwas verändert?

Bequelin: Die Behörden gehen geschickter und effizienter vor, um die Repression weniger auffällig erscheinen zu lassen. Sie werfen Kritiker nicht gleich ins Gefängnis, sondern stecken sie in Hausarrest. Gefängnis fordert internationale Proteste heraus, Hausarrest ruft weniger Aufmerksamkeit hervor. Sie haben einen Samthandschuh über die eiserne Faust gezogen.

SPIEGEL: Die Lage hat sich also nicht verbessert?

Bequelin: Doch. Die Regierung reagiert heute schneller als früher auf Tadel von außen. Sie betrachtet das Thema Menschenrechte als Schlachtfeld, auf dem sie gewinnen muss, weil man weiß, dass dies für das internationale Ansehen wichtig ist. Es darf jetzt über die Todesstrafe und eine Reform der Umerziehungslager diskutiert werden. Wenn die Regierung beginnt, auf die öffentliche Meinung zu reagieren, ist das eine gute Sache.

SPIEGEL: Werden die Menschenrechtsorganisationen den Druck auf Peking verstärken?

Bequelin: Die Frage der Menschenrechte in China war international völlig in den Hintergrund geraten. Die sogenannten Menschenrechtsdialoge mit westlichen Regierungen waren eine reine Formalität und völlig nutzlos. Das hat sich nun verändert. Die Olympischen Spiele bieten eine einmalige Chance für mehr Kontakte und Offenheit.

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