Formel 1 Schumacher will bei Ferrari alt werden
Monaco - Der dreimalige Weltmeister unterschrieb beim Traditionsteam einen neuen Vertrag, der bis 2004 läuft. Schumachers bisheriger Kontrakt hätte 2002 geendet. Die Vertragsverlängerung gaben der Kerpener und die Scuderia am Dienstag bekannt.
Zu diesem Zeitpunkt kam die Veröffentlichung für die meisten Beobachter jedoch völlig überraschend. In der jüngsten Vergangenheit hatten Schumacher und sein Manager Willi Weber wiederholt erklärt, sich in Sachen Zukunftsplanung Zeit lassen zu wollen.
"Ich habe schon oft gesagt, dass ich mich bei Ferrari sehr wohl fühle und das Team wie eine zweite Familie ist. Daher freue ich mich sehr auf zwei weitere - hoffentlich erfolgreiche - Jahre gemeinsam mit Ferrari", kommentierte der Champion die Entscheidung, die fünf Tage vor dem Großen Preis von Monaco fiel.
Schumacher fährt seit fünf Jahren für Ferrari
Der 32-jährige Rheinländer fährt seit 1996 für die "Roten". Ein Teamwechsel zum Abschluss seiner Karriere ist nun sehr unwahrscheinlich geworden. Wenn der neue Vertrag nach insgesamt neun Jahren bei Ferrari ausläuft, ist Schumacher 35 Jahre alt. Bisher hat der amtierende F1-Champion den Zeitpunkt seines Rücktritts vom aktiven Rennsport stets offen gelassen.
Nach seinen ersten beiden WM-Titeln mit Benetton (1994 und 1995) beendete Schumacher mit seinem WM-Triumph im Vorjahr die 21-jährige Durststrecke von Ferrari. Insgesamt gewann der ältere der Schumacher-Brüder bislang 28 Rennen für Ferrari, mehr als jeder andere Pilot in der Geschichte des Rennstalls. Niki Lauda brachte es als Nummer zwei in dieser teaminternen Rangliste auf 15 Siege.
"Wir waren uns sofort einig"
Entscheidend für Schumachers Bleiben waren die Entscheidungen der Teamverantwortlichen in den vergangenen Wochen gewesen, ebenfalls bei Ferrari zu bleiben. "Nach den Vertragsverlängerungen von Jean Todt, Ross Brawn, Rory Byrne und Paolo Martinelli gab es für mich eigentlich keinen Zweifel mehr daran, dass auch ich meinen Vertrag verlängern würde", erklärte der 47-malige Grand-Prix-Sieger. "Die Gespräche verliefen in der gleichen Harmonie wie unsere Zusammenarbeit. Wir waren uns sofort einig."
Schumacher-Manager Weber, der mit 20 Prozent an allen Einnahmen des dreimaligen Weltmeisters beteiligt ist, hatte jedoch immer betont, man wolle sich bei den Vertragsverhandlungen nicht unter Druck setzen lassen. Womöglich hat der Schwabe ("Ich freue mich über den schnellen Abschluss") bei der Verlängerung noch eine Gehaltserhöhung für den teuersten Ferrari-Angestellten ausgehandelt. Bisher wird die Jahresgage Schumachers in der Branche auf umgerechnet rund 75 Millionen Mark geschätzt - exklusive der Sponsorengelder.
Barrichello wird nun doch nicht gefeuert
Auch Teamkollege Rubens Barrichello konnte sich einen Tag vor seinem 29. Geburtstag über ein vorgezogenes Geschenk freuen. Der Vertrag des Brasilianers wurde um ein Jahr bis Ende 2002 verlängert. "Ich bin sehr zufrieden, denn es gab zuletzt viele Gerüchte über meinen Vertrag. Aber ich wusste, dass alle im Team sehr entspannt waren."
Zuletzt hatte es in Italien Spekulationen um eine Ablösung Barrichellos gegeben. Der zweite Ferrari-Pilot hatte für teaminternen Ärger gesorgt, weil er der Stallorder, Schumacher beim Großen Preis von Österreich passieren zu lassen, nur widerwillig nachgekommen war und sich nach dem Rennen öffentlich über sein schweres Los beklagt hatte.