Jacques Villeneuve "Um Ralf mache ich einen großen Bogen"
München - Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hat vor seinem Heimspiel beim Großen Preis von Kanada seine alte Fehde mit Michael Schumacher aufgefrischt und sich auch auf dessen Bruder Ralf eingeschossen. "Michael ist ein sehr guter Rennfahrer, der seine drei Weltmeistertitel verdient hat. Aber ich komme mit seinem Charakter, mit seiner Denkweise einfach nicht zurecht. Und er nicht mit meiner", erklärte Villeneuve vor dem Rennen in Montreal (Sonntag, 19 Uhr) in einem Interview der Illustrierten "Bunte".
"Gerade mal einen Sieg"
Ralf Schumacher sieht der Kanadier trotz des ersten GP-Sieges in Imola noch lange nicht auf einem Niveau mit dem großen Bruder. "Ich musste lachen, als ich las, er sei schon so weit wie Michael. Was hat er denn in fünf Jahren Formel 1 erreicht? Gerade mal einen Sieg", erklärte der Weltmeister von 1997: "Und seit unserem
Horrorunfall in Australien mache ich am liebsten einen großen Bogen um ihn."
Der 30-Jährige gibt BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher noch immer die Schuld für den spektakulären Crash in Melbourne, in dessen Folge ein Streckenposten durch ein von Villeneuves BAR abgerissenes Rad getötet wurde: "Weil er mitten auf der Geraden bremste - einfach dumm. Zum Glück habe ich überlebt. Wenn der weiter solche Fehler macht, wird er nie Weltmeister."
Keine Chance, wenn die Technik durchdreht
Seine eigene Durststrecke - den letzten seiner elf GP-Siege feierte er in seinem WM-Jahr 1997 auf dem Nürburgring - erklärt Villeneuve mit unterlegenem Material: "Wenn die Technik durchdreht, kann auch ein Michael Schumacher in seinem Ferrari keine Siege zaubern. So geht es mir seit 1999." Damals wechselte er als "Aufbauhelfer" zum BAR-Team seines Freundes und Managers Craig Pollock.