Alboreto-Unfall "Spitzer Gegenstand im Hinterrad"
Cottbus - Ein Reifenschaden war Ursache für den tödlichen Unfall des früheren Formel-1-Rennfahrers Michele Alboreto auf einer Teststrecke des Lausitzrings im brandenburgischen Hörlitz (Oberspreewald-Lausitz). Wie Audi am Montag in einer Pressemitteilung informierte, sind Experten der im Auftrag der Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelnden Sachverständigenorganisation DEKRA und Spezialisten von Audi "übereinstimmend zum vorläufigen Ergebnis gekommen, dass der Unfall auf einen Reifenschaden zurückzuführen ist".
Spitzer Gegenstand in Hinterreifen
"Unsere bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass ein spitzer Gegenstand in den linken Hinterreifen eingedrungen ist, der zu einem langsamen Druckverlust des Reifens führte", so die Gutachter. Auch die Staatsanwaltschaft Cottbus teilt diese Einschätzung.
"Es muss davon ausgegangen werden, dass während der Testfahrt die Lauffläche des linken Hinterreifens durch Einwirkung eines spitzen Gegenstandes von außen beschädigt worden ist", teilte die Oberstaatsanwältin Petra Hertwig mit.
Dies habe einen "schleichenden Druckverlust" und wenig später die mechanische Zerstörung des Reifens zur Folge gehabt. Anhaltspunkte für das Vorliegen strafbaren Verhalts seien nach der vorläufigen
Bewertung nicht gegeben. Technische Mängel an der Fahrzeugtechnik lagen nach Angaben der Oberstaatsanwältin ebenfalls nicht vor. Ein
Fahrfehler des Piloten und die aerodynamische Konstruktion des Fahrzeugs würden als Unfallursache ebenfalls ausscheiden. Die weitergehenden Spezialuntersuchungen dauern voraussichtlich bis Ende
der Woche. Neben der DEKRA waren drei weitere
Spezialisten von Audi und Michelin an der Unfall-Untersuchung beteiligt.
Alboreto beigesetzt
Der Audi-Sportwagen R8 des Italieners war am Mittwochabend vergangener Woche bei Testfahrten mit weit über 300 Stundenkilometern auf einem geraden Streckenabschnitt ausgebrochen und hatte sich
mehrfach überschlagen. Alboreto, der 44 Jahre alt wurde, ist bereits in seiner Heimat beigesetzt worden. Es war der erste tödliche Unfall
auf der vor acht Monaten eröffneten Strecke südlich von Berlin. Sie gilt als eine der sichersten in der Welt.
Nach den bisherigen Ermittlungen steht damit für Audi fest, dass kein technischer Defekt am Fahrzeug vorlag und der Unfall durch einen auf äußere Umstände zurückzuführenden Schaden ausgelöst wurde. "Auf
Grund der nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse, die natürlich nichts am tragischen Tod von Michele ändern, hat sich Audi in Abstimmung mit den Fahrern entschlossen, am Vortraining in Le Mans teilzunehmen", heißt es weiter. Auch die beiden Kundenteams Champion und Johansson würden mit ihren Audi R8 am kommenden Wochenende am Vortraining in Le Mans teilnehmen.