Champ-Cart-Serie Ehemaliger Formel-1-Fahrer Zanardi schwer verunglückt
Klettwitz - Der ehemalige Formel-1-Pilot Alex Zanardi drehte sich in der 142. von 154 Runden in seinem Reynard-Honda und stand bei der Ausfahrt aus der Boxengasse quer auf der Strecke. Mit 320 Stundenkilometern raste der nachfolgende Kanadier Alex Tagliani (Reynard-Ford) seitlich in das Auto des Italieners, das fast völlig zerstört wurde.
Der 34-Jährige, der die US-Cart-Serie bereits zweimal gewonnen hatte, wurde noch am EuroSpeedway Lausitz notversorgt und wie Tagliani anschließend mit einem Rettungshubschrauber in eine Berliner Spezialklinik geflogen. Ein Sprecher der Cart-Serie sprach von einem "extrem kritischen Zustand" und "sehr ernsten Verletzungen" bei Zanardi. Der Fahrer habe sich beide Beine gebrochen und leide unter großem Blutverlust. Zanardi reagiere jedoch auf Fragen und könne ohne Hilfe atmen.
Fernsehübertragung wurde abgebrochen
Tagliani gehe es hingegen schon wieder besser. Er sei bei Bewusstsein. Die ARD brach nach dem Unfall sofort die Live-Übertragung ab: "Das sind Bilder, wie wir sie in dieser Woche nicht sehen wollen."
Im Gedenken an die Opfer der Terror-Anschläge in den USA war die als "German 500" angekündigte Veranstaltung zuvor in "The American Memorial" umbenannt worden. Das Showprogramm war stark gekürzt worde. Die Teilnehmer trugen Schleifen in den US-amerikanischen Nationalfarben, an den Cockpits der Fahrzeuge war ein schwarzer Aufkleber angebracht worden.
"Wir können nur für Alex beten"
Das Rennen wurde trotz des Unfalls zu Ende gefahren. Vor 87.689 Zuschauern siegte Kenny Bräck (Lola-Ford). Der Schwede übernahm nach seinem vierten Saisonsieg auch die Führung in der mit einer Million Dollar dotierten Gesamtwertung.
Der Italiener Max Papis (Lola-Ford) wurde beim 16. von insgesamt 21 Saisonrennen Zweiter, der Kanadier Patrick Carpentier (Reynard-Ford) landete auf Rang drei. "Wir können nur für Alex beten. Ich hoffe, dass er schnell wieder hergestellt ist", sagte Bräck direkt nach seinem Sieg auf dem 350 Millionen Mark teuren Oval.
Im April tödlicher Alboreto-Unfall auf dem Lausitzring
Am 25. April dieses Jahres hatte es schon einen schweren Unfall eines ehemaligen Formel-1-Fahrers auf dem 3,255 Kilometer langen und erst ein Jahr alten Hochgeschwindigkeitskurs in der Lausitz gegeben. Zanardis Landsmann Michele Alboreto war bei Testfahrten für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans tödlich verunglückt.
Eine fünf Millimeter dicke und zwei bis vier Zentimeter lange Schraube hatte den Schaden am linken Hinterreifen des Audi verursacht, der zu dem folgenreichen Unfall führte. Wenig später wurde ein Streckenposten bei den Trainingsrunden für das Deutsche Tourenwagen Masters tödlich verletzt.