Erfolgshunger Michael Schumacher schiebt Überstunden
Hamburg - "Schon am Mittwoch bei meinem ersten Test mit dem neuen Auto war ich sehr zufrieden. Ich freue mich auf den ersten Einsatz des F2005", sagte Schumacher, der vor Tatendrang sprüht. "Wir haben über die gesamte Woche hinweg zielgerichtet gearbeitet und viele Daten sammeln können. Dadurch verfügen wir jetzt über einen guten und sehr aktuellen Grundstock für sorgfältige Analysen. Am wichtigsten war natürlich die Erkenntnis, dass wir mit unserem neuen Auto weit genug sind, um es beim Rennen am Wochenende einsetzen zu können." Um die Leistungsfähigkeit der Bridgestone-Pneus zu verbessern, fuhr der siebenmalige Weltmeister zusätzlich Reifentests mit einem F2004M.
Der japanische Reifenlieferant hatte nach dem Rennen in Kuala Lumpur die Verantwortung für das schwache Abschneiden übernommen. Schumacher will nach seinem Ausfall in Melbourne und dem siebten Rang in Kuala Lumpur nun mit dem neuen Auto und verbesserten Pneus die Aufholjagd auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso im Renault starten. "Dass die Dinge sich sehr schnell ändern können, erleben wir ja gerade - und ebenso, dass man mit vernünftiger Arbeit voran kommt. Deshalb arbeiten wir nun konzentriert weiter", so Schumacher.
Der Teamchef von Renault bleibt allerdings gelassen. "Ferrari soll den F2005 ruhig bringen. Wir haben vor denen keine Angst", sagte Flavio Briatore in einem Interview der "Bild am Sonntag". Der Italiener glaubt, in dieser Saison den großen Coup landen zu können: "Es sieht danach aus, als könnten wir Ferrari und Michael endlich entmachten."
Briatore optimistisch
Briatore hat nach den Siegen seiner Piloten Giancarlo Fisichella und Alonso den dritten Renault-Sieg im dritten WM-Lauf 2005 im Visier. "Wir werden in Bahrein deutlich schneller sein. Ob Ferrari da mithalten kann? Ich glaube, die haben den Wettbewerb vor dieser Saison etwas unterschätzt", sagte der 53-Jährige.
Unterdessen bangt McLaren-Mercedes um den Einsatz von Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer erlitt bei einem Sturz auf dem Tennisplatz einen Haarriss in der linken Schulter, als er sich mit Fitnesstrainer Gerry Convey in Spanien auf den Grand Prix vorbereitete. Nach Aussage von McLaren-Sprecherin Ellen Kolby wird das Team bis spätestens Donnerstag eine Entscheidung über einen Einsatz des 29-Jährigen treffen. Sollte Montoya nicht starten können, würde in Bahrein wahrscheinlich der spanische Testfahrer Pedro de la Rosa neben Kimi Räikkönen zum Einsatz kommen.
Mit Prellungen kam BMW-Williams-Testfahrer Antonio Pizzonia nach einem Unfall in Barcelona davon. Pizzonia war mit seinem Wagen fast ungebremst in die Streckenbegrenzung geprallt. Das Auto war total zerstört.