F1-Genie Newey: Objekt der Begierde - DER SPIEGEL
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F1-Genie Newey Objekt der Begierde

Für den meisten Wirbel in der Formel-1-Szene sorgt derzeit der Streit um Mercedes-Konstrukteur Adrian Newey. Auch vor dem Großen Preis von Kanada am Sonntag bekriegen sich Jaguar und der Silberpfeil-Rennstall.
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Montreal - Ein wenig erinnert er an einen zerstreuten Professor, wenn er scheinbar gedankenverloren durch das Fahrerlager geht: Adrian Newey, das Objekt der Begierde im Boliden-Zirkus.

Dabei steht der 42-Jährige seit Jahren im Schatten der Fahrer, scheut das Rampenlicht und scheint auch ansonsten so gar nicht in den glamourösen Formel-1-Zirkus zu passen. Was also ist dran an diesem Mann, der in der PS-Branche respektvoll "Superhirn" genannt wird und als "Schumacher der Ingenieure" gilt?

"Ein absolutes Genie"

"Er ist ein absolutes Genie und spielt es nicht nur vor", schwärmt Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der auf eine äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Briten zurückblicken kann. Nachdem Haug Newey 1997 von Williams abwerben konnte, gingen die Silberpfeile richtig ab. In den Jahren 1998 und 1999 wurde Mika Häkkinen in den von Newey konstruierten Autos Weltmeister.

Das Williams-Team wusste den schmerzlichen Verlust dagegen offensichtlich nicht zu kompensieren und konnte bis zu Ralf Schumachers Sieg in Imola am 15. April dieses Jahres keinen Grand-Prix-Sieg mehr verzeichnen. Die Ursache für diese Negativserie machte Teamchef Frank Williams direkt an Newey fest: "Jemanden wie ihn zu verlieren, ist nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte besteht darin, dass er danach gegen einen arbeitet."

Studium mit Auszeichnung abgeschlossen

Nachdem Newey sein Studium in den Fachbereichen Astronautik und Aeronautik mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, begann seine Karriere als Rennwagen-Konstrukteur im Jahre 1981 beim March-Team in der Indycar-Serie. Als March 1987 in die Formel 1 ging, wurde Newey technischer Leiter. Trotz eines hoffnungslos unterlegenen Motors belegte das Team 1988 in der Konstrukteurs-WM den fünften Platz. Zwei Jahre später wechselte Newey zu Williams.

Seitdem ist Newey in der Königsklasse des Motorsports der geistige Vater vieler Erfolge. Von ihm konstruierte Rennautos fuhren zwölf WM-Titel ein: Unter anderem holten sich Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Damon Hill (1996) und Jacques Villeneuve (1997) die Krone der Fahrerwertung.

Gerichte entscheiden über den künftigen Arbeitgeber

Bei welchem Rennstahl Adrian Newey in Zukunft sein Potenzial einbringen wird, müssen nun Gerichte entscheiden. Angeblich hat der Brite, dessen Vertrag bei McLaren-Mercedes bis August 2002 läuft, sowohl bei Jaguar, als auch bei den Silberpfeilen unterschrieben. Beide F1-Rennställe behaupten, für die Zeit nach 2002 einen gültigen Dreijahresvertrag mit dem Starkonstrukteur zu besitzen.

Aber egal wie die Sache ausgehen mag, Newey wird am Ende auf der Gewinnerseite stehen - zumindest finanziell. Bei McLaren-Mercedes soll er rund 40 Millionen Mark für drei Jahre kassieren, Jaguar lockt mit angeblich 52,6 Millionen. Um Newey umzustimmen, soll McLaren-Teamchef Ron Dennis neben einer großzügigen Gehaltserhöhung auch die Option auf Firmenanteile und neue Aufgaben geboten haben.

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