F1-Legenden: Testosteron bis in den Tod - DER SPIEGEL
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F1-Legenden Testosteron bis in den Tod

Spektakuläre Manöver, historische Rekorde, tragische Unfälle: Jedes Jahr schafft die Formel 1 neue Helden. Viele gehen als Legenden in die Geschichtsbücher ein - SPIEGEL ONLINE zeigt die ganz Großen in außergewöhnlichen Porträts.
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Kann man mit nur 51 absolvierten Rennen viermal Formel-1-Weltmeister werden? Man kann.

Besser gesagt: Juan Manuel Fangio konnte es.

Der Argentinier fuhr 24 Siege ein und kommt damit auf eine bis heute nicht mehr erreichte Gewinn-Quote. Einen seiner spektakulärsten Erfolge feierte Fangio 1957 in Deutschland. Auf dem Nürburgring kam es zum Duell zwischen dem Maserati-Piloten und den Ferrari-Fahrern Peter Collins und Mike Hawthorn.

F1-Pilot Graham Hill (1962 in Frankreich): Tod im Privatjet

F1-Pilot Graham Hill (1962 in Frankreich): Tod im Privatjet

Foto: Delius Klasing Verlag

Fangio wusste, dass seine Reifen einen Stopp mehr erforderlich machten. Sein Tank war am Start nur halbvoll, um den nötigen Abstand herauszufahren. Nach zwölf Runden wog sich der damals schon 48-Jährige mit 28 Sekunden in Sicherheit. Dieser Vorsprung musste an der Box reichen. Doch eine fehlende Schraube verlängerte den Aufenthalt. Als Fangio auf die Piste zurückkehrte, hatten die beiden Roten einen nahezu uneinholbaren Vorsprung von 48 Sekunden.

Obwohl er die schlechteren Reifen hatte, erhöhte Fangio Runde für Runde das Tempo und trieb die Ferraris vor sich her wie ein Stier, der nur noch Rot sieht. Dabei verbesserte er sogar die Pole-Zeit aus dem Qualifying. Zwei Runden vor dem Ende gab Collins entnervt auf. Kurz vor der Ziellinie hatte Fangio auch Hawthorn zermürbt - und gewann mit zwei Sekunden Vorsprung. Die Sensation war perfekt.

Zwei Tote und ein Verletzter an einem Rennwochenende

Seit dem ersten Formel-1-Rennen 1950 haben sich etliche solcher Dramen abgespielt. Stellvertretend für die vielen Fahrer, die meist wegen Sicherheitsmängeln der Autos ihr Leben auf oder neben der Piste ließen, sei das Jahr 1994 erwähnt. Vom 29. April bis 1. Mai gastierte die Königsklasse auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari. Schon beim Samstagstraining kam es zu dramatischen Szenen. Der Österreicher Roland Ratzenberger verunglückte bei Tempo 300 mit seinem Simtek und brach sich das Genick. Der damals 34-Jährige starb noch am Unfallort. Auch Rubens Barrichello baute während des Trainings mit seinem Jordan einen schweren Unfall - kam aber mit einer gebrochenen Nase und einem gebrochenen Arm relativ glimpflich davon.

Am nächsten Tag schien dann die Formel-1-Welt für Sekunden still zu stehen. Der Brasilianer Ayrton Senna raste in der 7. Runde des Rennens ungebremst in eine Mauer - und starb an schweren Kopfverletzungen. Ursache des Unfalls: eine gebrochene Lenksäule.

Es gab auch Fahrer, die ihr Leben durch mangelnde Kontrolle ihres Testosterons in Gefahr brachten. Wie der Engländer James Hunt. Der "letzte bunte Hund" (Niki Lauda) der Formel 1 war nicht nur ein Frauenheld, sondern auch Kettenraucher und liebte Hochprozentiges. Der Weltmeister von 1976 im McLaren starb mit 45 an einem Herzinfarkt.

Nur ein Jahr älter wurde Graham Hill. Der zweifache Weltmeister und Vater des einfachen Weltmeisters Damon Hill hatte sich einen Privatjet gekauft, von seiner Siegprämie, die er 1966 beim Indy 500 eingefahren hatte. Neun Jahre später stürzte er beim Landeanflug auf eine englische Grafschaft in der Nähe von London aufgrund schlechter Sichtverhältnisse ab.

Diese und weitere traurige, spannende, aber auch komische Geschichten haben die Fotografen Bernard Cahier und sein Sohn Paul-Henri in einem neuen Bildband zusammengestellt, der die Formel 1 seit ihren Anfängen begleitet. SPIEGEL ONLINE zeigt eine Auswahl der spektakulären Bilder.

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