Ferrari-Hackordnung Barrichello probt den Aufstand
Madonna di Campiglio - "Die Zeiten, in denen Ferraris Nummer zwei nicht gewinnen konnte, sind vorbei", sagte Barrichello am Mittwoch auf der traditionellen Ferrari-Pressekonferenz im italienischen Skiort Madonna di Campiglio.
Als er 2000 zu Ferrari gekommen sei, habe man ihm gesagt, er würde niemals gegen Schumacher gewinnen, so der Vizeweltmeister. "Das war eine sehr schwierige Situation für mich. Doch ich habe inzwischen die Idee verworfen, dass nur die Nummer eins bei Ferrari siegen kann. Auch der Titel ist ein Ziel für mich."
Der Brasilianer stand stets im Schatten Schumachers, der bislang fünfmal den WM-Titel in der Formel 1 gewinnen konnte. In der vergangenen WM-Saison allerdings fuhr "Rubinho" viermal vor seinem ansonsten dominierenden Teamgefährten über die Ziellinie und überzeugte damit seine Kritiker. "Ich glaube, dass ich in der nächsten Saison eine realistische Chance habe zu gewinnen, auch wenn Michael ein fantastischer Fahrer ist", so Barrichello.
"Kann nicht warten, bis Michael aussteigt"
Um den Traum vom WM-Titel verwirklichen zu können, will sich Barrichello deshalb nicht so lange gedulden, bis sein deutscher Teamkollege die Karriere in zwei Jahren möglicherweise beendet. "Ich kann doch nicht warten, bis Michael aus der Formel 1 aussteigt." Bei seinem ehrgeizigen Ziel, Schumacher näher zu rücken oder gar zu überholen, setzt der Südamerikaner auch auf die neuen Regeln. Künftig ist im Qualifikationstraining nur noch eine schnelle Runde erlaubt. "Das Qualifying ist eine meiner Stärken", sagt Barrichello.
Auch die Aufwertung des zweiten Platzes, für den es nun acht statt bislang sechs Punkte gibt, könnte der einst selbst ernannten "Nummer 1b" bei der Scuderia nach eigener Einschätzung entgegenkommen: "Wenn einer fünf Mal gewinnt und du fünf Mal Zweiter wirst, hast du nur noch 10 statt 20 Zähler Rückstand und kannst beim nächsten Rennen gleichziehen."