Ferrari: Schumachers unerklärliche Stärke - DER SPIEGEL
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Ferrari Schumachers unerklärliche Stärke

Nach Michael Schumachers Galavorstellung beim Regensieg in Sepang rätselt die konsternierte Konkurrenz über die Dominanz der Ferrari.
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Kuala Lumpur - "Michael fährt in einer anderen Liga. Als er mich überholte, kam es mir vor, als würde ich parken", gab Heinz-Harald Frentzen unumwunden zu. Der Mönchengladbacher, der beim Großen Preis von Malaysia Vierter geworden war, biss sich jedoch auf die Zunge und vermied neuerliche Spekulationen über eine etwaige Traktionskontrolle bei Ferrari, die erst ab dem Grand Prix von Spanien am 29. April in Barcelona wieder erlaubt ist.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Jordan-Pilot wegen seiner Aussagen hinsichtlich der elektronische Fahrhilfe, die beim Beschleunigen das Durchdrehen der Räder verhindert, einen dicken Anraunzer von Schumacher einstecken müssen. "Das sind dumme und unfaire Spekulationen", hatte der Weltmeister erklärt. "Wir führen alle Teile bei der Fia vor, bevor wir sie einsetzen. Wenn jemand glaubt, wir hätten was Illegales, dann kann er protestieren. Sonst sollte man sagen, dass wir einen besseren Job als die anderen gemacht haben."

"Der Ferrari ist allen Autos in allen Bereichen überlegen"

Im Gegensatz zu Frentzen ließ RTL-Kommentator Christian Danner anklingen, dass beim Rennstall des Seriensiegers möglicherweise doch nicht alles mit rechten Dingen zugehen könnte. "Das war lächerlich, die Ferrari sind Kreise gefahren um alle anderen. Sie haben die Konkurrenten überholt als wären das nur Formel-3-Autos", wunderte sich der ehemalige Formel-1-Pilot. "Der Ferrari ist allen anderen Autos in allen Bereichen klar überlegen. Sie haben mehr Abtrieb, können später bremsen, schneller durch die Kurven fahren und haben eine intergalaktische Traktion", meinte der Münchner vielsagend.

Auch andere Experten konnten sich keinen Reim darauf machen, warum Schumacher auf zum Teil regennasser Piste mit Intermediate-Reifen, einer Mischung aus Slicks und Regenpneus, fünf Sekunden schneller war als sämtliche Gegner, die auf Regenreifen oder Slicks vertraut hatten.

"Ich würde denen nie was Illegales zuschreiben"

"Ich würde denen nie was Illegales zuschreiben. Aber sie haben was Besseres, keine Frage. Wo und wie sie das machen, wissen wir alle zusammen nicht", spricht BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger aus, was viele im Fahrerlager denken.

Sein großer Vorsprung in Malaysia sei völlig normal, gab sich Schumacher hingegen ganz locker. Schon Reifentests vor der Saison hätten gezeigt, dass man mit Intermediate-Reifen bei Bedingungen, wie sie in Malaysia geherrscht hätten, mehrere Sekunden schneller sei.

Warum wird Traktionskontrolle so spät zugelassen?

Kontrovers diskutiert wird auch der Zeitpunkt, die Traktionskontrolle wieder zuzulassen. "Für mich ist unverständlich, warum man ein Reglement erst nach dem vierten Rennen ändert, wenn man sagt, es ist zu schwierig, es in seiner derzeitigen Form zu kontrollieren", kritisiert BMW-Mann Berger, "die ganze Diskussion wäre beendet, wenn nicht erst in Barcelona das Reglement geändert würde, sondern schon beim nächsten Rennen."

Ferrari hatte sich gegen eine Einführung schon zu Saisonbeginn ausgesprochen, weil die Rennställe für derart weitreichende Änderungen eine gewisse Vorlaufzeit benötigen würden.

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