Ferrari: "Wir haben gepatzt" - DER SPIEGEL
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Ferrari "Wir haben gepatzt"

Dass David Coulthard in São Paulo so locker an Michael Schumacher vorbeigezogen war, lag weniger an den Fahrkünsten des Schotten, sondern an der schlampigen Vorbereitung der "Scuderia".
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Imola - Vor dem Großen Preis von San Marino am Sonntag hat Ferrari ein Geständnis abgelegt: "Wir haben in Brasilien schlichtweg die Abstimmung verpatzt", räumte Ferrari-Sprecher Claudio Berro am Donnerstag gegenüber der italienischen Sport-Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" ein. "Wir haben das bei der Auswertung der Telemetriedaten gesehen. Aber so etwas passiert Ferrari nur einmal." Am Sonntag, beim Heimrennen der Scuderia in Imola soll die Scharte von São Paulo ausgemerzt werden. In den letzten zwei Jahren hat Schumacher hier gewonnen, jetzt will er die Serie nicht abreißen lassen. "Aller guten Dinge sind drei", kündigte der dreimalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen einen Hattrick an.

Barrichellos Ritt auf der Rasierklinge


Unterdessen hat sich Schumachers Manager Willi Weber den Kollegen seines Schützling, Rubens Barrichello, vorgeknöpft. "Seine Fahrweise gleicht dem Ritt auf der Rasierklinge. Aber da sind das Team und die Rennkommissare gefordert", sagte Weber in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" vom Donnerstag. Der Brasilianer wolle wohl derzeit beweisen, dass er besser als Schumacher sei. "Daher ist er an Grenzen gegangen, die er gar nicht beherrscht."

Ferrari-Konkurrent McLaren-Mercedes indes ist zuversichtlich, nach David Coulthards Coup von São Paulo auch am Sonntag (Start: 14 Uhr) im Autodromo Enzo e Dino Ferrari rote Festspiele verhindern zu können. "Für uns beginnt die Saison hier neu", sagte McLaren-Teamchef Ron Dennis der "Gazzetta". "Ich erwarte Imola mit Ungeduld. Wir werden ein Auto haben, das optimal abgestimmt ist." Allen Kritikern, die den Finnen Mika Häkkinen angesichts von 25 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Schumacher vor dem vierten Saisonlauf bereits abgeschrieben haben, entgegnete der Brite: "Häkkinen steckt nicht in der Krise."

"Wir werden wieder stark sein"


Von Krise will man auch bei Ferrari trotz des jüngsten Set-up-Flops nichts wissen. Schumacher strahlte nach seinen Testfahrten vor dem San-Marino-Grand-Prix Zuversicht aus. "Ich gehe davon aus, dass wir wieder stark sein werden", gibt sich der Rheinländer kampfesmutig. In São Paulo hatte er den zweiten Platz hinter Coulthard belegt, weil er bei strömendem Regen während des letzten Renndrittels zweimal von der Piste gerutscht war.

Testpilot Luca Badoer hatte am Mittwoch ebenfalls bei sintflutartigem Regen in Fiorano die letzten Abstimmungsarbeiten am F2001 erledigt. Damit dürfte am Sonntag ein erneuter Schlag ins Wasser ausgeschlossen sein, sollte das Wetter in der Emilia Romagna so schlecht wie zurzeit bleiben.

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