Formel 1: Alarmstimmung bei Ferrari - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Formel 1 Alarmstimmung bei Ferrari

Großer Rennstall, große Sorgen: Kurz vor dem Start der Formel-1-Saison hat Ferrari Probleme mit dem neuen Wagen. Die Italiener fahren der Konkurrenz hinterher und haben offenbar keinen Plan, wie sie den Boliden in den Griff bekommen sollen. Die Medien schlagen bereits Alarm.
Ferrari-Pilot Alonso: Neuer Wagen ist "schwer zu verstehen"
Ferrari-Pilot Alonso: Neuer Wagen ist "schwer zu verstehen"

Ferrari-Pilot Alonso: Neuer Wagen ist "schwer zu verstehen"

Foto: Mark Thompson/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Chef ist sauer: "Ich will wissen, wo die Probleme liegen, und erfahren, ob es Lösungen dafür gibt", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo beim Auto-Salon in Genf, wo er immer wieder Fragen nach den enttäuschenden Test-Ergebnissen des Formel-1-Teams beantworten musste. Anderthalb Wochen vor dem Saisonauftakt am 18. März in Melbourne (7 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) geht bei Ferrari die Angst um. Der neue F2012 bereitet offenbar große Probleme.

Daher schlagen die italienischen Medien jetzt Alarm. "Niemand hätte in Maranello mit einer derartigen Phase gerechnet", schrieb die "Gazzetta dello Sport": "Nicht die Techniker, die schon seit Mitte 2011 an dem Auto für die Revanche arbeiten, und nicht die Piloten. Diese hatten die ganze letzte Saison lang gelitten in der Hoffnung, jetzt die Waffe in der Hand zu haben, um Red Bulls Übermacht zu zerschlagen. Ihre Hoffnungen drohen jetzt enttäuscht zu werden."

Der "Corriere dello Sport" hat in Maranello eine "chaotische Phase" ausgemacht, "eine Zeit der Unregierbarkeit. Das bezeugt der Maulkorb, der den Fahrern verpasst und nach kurzer Zeit von Alonso ignoriert wurde. Dieser Vorfall ist besorgniserregender als die schlechten Testergebnisse."

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso hatte nicht nur öffentlich zugegeben, dass der neue, mit einigen radikalen Änderungen versehene F2012 "schwer zu verstehen" sei. In einer Krisensitzung hatte er das gesamte Team auf eine gemeinsame Richtung eingeschworen und Zusammenhalt gefordert. "Vielleicht sind wir nicht da, wo wir sein wollen. Aber wir haben alle so viele Formel-1-Saisons hinter uns und wissen alle, dass wir vor Australien nicht genau wissen, wo wir im Verhältnis zur Konkurrenz stehen", sagte der Spanier: "Wir müssen dringender als je zuvor alles geben, um uns zu verbessern."

Auch die Aussagen von Ferrari-Technikchef Pat Fry nach dem Ende der Testfahrten, als Ferrari klar langsamer als die Konkurrenz war, gaben keinen Anlass zur Hoffnung: "Wir sind enttäuscht von unserem Leistungsstand bei diesen Tests, und ich denke, wir haben eine Menge Arbeit vor uns."

Der Druck bei Ferrari ist nach dem verschenkten Titel 2010 von Alonso und der enttäuschenden Saison 2011 mit nur einem Sieg in 19 Rennen so groß wie lange nicht. Sowohl Red Bull als auch McLaren und Mercedes drohen davon zu ziehen.

ham/sid