Formel 1 Arrows ist untergegangen
Hamburg - "Die Verträge mit Arrows sind gekündigt", sagte am Donnerstag Oliver Behring, Geschäftsführer der "German Grand Prix Racing GmbH". Das Unternehmen aus Bremen-Weyhe hatte sich beim seit 1978 in der Formel 1 aktiven Team engagieren wollen. Nach dem Rückzug der potenziellen Investoren hat der mit geschätzten 100 Millionen Euro verschuldete britische Rennstall keine Überlebenschance mehr.
Der Internationale Automobil-Verband Fia hatte bereits Anfang Dezember Arrows aus wirtschaftlichen Gründen die Formel-1-Lizenz für die kommende Saison verweigert. Behring kündigte die Ende Oktober geschlossenen Verträge, weil der Rennstall nicht wie vereinbart, einen Erörterungstermin bei der Fia besorgt hatte. Vor dem Gremium, in dem Vertreter der Teams, der Veranstalter, der Sponsoren, der Motoren- und Reifenhersteller sowie F1-Chef Bernie Ecclestone und Fia-Präsident Max Mosley sitzen, sollte über den Lizenzentzug beraten werden.
"Ich habe seit Tagen keinen Kontakt zu Arrows bekommen und sehe angesichts der fortgeschrittenen Zeit keine Zukunft mehr für das Team, selbst wenn doch noch die Lizenz erteilt würde", fügte Behring hinzu. Es sei gegenüber den Geldgebern nicht mehr zu verantworten, länger an den Verträgen festzuhalten. Seine Gesellschaft wollte gemeinsam mit einem von ihm nicht namentlich genannten arabischen Investor rund 50 Millionen Euro bei Arrows investieren und einen Anteil von etwa 60 Prozent übernehmen. Doch nur bei Erhalt der Starterlaubnis für die WM-Serie 2003 wäre das Geld geflossen.
In 382 Grand-Prix-Rennen kein einziger Sieg
Die Chancen, dass Arrows doch noch eine Lizenz erhalten hätte, galten von vornherein als gering. Das Team von Tom Walkinshaw hatte in der abgelaufenen Saison aus finanziellen Gründen die letzten fünf WM-Läufe nicht mehr bestreiten können. Die Fabrik in Leafield ist schon lange nicht mehr in Betrieb, vergangene Woche erhielten 160 Arrows-Mitarbeiter Entlassungsschreiben.
Gegen das Arrows-Team, dem für die Saison 2003 sowohl ein Motorenlieferant als auch ein Hauptsponsor fehlt, haben mehrere Gläubiger Klagen angestrengt. Auch der frühere Pilot Heinz-Harald Frentzen fordert noch Geld. Dennoch hatte Walkinshaw sein Team fristgerecht bei der Fia für die WM angemeldet und eine Gebühr von 300.000 Euro überwiesen. Arrows fuhr seit 24 Jahren in der Königsklasse des Motorsports, blieb aber in 382 Rennen ohne Sieg.