Formel 1 Button siegt, Vettel fliegt
Hamburg - Sechster WM-Lauf, dritter Doppelsieg: Das Brawn-GP-Team setzte beim Rennen in Monte Carlo seine Erfolgsserie in der Formel 1 fort. Auf dem anspruchsvollen Stadtkurs triumphierte Jenson Button (1:40:44,282 Stunden), der damit seine Führung im Gesamtklassement ausbaute, vor seinem Rennstall-Kollegen Rubens Barrichello (+0:07,666 Minuten). Nach 78 Runden landete Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (+0:13,442) auf dem dritten Rang, Felipe Massa (+0:15,110) machte im zweiten Ferrari den guten Auftritt des Teams aus Maranello perfekt.
Brawn-GP-Fahrer Button: Auch in Monaco nicht zu schlagen
Foto: DPA"Das war ein irrsinniger Moment", kommentierte Button seinen ersten Erfolg in Monte Carlo, bei dem er sich selbst in den letzten Runden zur Aufmerksamkeit zwingen musste. "Wenn du anfängst zu denken, ist das Gift. Ich musste mich verdammt konzentrieren", so der Brite.
Bester deutscher Fahrer wurde Nico Rosberg, der seinen Williams auf den sechsten Rang brachte. Timo Glock im Toyota kam nur auf Platz zehn, dahinter lagen Nick Heidfeld (BMW Sauber) auf Position elf und Adrian Sutil (Force India) auf dem 14. und damit vorletzten Platz. Für Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel war der Arbeitstag nach einem Unfall schon nach 16 Runden beendet.
Am Start hatte sich Barrichello um eine Position auf den zweiten Rang nach vorn geschoben, nachdem Räikkönen nicht allzu gut weggekommen war. Rosberg ging in seiner Wahlheimat nach Buttons erstem Boxenstopp sogar in Führung, musste den Spitzenplatz nach nur einer Runde allerdings wieder an den Briten abgeben, weil er selbst zum Tanken abbog. Danach konnte der 23-Jährige nicht mehr in den Kampf um die Podestplätze eingreifen.
Bei Vettel zeigte sich direkt nach Renneröffnung, dass sich sein Team mit den weichen Reifen verspekuliert hatte. Als Vierter in den Grand Prix gegangen, musste der 21-Jährige mehrere Konkurrenten passieren lassen und bog bereits in der elften Runde zum Boxenstopp ein. "Wir haben uns bei der Reifenwahl vertan", sagte Vettel nach dem Rennen. "Bei uns war heute ein bisschen der Wurm drin." Als 15. auf den 3,340 Kilometer langen Kurs zurückgekehrt, spielte er bei der Verfolgung des enteilten Brawn-GP-Paares keine Rolle mehr. Fünf Umläufe später kam das frühe, frustrierende Aus für Vettel: Er fuhr mit seinem Red-Bull in der Kurve St. Devote in die Leitplanken. "Ich war nach dem Stopp sehr schwer und hatte leichte Probleme mit der Lenkung", kommentierte Vettel seinen Crash.
In der Gesamtwertung liegt Button nach 6 von 17 Läufen mit 51 Punkten souverän vor dem Brasilianer Barrichello (35). Dem Drittplazierten Vettel (23 Zähler) hilft nur noch eine Ausfallserie der Brawn-GP-Piloten im Kampf um den WM-Titel. Die Hoffnung hat er dennoch nicht aufgegeben: "Ich denke schon, dass die noch einzuholen sind. Die kommen auch nicht immer ins Ziel."
Vorjahressieger Lewis Hamilton musste wegen eines kurzfristigen Getriebewechsels von ganz hinten starten und hatte damit kaum Chancen auf einen Podestplatz. Der britische McLaren-Mercedes-Pilot hat sich nach seinem zwölften Rang und Platz neun in der Gesamtwertung (neun Punkte) praktisch aus dem WM-Rennen verabschiedet. Besonders demütigend war für den Titelverteidiger, dass ihn sein wahrscheinlicher Nachfolger kurz vor Halbzeit des WM-Laufes überrundete. Das Debakel für die Silbernen machte der Finne Heikki Kovalainen mit seinem Abflug in die Mauer in der 53. Runde perfekt.
Frust pur auch beim BMW-Sauber-Rennstall. Heidfeld landete außerhalb der Punkteränge, Robert Kubica musste seinen Boliden im 31. Umlauf wegen eines technischen Defekts abstellen. Toyota-Mann Timo Glock, im Qualifying Letzter, startete aus der Boxengasse, weil er durch diese Entscheidung neu tanken konnte. Obwohl er ein engagiertes Renne fuhr, konnte Glock in den Kampf um die vorderen Positionen zu keiner Zeit eingreifen.
Das Brawn-GP-Duo konnten die "schnellste Hafenrundfahrt der Welt" nach dem geglückten Start dagegen entspannt genießen. Button verteidigte seine Pole-Position ohne Probleme, Teamkollege Barrichello folgte mit respektvollem Abstand. Nachdem auch die Boxenstopps reibungslos funktioniert hatten, fuhr das Duo einsam vorneweg und konnte sich im Ziel über den zu keiner Zeit gefährdeten Doppelsieg freuen.