Formel 1 Chaostraining hat Nachspiel
Paris - Das Skandaltraining am vergangenen Samstag beim Großen Preis von Brasilien hat ein Nachspiel: Die Organisatoren des zweiten Formel-1-Rennens der Saison in São Paulo müssen sich für die chaotischen Zustände am 6. April vor dem Automobil-Weltverband (FIA) in Paris verantworten. Das Zeittraining war innerhalb weniger Minuten dreimal unterbrochen worden, weil sich nicht sachgemäß befestigte Werbetafeln gelöst hatten und auf die Strecke geflogen waren.
Die Streckenbetreiber müssen der FIA dafür Rede und Antwort stehen. Allgemein wird eine Geldstrafe erwartet. Im schlimmsten Fall droht den Brasilianern sogar die Aberkennung des WM-Prädikats und damit der Verlust der Formel 1 für mindestens ein Jahr.
Dem Franzosen Jean Alesi war bei Tempo 300 eine Werbebande direkt vor das Auto geflogen. Das Fahrzeug wurde beschädigt, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Wäre Alesi nur Bruchteile von Sekunden eher an die "Absturzstelle" gekommen, wäre ihm die Reklame ins Cockpit geknallt - unter Umständen mit tödlichen Folgen.
Michael Schumacher hatte als ein Sprecher der Fahrergewerkschaft GPDA noch an Ort und Stelle Konsequenzen gefordert: "Wir werden uns mit diesen Vorfällen auseinandersetzen. Ich glaube aber nicht, dass großer Einfluss der GPDA nötig ist. Die FIA und die Streckenbetreiber haben sich genug blamiert und werden sich damit beschäftigen." Dieser Forderung kam der Weltverband schneller als erwartet nach.