Formel 1: Das Brüderpaar aus Reihe eins - DER SPIEGEL
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Formel 1 Das Brüderpaar aus Reihe eins

Was Michael und Ralf Schumacher bereits beim Großen Preis von Brasilien geglückt war, klappte nun auch in Kanada. Die schnellen Brüder aus Kerpen gewannen das Qualifying in Montreal und stehen beim Rennen am Sonntag gemeinsam in der erste Reihe.
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Montreal - Weltmeister Michael Schumacher sicherte sich vor 100.000 Zuschauern in 1:15,782 Minuten im siebten Saisonrennen zum sechsten Mal die Pole-Position und die 38. Spitzenplatzierung seiner gesamten Karriere.

Hinter dem WM-Führenden, der mit 52 Punkten vor dem Schotten David Coulthard (40) liegt, bestätigte Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher auf dem Circuit Gilles Villeneuve seine Rolle als Geheimfavorit. Mit 0,515 Sekunden Rückstand fuhr der jüngere Schumacher auf den zweiten Platz (1:16,297).

Coulthard musste sich beim Schumacher-Festival im McLaren-Mercedes mit Rang drei begnügen (1:16,459). Sein Teamkollege Mika Häkkinen kam im Ersatzauto - der Finne hatte sich an seinem Silberpfeil früh den Kühler aufgerissen - nicht über die achte Position hinaus (1:16,979).

"Ich bin enttäuscht, dass ich nicht in der ersten Reihe stehe", bekannte Coulthard. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug schaute mürrisch drein: "Wir sind mit dem Abschneiden nicht zufrieden." Im Rennen am Sonntag, das um 19 Uhr MESZ gestartet wird, müsse es besser laufen.

"Für mich war es mehr Unterhaltung"

"Bei dem ganzen Chaos zum Schluss, habe ich mir das lieber von draußen angeschaut. Speziell am Ende war es für mich mehr Unterhaltung. Es war klar, dass keine bessere Runde mehr möglich war", meinte Michael Schumacher, der in Montreal schon viermal gewonnen hat, und grinste danach Bruder Ralf an: "Der Kleine neben mir - das wird ein interessantes Rennen."

Der direkt Angesprochene stapelte trotz aller Vorschusslorbeeren tief: "Ich sehe das nicht so wie Michael, dass wir das Rennen gewinnen können. Doch nach den Problemen, die wir bislang hier hatten, bin ich mit dem Training natürlich sehr zufrieden."

Nick Heidfeld sorgte für Aufregung

Grund für die Hektik 90 Sekunden vor dem Schluss war ein Unfall Nick Heidfelds gewesen. Der Mönchengladbacher Sauber-Pilot, der Elfter (1:17,165) wurde, sorgte mit seinem Unfall in der tückischen Kurve vor der Start-Ziel-Geraden für die zweite Unterbrechung des Qualifyings.

Da bei Wiederaufnahme des Trainings beinahe alle bis auf die Schumachers auf die Piste drängten, gelang nur noch Coulthard eine Verbesserung um einen Platz. Ralf Schumacher kommentierte die zumeist vergeblichen Versuche der Widersacher sarkastisch: "Am Schluss war es witzig, wie alle wie die Fliegen auf dem Haufen gewartet haben."

Rubens Barrichello baute mal wieder einen Unfall

Vor Heidfelds Aussetzer hatte Rubens Barrichello seinen Ferrari an der gleichen Stelle des Stop-and-Go-Kurses auf der Insel Notre Dame im St.-Lorenzstrom zerlegt. "Rambochellos" Crash führte zur ersten vierminütigen Zwangspause. Der Brasilianer belegte dann im Ersatzauto Rang fünf.

Heinz-Harald Frentzen hatte nach einem Unfall im Freien Training am Freitag wegen Sehstörungen, Schwindelgefühl und Kopfschmerzen auf einen Start in Montreal verzichtet. Den Platz des Mönchengladbachers übernahm Jordan-Testfahrer Ricardo Zonta. Der 25-jährige Brasilianer wurde in 1:17,328 Minuten Zwölfter.

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