Formel-1-Expansion Rückschlag für Deutschland, Zuschlag für Abu Dhabi
London - Laut Formel-1-Chef Ecclestone stünden mehrere Bewerber um die Ausrichtung eines Formel-1-Grand-Prix derzeit Schlange. "Fünf Länder warten nur noch auf grünes Licht", sagte der Engländer. Ingesamt will Ecclestone den Rennkalender von jetzt 17 Grand Prixs auf 20 ausweiten, aussichtsreichste Kandidaten für den Zuschlag sind Singapur, Mexiko und Indien. Zudem plant Ecclestone mindestens drei Nachtrennen pro Saison.
Die Aufstockung des WM-Kalenders ist für die beiden deutschen Rennstrecken ein Rückschlag. In der ersten Saison nach dem Rücktritt von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher findet nur noch ein Rennen in Deutschland statt - die traditions- aber auch verlustreichen Strecken Nürburgring und Hockenheim sollen sich jährlich abwechseln, der Nürburgring macht am 22. Juli dieses Jahres den Anfang. Die Formel-1-Saison 2007 beginnt am 18. März im australischen Melbourne.
Ecclestone will die Formel-1-WM langfristig im Nahen Osten etablieren. "Ich bin überzeugt, dass Bahrain und Abu Dhabi künftig gut zusammenarbeiten und der Formel 1 in diesem Teil der Welt zum Erfolg verhelfen werden", sagte der Brite auf einer Pressekonferenz, nachdem er mit dem Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammad bin Zayed al-Nahayan, einen ab 2009 gültigen Vetrag für sieben Jahren mit Option auf Verlängerung unterschrieben hatte. Der künftige WM-Kurs in Abu Dhabi ist Teil eines großangelegten Tourismus-Projektes, das mit 40 Milliarden Dollar veranschlagt ist. Ein Ferrari-Park mit eigenem Museum und Theater sowie eine Fahrer-Schule, Kartbahnen, Dünenkurse, drei Golfanlagen und Hotels sollen zu Urlauber-Attraktionen werden.
Immerhin mischt ein Deutscher beim Streckenbau groß mit - für den 5,5 Kilometer langen Kurs in Abu Dhabi, der auf der 2500 Hektar großen Insel Yas entstehen soll, wird der Aachener Architekt Hermann Tilke verantwortlich sein. "Wir haben einige Hügel aufgeschüttet, so dass die Strecke auf und ab gehen wird. Ein Teil der Strecke wird permanent sein, die restlichen 2,5 Kilometer werden durch die Stadt führen, vorbei am Yachthafen", sagte Tilke, der bereits die Grand-Prix-Strecken in Malaysia, China, Bahrain und der Türkei gebaut hat.
goe/sid