Formel 1 Ferrari soll noch schneller werden
Hamburg - Nach Auskunft des Engländers wird der F2001 noch leichter, noch schnittiger, noch schneller. "In den nächsten Wochen und Monaten werden wir besonders auf dem Aerodynamik-Sektor einige Neuerungen haben, sagte Brawn der "Bild am Sonntag", "wir wollen etwas Gewicht abbauen, denn einige Bauteile sind schwerer geworden, als wir erhofft haben."
"Ein großes Plus an unserem Auto ist, dass in der Theorie logisch erscheinende Veränderungen in der Praxis auch die gewünschten Verbesserungen bringen. Das war nicht immer so", freute sich Weltmeister Michael Schumacher, der die WM-Wertung nach zwei Läufen mit der Idealpunktzahl 20 anführt. Wie es ausschaut, wird sein derzeit ohnehin konkurrenzloses Dienstfahrzeug noch einen Tick schneller werden.
Nicht ohne Grund wird Brawn das "Superhirn" genannt
Nach den Vorstellungen von Ferrari-Technikchef Brawn, der wegen seiner taktischen Schachzüge in der Formel-1-Szene auch "Superhirn" genannt wird, soll Schumachers Bolide und der seines Kollegen Rubens Barrichello beim dritten WM-Lauf am Sonntag im brasilianischen Sao Paulo einen modifizierten Frontflügel erhalten. Beim jüngsten Grand-Prix-Sieg in Malaysia hatte dem amtierenden F1-Champion ein "Doppeldecker"-Flügel die richtige Haftung verschafft.
"Auf einem höheren Niveau als McLaren-Mercedes"
Gustav Brunner, insgesamt sechs Jahre lang Chefdesigner bei Ferrari und inzwischen Technischer Direktor beim Minardi-Team, beziffert die Leistungsdifferenz zwischen Ferrari und McLaren im Bereich der Aerodynamik auf drei Prozent. "Das scheint nicht viel, aber es kann, wie wir vor allem im Auftakt-Grand-Prix in Melbourne gesehen haben, Rennen entscheiden."
Ferrari stehe, was die aerodynamische Experimentier-Fähigkeit betrifft, "auf einem höheren Niveau als McLaren-Mercedes". Die Situation sei für die Silberpfeile aber nicht hoffnungslos, meint Brunner. "Ich vermute schon beim Grand Prix von San Marino Mitte April könnte McLaren-Mercedes das Aufholmanöver gelungen sein."
"Für Schumacher läuft alles perfekt"
Für Alain Prost spielen die weiteren Verbesserungen am Ferrari keine entscheidende Rolle. "Genau genommen läuft für Schumacher alles perfekt. Seine einzigen Gegner sind auch 2001 geschwächt", sagte der Teamchef und vierfache Champion aus Frankreich der "Welt am Sonntag".
Jacques Villeneuve trete beim BAR-Team noch immer auf der Stelle. Und wenn Mika Häkkinen, wie im Moment, "nur die kleinsten Probleme mit seinem Auto hat, bleibt am Ende Schumacher fast unschlagbar als einziger Siegfahrer übrig", urteilte Prost.