Formel 1 Frentzen steigt bei Prost ein
Hamburg - Frentzen, der Ende Juli direkt vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring vom Jordan-Rennstall fristlos entlassen worden war, wird die letzten fünf Saisonrennen für das Prost-Team bestreiten. Das bestätigte der Rennstall des viermaligen Weltmeisters Alain Prost am Mittwochnachmittag.
Frentzens erster Einsatz für seinen neuen Arbeitgeber wird beim nächsten Grand Prix am 19. August in Budapest sein. "Ich freue mich darüber, dass Alain mir für den Rest der Saison sein Auto zur Verfügung stellt. Eine solche Gelegenheit wollte ich nicht ausschlagen", erklärte Frentzen am Mittwochnachmittag.
Teamchef Prost hält viel von Frentzen. "Ich war schon immer ein großer Fan von ihm. Durch seine Leistungen in den vergangenen Jahren steht er für mich auf einer Stufe mit den besten Fahrern", sagte der 46-Jährige, der den Deutschen schon vor zwei Jahren verpflichten wollte: "Jetzt hat es endlich geklappt."
"Freue mich auf die Zusammenarbeit"
"Meine Zusammenarbeit mit Prost ist eine neue Herausforderung, ich freue mich darauf, das Team für den Rest der Saison zu unterstützen", sagte Frentzen. Für die kommende Formel-1-Serie sucht der 34-Jährige jedoch weiter nach einer Startmöglichkeit in einem konkurrenzfähigen Team. Derzeit liegt der Prost-Rennstall in der Konstrukteurswertung nur auf dem drittletzten Rang.
Laut Frentzens Manager Ortwin Podlech gibt derzeit keine Optionen für die nächste Saison: "Es wurde über den bestehenden Vertrag hinaus nichts vereinbart." Noch immer halten sich hartnäckig Gerüchte, Frentzen werde 2002 für Toyota fahren. Der japanische Rennstall wird kommende Saison in die Formel 1 einsteigen.
Auch im Streit um die fristlose Kündigung durch Jordan zeichnet sich eine Lösung ab. Frentzen, der am Dienstag mit seinen Anwälten in England gewesen war, um die weiteren Schritte abzustimmen, soll angeblich weiterhin einen Teil seines Gehalts Lohn von Jordan beziehen - für den Rest dieser Saison und auch einen guten Teil der nächsten.
Der verlorene Sohn kehrt zu Jordan heim
Auch Jordan meldete hinsichtlich der Alesi-Verpflichtung Vollzug. Der Franzose wird den Rest dieser Formel-1-Saison für den irischen Rennstall fahren. "Ich freue mich, dass Jean wieder bei uns ist", erklärte Eddie Jordan auf der Team-Homepage. "Es ist etwas ganz Besonderes für mich, nach all den Jahren zu Jordan zurückzukehren", sagte Alesi, der vor zwölf Jahren für Jordan die Formel 3000 gewonnen hatte. Nach dem Frentzen-Rauswurf war Jordan-Testfahrer Ricardo Zonta beim Deutschland-Grand-Prix eingesprungen.
Alesi hat seinen bisherigen Arbeitgeber aber nicht gerade in Freundschaft verlassen. Prost hatte seinem Landsmann nach dem Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours teamschädigendes Verhalten vorgeworfen und ihm aus diesem Grund umgerechnet rund 1,2 Millionen Mark vom Gehalt abgezogen.