Formel 1 Hamilton in Kanada auf Pole
Hamburg - Der Brite Hamilton fuhr im Qualifying auf dem Stadtkurs in Montréal in 1:17,886 Minuten klare Bestzeit. Damit startet er beim Großen Preis von Kanada am Sonntag (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) von Startplatz eins. Zweitschnellster war der Pole Robert Kubica. Der BMW-Sauber-Pilot, der vor einem Jahr in Kanada einen schweren Unfall unverletzt überstanden hatte, lag allerdings mehr als eine halbe Sekunde hinter Hamilton zurück.
Drittschnellster war Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland im Ferrari. Schnellster Deutscher wurde Williams-Pilot Nico Rosberg aus Wiesbaden auf Rang fünf. Als Zweitbester Deutscher kam BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld auf Position acht. Timo Glock fuhr im Toyota auf Platz elf, Adrian Sutil landete im Force India auf dem 18. Rang. Sebastian Vettel verzichtete nach einem Unfall im freien Training am Vormittag auf das Qualifying, da sein schwer beschädigter Toro Rosso nicht rechtzeitig repariert werden konnte und muss vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen.
Für Hamilton war es die zweite Pole Position der Saison nach Melbourne zum WM-Auftakt und die insgesamt siebte seiner Karriere. Der 23-Jährige hatte vor einem Jahr auf dem Stadtkurs in Montréal seinen ersten Formel-1-Sieg überhaupt gefeiert. In der Gesamtwertung führt Hamilton vor dem 7. WM-Lauf mit 38 Punkten und damit drei Zählern Vorsprung vor Räikkönen. Massa (34 Punkte) und Kubica (32) folgen auf den Plätzen drei und vier.
Unterdessen droht der Machtkampf zwischen der Formel 1 und dem Automobil-Weltverband nach der Bestätigung von Max Mosley als Fia-Präsident zu eskalieren. In einer Sitzung mit den zehn Teamchefs am Freitag in Montréal hat Formel-1-Chef Bernie Ecclestone die Loslösung der Formel 1 von der Fia ins Gespräch gebracht. Der 77-jährige Brite sieht die "Königsklasse" durch die Sexvideo-Affäre von Mosley beschädigt.
Die Idee einer eigenen Rennklasse allerdings ist nicht neu. Vor wenigen Jahren hatten die in der Formel 1 engagierten Hersteller im Streit mit Ecclestone um die Verteilung von Geldern aus der Vermarktung mit Gründung einer Gegenserie gedroht. Damals standen Mosley und Ecclestone auf derselben Seite. Neu ist nun, dass ausgerechnet Ecclestone eine Abspaltung erwägt. Seine Position ist durchaus stark: Ecclestone besitzt die Verträge mit den Streckenbetreibern und den Fernsehsendern. Doch er benötigt auch die Unterstützung der Teams. Unter den Rennställen, die am Sonntag in Montréal antreten, soll die Meinung über eine Piratenserie allerdings gespalten sein. Vor allem Ferrari fühlt sich gegenüber Mosley verbunden.
fsc/dpa/sid