Formel 1 Hamilton rast in Monaco zum Sieg
Hamburg - Vizeweltmeister Hamilton gewann in Monte Carlo vor Robert Kubica im BMW und feierte nach seinem Triumph in Australien den zweiten Erfolg dieser Saison. "Das wird immer ein Highlight meiner Karriere sein", freute sich der 23-Jährige. Dritter in einem turbulenten Regenrennen wurde Ferrari-Pilot Felipe Massa. Dessen Teamkollege Kimi Räikkönen hatte einen schwarzen Tag erwischt und kam nur auf Platz neun.
Der Finne fiel zudem kurz vor Schluss durch eine unglückliche Aktion auf: An Position fünf liegend verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und rammte Force-India-Fahrer Adrian Sutil von der Strecke. Der Deutsche wurde so wenige Runden vor Schluss um den größten Erfolg seiner Laufbahn gebracht, bisher war er nie über den achten Platz hinaus gekommen. "Ich konnte es einfach nicht glauben. Das war wie ein Alptraum", sagte Sutil.
Der 25-Jährige musste seinen Wagen abstellen, Räikkönen holte sich in der Box einen neuen Frontflügel, konnte sich aber nicht mehr in die Punkteränge verbessern. Dadurch ist der Titelverteidiger auch die Führung in der Gesamtwertung los. Neuer Spitzenreiter ist Hamilton mit 38 Punkten, auch Massa (34) rangiert nur noch einen Punkt hinter seinem Teamkollegen.
Zu Beginn des Rennens hatte Massa seine Spitzenposition souverän verteidigt, doch Teamkollege Räikkönen patzte - und zwar doppelt. Der Finne verlor seinen zweiten Platz beim Start an Hamilton. Und obwohl der McLaren-Pilot wenig später gegen die Streckenbegrenzung rutschte und an die Box musste, durfte sich Räikkönen nicht lange freuen. Drei Minuten vor dem Start waren die Reifen an seinem Boliden noch nicht komplett montiert - ein Regelverstoß, der von der Rennleitung mit einer "Durchfahrtstrafe" geahndet wurde.
Diese leistete Räikkönen in der 13. Runde und fiel dadurch hinter Hamilton auf Platz vier zurück. An der Spitze dominierte zunächst Massa, doch wenig später erwischte es auch den Brasilianer. Nach einem Rutscher musste er BMW-Pilot Kubica vorbeiziehen lassen und war die Führung los.
Generell war es in der Anfangsphase ein turbulentes Rennen, viele Fahrer rutschten von der nassen Piste und demolierten sich Frontflügel oder Felgen. Einmal kam auch das Safety-Car zum Einsatz, nachdem Red-Bull-Pilot David Coulthard und Sébastien Bourdais im Toro Rosso in der achten Runde kollidiert und ausgeschieden waren.
Vorne wechselte die Führung beinahe im Rundentakt: Nach dem ersten Boxenstopp kam Massa wieder vor Kubica auf die Strecke, musste aber wenig später Hamilton vorbeiziehen lassen.
Ferrari hatte für Massa eine "Ein-Stopp-Strategie" gewählt, doch diese Entscheidung sollte dem 27-Jährigen zum Verhängnis werden. Mit viel Benzin im Tank war sein Bolide zu schwer, um an Hamilton dranzubleiben. Der Brite zog ohne Mühe davon und blieb auch nach seinem zweiten Stopp an der Spitze. Doch es sollte noch schlimmer kommen für Massa: Als die Strecke immer trockener wurde, musste er doch noch einmal für neue Reifen halt machen - und verlor dadurch den zweiten Platz an Kubica.
Als alles nach einem einfachen Sieg für Hamilton aussah, raste Williams-Pilot Nico Rosberg in die Streckenbegrenzung, das Safety-Car kam erneut zum Einsatz. Der große Vorsprung Hamiltons war dahin, doch der Vizeweltmeister behielt die Nerven und verteidigte die Spitzenposition bis zum Schluss. Wegen des überschrittenen Zeitlimits von zwei Stunden war das Rennen bereits nach 76 statt 78 Runden beendet.
Nach dem Ausscheiden Sutils war Sebastian Vettel im Toro Rosso als Fünfter der beste Deutsche. "Das ist super. Wir haben alles richtig gemacht", sagte der 20-Jährige. Ein Debakel erlebte dagegen Nick Heidfeld, der im BMW nur auf Platz 14 kam und damit Letzter wurde. Zwei Plätze vor dem 31-Jährigen erreichte Timo Glock (Toyota) das Ziel.
hut/dpa/sid