Lewis Hamilton vs. Nico Rosberg: "Der Start nervt mich" - DER SPIEGEL
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Formel-1-Saison 2015: Drei Dauergäste auf dem Podium

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Dritter WM-Titel Hamiltons Party, Rosbergs Ärger

Lewis Hamilton hat durch seinen dritten WM-Titel mit Formel-1-Legenden gleichgezogen. Seinen Triumph ermöglichte ausgerechnet ein Patzer seines Teamkollegen Nico Rosberg - der war anschließend gar nicht gut auf den Briten zu sprechen.
Von Christian Menath
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Kurz nachdem Lewis Hamilton Formel-1-Geschichte geschrieben hatte, ging er gedanklich ganz zurück zu seinen Anfängen im Motorsport. "Ich muss gerade an meine erste britische Meisterschaft denken", sagte Hamilton nach seinem Triumph beim Großen Preis der USA in Austin: "Mein Dad und ich fuhren nach Hause und sagten: 'We are the Champions.' Es ist schwer zu glauben, dass ich jetzt als dreimaliger Weltmeister hier sitze. Da fehlen mir die Worte."

Für den vorzeitigen Titelgewinn musste Hamilton auf dem Circuit of the Americas jedoch ungewohnt hart arbeiten. Denn das Rennen in den USA entwickelte sich nach zwei verregneten Tagen ohne viel Action zu einem der spannendsten und aufregendsten der vergangenen Jahre.

"Der Start nervt mich"

Zunächst kämpfte Hamilton in der ersten Kurve mit seinem Teamkollegen Nico Rosberg, dann kam es zu mehreren Duellen mit den beiden Red-Bull-Fahrern Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat, die auf der anfangs nassen Strecke unerwartet schnell fuhren und die Silberpfeile mehr als nur unter Druck setzen konnten. Am Ende war es wieder Rosberg, der Hamiltons Triumph im Weg stand, diesem aber durch einen Fehler freie Fahrt bescherte.

Umso verärgerter war Rosberg nach dem Ende des Rennens. Im Aufenthaltsraum der Fahrer kam es vor der Siegerehrung zu einer denkwürdigen Szene: Rosberg saß zutiefst enttäuscht in einem schwarzen Sessel, während ihm Hamilton jene schwarze Mütze zuwarf, die alle Piloten auf dem Podium tragen müssen. Aber statt diese aufzusetzen, warf Rosberg die Kappe zurück in Richtung des verdutzten Weltmeisters.

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Großer Preis von USA: Hamilton feiert dritten WM-Sieg

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Bereits zu Beginn des Rennens waren die beiden Mercedes-Piloten aneinander geraten, wie so oft in dieser Saison. Rosberg fuhr von der Poleposition los, Hamilton erwischte allerdings einen besseren Start und setzte sich vor der ersten Kurve innen neben Rosberg. Dabei wurde Hamilton weit hinausgetragen, was Rosberg dazu zwang, neben die Bahn zu fahren. Das kostete ihn weitere zwei Plätze. "Der Start nervt mich", sagte Rosberg: "Ich habe ein Recht auf ein Stück der Strecke; dass mich mein Teamkollege versucht, verhungern zu lassen und sogar in mich reinfährt, ist ein Schritt zu weit."

"Nico hat Fehler gemacht, Lewis nicht"

Vonseiten seines Teams erhielt Rosberg Rückendeckung. "Ich muss Nico recht geben", sagte Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-F1-Teams. "Lewis hat ihm überhaupt keine Möglichkeit gegeben." Motorsportchef Toto Wolff stimmte seinem Landsmann zu: "Das Manöver von Lewis in Kurve eins war hart, zu hart. Lewis weiß das auch. Er hat sich auch über Funk entschuldigt."

An ausgelassener Freude über den Sieg hinderte Hamilton diese Szene jedoch nicht: Mit dem Gewinn seines dritten WM-Titels nach 2008 im McLaren und 2014 mit Mercedes vollendete er ein weiteres Kapitel seiner Erfolgsgeschichte. Er ist nun der zehnte Formel-1-Pilot, der drei oder mehr Weltmeisterschaften gewonnen hat - er zog damit nach WM-Titeln unter anderem mit seinem Silberpfeil-Boss Niki Lauda sowie seinem großen Idol Ayrton Senna gleich. Gleichzeitig ist Hamilton der erste Brite, der seinen WM-Titel erfolgreich verteidigen konnte. Das gelang noch nicht einmal dem dreimaligen Champion Jackie Stewart. "Lewis ist ein sehr konstanter Rennfahrer", sagte Stewart SPIEGEL ONLINE: "Das ist grandios. Nico hat in diesem Jahr ein paar Fehler gemacht, Lewis hingegen nicht."

Mit seinem zehnten Saisonsieg gelang Hamilton in Austin übrigens noch ein weiterer Rekord: Er ist der erste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der in zwei aufeinanderfolgenden Saisons (2014, 2015) mehr als zehn GP-Siege erzielen konnte. Eine zweistellige Sieganzahl innerhalb einer Saison erzielten ansonsten nur Michael Schumacher (2002, 2004) und Sebastian Vettel (2011, 2013). Da kommt selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ins Schwärmen: "Er ist mein Traum-Champion. Er ist abseits der Strecke noch besser als im Cockpit."

Vielen Fahrern sind Bestmarken und Rekorde - offiziell - egal. Doch Hamilton gibt ehrlich zu: "Jeder Rennfahrer, der dir sagt, dass er nicht so in Erinnerung bleiben möchte, würde dich anlügen. Ayrton war schon immer mein Lieblingsfahrer. Ich hoffe, dass sich 20 Jahre nach dem Ende meiner aktiven Karriere Fans an mich erinnern werden und sagen: Vor vielen Jahren gab es diesen Silberpfeil-Fahrer, der war klasse."

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