Formel 1 Hispania stellt Senna kalt
Rennfahrer Bruno Senna: Demnächst auf Job-Suche
Foto: DIMITAR DILKOFF/ AFPHamburg - Zwei Tage vor dem britischen Grand Prix am Sonntag in Silverstone (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat das Hispania-Team verkündet, dass nicht starten wird. Stattdessen wird in England der Japaner Sakon Yamamoto als zweiter Fahrer neben dem Inder Karun Chandhok für den Formel-1-Neuling fahren. Senna ist der Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna.
Hispania gab in einer Mitteilung allerdings bekannt, dass Bruno Senna alle Unterstützung des Teams habe und die restlichen Rennen wieder fahren werde. Erst am Donnerstagnachmittag an der Rennstrecke hatte der 26-Jährige von seiner Ausmusterung erfahren. Noch am Mittag hatte er zusammen mit Chandhok einen PR-Termin beim Motorenlieferanten Cosworth absolviert. Seine bislang beste Platzierung in der Formel 1 ist Platz 16 - die erreichte er in seinen ersten neun Rennen gleich zweimal (Malaysia und China).
Nach seinem Rauswurf war Senna zunächst ebensowenig für eine Stellungnahme zu erreichen wie sein Berater. Die Hintergründe der Entscheidung sind nicht klar. Senna hatte zuletzt Kritik an den Einsätzen des österreichischen Testfahrers Christian Klien im freien Training geäußert, weil dadurch ihm und Chandhok als Formel-1-Neulingen wertvolle Trainingszeit verloren gegangen sei. Ähnlich hatte sich allerdings auch Chandhok öffentlich geäußert.
Wie Klien wurde auch Yamamoto nach Saisonbeginn als Testfahrer angeheuert. Der 28-Jährige bestritt zwischen 2006 und 2007 insgesamt 14 Rennen für Super Aguri und Spyker, wo Kolles damals Teamchef war. Angeblich bringt Yamamoto viel Sponsorengeld mit, was das finanziell angeschlagenen Hispania-Team gut gebrauchen könnte.
Senna hatte mit Rücksicht auf seine Mutter Viviane nach dem tödlichen Unfall seines Onkels Ayrton am 1. Mai 1994 in Imola lange keine Rennen bestritten. Erst als 20-Jähriger bestritt er mit Hilfe des früheren Formel-1-Piloten und Senna-Freundes Gerhard Berger erste Rennen in der Formel BMW und startete dann in kürzester Zeit bis in die GP2-Serie durch, in der er in seiner zweiten Saison 2008 Vizemeister wurde.
Der direkte Wechsel in die Formel 1 scheiterte zunächst, weil sich Honda aus der Königsklasse zurückzog und der neue Teamchef Ross Brawn lieber auf die Erfahrung von Sennas Landsmann Rubens Barrichello setzte. 2009 entschied sich Senna gegen Starts für Mercedes in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft und fuhr stattdessen einige Langstreckenrennen. Im Herbst des vergangenen Jahres unterschrieb er dann einen Vertrag bei Formel-1-Einsteiger Campos, der kurz vor Beginn dieser Saison den Besitzer und die Teamführung wechselte und in Hispania umbenannt wurde.