Formel 1: Honda-Team sucht neuen Käufer - DER SPIEGEL
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Formel 1 Honda-Team sucht neuen Käufer

Geldgeber Honda ist weg - doch der Formel-1-Rennstall will weitermachen. Teamchef Ross Brawn wirbt mit einem "Wagen, der Rennen gewinnen kann", drei Kaufinteressenten sollen sich bereits gemeldet haben. Möglicherweise müssen sie nur ein Pfund für die Übernahme zahlen.
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Hamburg - Kurz nach dem Rückzug des Automobilherstellers Honda aus der Formel 1 soll es bereits erste Interessenten für die Übernahme des Rennstalls geben. "In den letzten zwölf Stunden sind drei seriöse Leute zu uns gekommen, die das Team übernehmen wollen", sagte Nick Fry, der Generaldirektor des Rennstalls, bei BBC Radio 5 Live und äußerte die Hoffnung, beim Saisonstart am 29. März 2009 in Melbourne dabei zu sein.

Formel-1-Pilot Jenson Button im Honda: Vorerst ausgeträumt

Formel-1-Pilot Jenson Button im Honda: Vorerst ausgeträumt

Foto: REUTERS

Fry sprach von "zwei oder drei Global Playern", die an einem Team auf höchstem Level interessiert seien. "Es ist eine völlig andere Situation als bei vorherigen Formel-1-Teams, die aufgehört haben", sagte Fry: "Dieses Team ist eines der bestaufgestellten, hat die besten Fähigkeiten, beste Möglichkeiten in der Boxengasse, phantastische Mitarbeiter und ein von Ross Brawn entworfenes Auto." Die Entwicklung für 2009 sei weit fortgeschritten und das Team bereit, meinte Fry.

Teamchef Ross Brawn sagte: "Wir hätten ein Auto gehabt, mit dem man Rennen gewinnen kann." Der Brite wollte Honda, das schlechteste Werksteam der Vorsaison, unter dem neuen Reglement wieder nach vorne bringen: "Nach unseren Informationen haben wir im Vergleich zu anderen Teams ein sehr starkes Auto und hätten es noch weiter entwickelt."

An einem fehlenden Motor nach dem Honda-Rückzug würde der Fortbestand des Teams nicht scheitern, sagte Brawn, der als Chefingenieur bei Benetton und Ferrari Wegbereiter sieben Weltmeistertitel mit Michael Schumacher gewann: "Ich denke, jeder der anderen Hersteller würde uns mit Motoren helfen, wenn es nötig wäre."

Auch Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone erklärte, dass es mehrere mögliche Käufer gäbe. "Ich denke, dass es einige Leute da draußen gibt, die großes Interesse gezeigt haben", sagte Ecclestone Sky News. Allerdings äußerte der 76-Jährige auch Kritik: "Wenn man sieht, dass bei Honda 700 Leute dafür arbeiten, zwei Autos in die Startaufstellung zu bringen, ist das ein bisschen verschroben, um ehrlich zu sein."

Ecclestone betonte die Notwendigkeit, endlich die Kosten der Rennställe zu reduzieren: "Das Problem ist, dass die Teams von Technikern geführt werden, die besser zu Hause mit ihren Play-Stations spielen sollten als ihr Glück darin zu suchen, Rennen zu gewinnen." Honda soll nach Angaben des Sportinformationsdienstes zuletzt einen Etat von 390 Millionen Euro pro Jahr gehabt haben, blieb jedoch sportlich erfolglos.

Honda hatte am Freitagmorgen in Tokio angekündigt, alle Formel-1-Aktivitäten mit sofortiger Wirkung einzustellen. Ein Verkauf des Teams und der Motorenabteilung wurde allerdings als Möglichkeit in Betracht gezogen. Nach BBC-Informationen könnte der Rennstall möglicherweise sogar für den symbolischen Preis von einem britischen Pfund den Besitzer wechseln.

Auch Audi spart im Motorsport und zieht sich nach neun Jahren aus der American-Le-Mans-Serie zurück, die als stärkste Sportwagenserie der Welt gilt. Audi wolle sich in "wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Schauplätze in Europa" konzentrieren, sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich am Freitag.

Andere Autohersteller haben dem Sport als Sponsor in der Wirtschaftskrise bereits den Rücken gekehrt: General Motors hat Golf-Star Tiger Woods den Vertrag aufgekündigt, der Rückzug von Hauptsponsor Audi stoppte das deutsche America's-Cup-Team im Segeln.

all/sid/dpa/Reuters

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