Formel 1 Jaguar feuert Niki Lauda
London - Der Rennstall soll künftig von einem Technik-Team mit einem Engländer an der Spitze geführt werden, gab Jaguar am Vormittag bekannt. Für Dienstag um 12 Uhr MEZ hat das Unternehmen in London eine Pressekonferenz einberufen, auf der die Details erläutert werden sollen. Lauda ist bereits der vierte Sportdirektor bei Jaguar in den letzten vier Jahren.
"In England arbeiten die Mühlen anders"
"Ich bin von dieser Entscheidung schon überrascht, das ist über Nacht entschieden worden", bestätigte Lauda seinen Rausschmiss in einem Gespräch mit dem österreichischen Sender "Ö3". "In England arbeiten die Mühlen eben anders. Da wird so lange am Sessel gesägt, bis es durchgesetzt ist. Ich soll nichts falsch gemacht haben, aber man will ein anderes Niveau mit technischer Führung."
Die Trennung kommt nicht unerwartet, zumal sie sich schon im Verlauf der vergangenen WM-Saison abgezeichnet hatte. Lauda war vor dem Großen Preis von Europa im Juni auf dem Nürburgring nach einer
Serie von Pleiten, Pech und Pannen von Ford-Chef Nick Scheele bereits eine Bewährungsfrist eingeräumt worden. Seine Gegner hatten Lauda auch vorgeworfen, dass er sich mehr auf seine Fernsehauftritte bei RTL als auf seinen Job bei Jaguar konzentriere. Zusätzlich war dem 53-jährigen Lauda wohl sein hohes Gehalt
von geschätzten 2,65 Millionen Euro zum Verhängnis geworden, denn im Team muss rigoros gespart werden.
Aus auch für 40 bis 60 Mitarbeiter
Auf der Pressenkonferenz, bei der auch Fords Vizepräsident Richard Parry-Jones sowie Teamgründer und Ex-Weltmeister Jackie Stewart anwesend sein werden, soll auch über künftige Sparmaßnamen informiert werden. Es heißt, dass sich der Rennstall sich auf Grund der angespannten wirtschaftlichen Lage bald von 40 bis 60 Mitarbeitern trennen muss.
Der ehemalige Formel-1-Weltmeister aus Österreich hatte erst im August 2001 die Arbeit beim englischen Rennstall aufgenommen. Doch trotz großer finanzieller Unterstützung vom amerikanischen Autoriesen Ford ist das Team unter den hochgesteckten Erwartungen geblieben. In diesem Jahr landeten die Jaguar-Boliden nur auf dem siebten Platz der Teamwertung.
Testfahrten beginnen am Dienstag
Nach der enttäuschenden Saison wurden die beiden Piloten Eddie Irvine und Pedro de la Rosa durch Mark Webber und Antonio Pizzonia ersetzt. Am Dienstag sollen die beiden Jaguar-Neulinge in Barcelona mit den Testfahrten beginnen.