Formel 1 Kampf um Newey wird zur Posse
Hamburg - Beide Rennställe behaupten, gültige Verträge mit dem in der Formel-1-Szene als "Superhirn" bekannten Technikgenie zu besitzen. Am Freitag hatte Jaguar die Verpflichtung gemeldet. Wenige Stunden später dementierte McLaren-Mercedes den Wechsel.
Jaguar-Sportchef Niki Lauda warf dem Mitbewerber im Interview mit der "Welt am Sonntag" indirekt sogar unseriöses Geschäftsgebahren vor. "Ich bin sehr erstaunt darüber, dass Newey auch bei McLaren-Mercedes unterschrieben haben soll", sagte der dreimalige Weltmeister.
Zusage hier, Zusage dort
Der Österreicher stellte überrascht fest: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Newey einen Vertrag gemacht hat, wohl wissend, dass er bereits einen gültigen Dreijahresvertrag bei uns unterschrieben hat."
Aus dem McLaren-Firmensitz in Woking hieß es hingegen, dass Newey seinen 2002 auslaufenden Kontrakt um drei weitere Jahre bis 2005 verlängert habe.
"Nur ein Missverständnis"
Der Umworbene selbst entschuldigte sich brav für die Verwirrung. Adrian Newey nannte alles "nur ein Missverständnis" und schwor dem bisherigen Arbeitgeber auch weiter die Treue: "Ich freue mich, weiter für McLaren zu arbeiten. Dort wartet eine interessante Aufgabe auf mich."
Doch für Jaguar ist der Fall damit längst noch nicht erledigt. "Jaguar-Teamchef Bobby Rahal und ich haben einen Vertrag mit Adrian Newey, der besagt, dass er ab dem 1. August 2002 bei Jaguar seine Arbeit als technischer Direktor aufnimmt", sagte Lauda. Nun muss wohl ein Gericht für Klärung sorgen.